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Gesperrter Zöllner bedankt sich mit einer Kiste Bier

Rheinlandpokal: Beim überraschenden 5:1-Erfolg in Runde drei gegen die SG Vordereifel war der Tarforster Trainer nur Zaungast – und sah, wie sein Team diesmal nichts anbrennen ließ. VIDEOINTERVIEWS

von Andreas Arens · 10.10.2024, 18:42 Uhr · 0 Leser
Hatte diesmal für den gesperrten Patrick Zöllner an der Außenlinie das Sagen und führte den FSV Tarforst zu einem 5:1-Sieg: Sven Haubrich
Hatte diesmal für den gesperrten Patrick Zöllner an der Außenlinie das Sagen und führte den FSV Tarforst zu einem 5:1-Sieg: Sven Haubrich – Foto: Andreas Arens

Nach dem Spiel schleppte Patrick Zöllner erst mal eine Kiste Bier in die Kabine seiner Mannschaft – als Dankeschön für den rauschenden 5:1 (1:0)-Erfolg in der dritten Runde um den Rheinlandpokal gegen die in der Rheinlandliga so weit vor seinem Team rangierende SG Vordereifel-Müllenbach. Besonders dick fiel das Lob aus, weil er am Mittwochabend gar nicht am Spielfeldrand stand, sondern die Partie hinter den Fensterscheiben des Funktionsgebäudes der Kunstrasenanlage am Trimmelter Hof sah. Der Tarforster Coach hatte sich am Samstag zuvor, als seine Mannschaft in der hitzigen Schlussphase des Kellerduells gegen den Tabellenletzten SG Malberg noch ein 3:0 aus der Hand gab und sich mit einem 3:3 zufriedengeben musste, eine Rote Karte wegen Zeitspiels eingehandelt. Als „viel zu hart“ empfindet Zöllner diese Strafe (zudem noch 70 Euro dazukamen) auch noch mit einigen Tagen Distanz: „In der Bezirksliga heißt es, dass man die Umsetzung der Strafe dort nicht kontrollieren kann. Und eine Liga höher bist du dann schon automatisch ein Spiel gesperrt.“ Für den vorangegangenen Rempler habe der Malberger Spieler in Summe nur Gelb-Rot gesehen. Zöllner wiederum war wegen einer Schulterverletzung, die er sich in Folge dieser Aktion zuzog, zwei Tage krankgeschrieben.

So sehr er sich über die aus seiner Sicht „unverhältnismäßig hohe Strafe“ aufregte, so sehr freute ihn der Auftritt der diesmal von seinem etatmäßigen Assistenten Sven Haubrich gecoachten Elf, mit der sie den Sprung in die Runde der letzten 16 schaffte (die Auslosung wird am Mittwoch, 16. Oktober, ab 18.15 Uhr, live übertragen: https://www.facebook.com/fvrheinland).

Offensiv ließen die Tarforster den Gästen nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Die oft lang nach vorne geschlagenen Bälle waren meist eine sichere Beute der FSV-Abwehr, aus der sich Routinier Florian Weirich bereits nach knapp einer halben Stunde mit Wadenproblemen verabschieden musste. Caspar Suder übernahm den Part und machte seine Sache gut. Das 1:0 entsprang einer Ecke: Joel Schneemilchs Hereingabe fand Noah Schuch, der aus kurzer Distanz traf (35.). Gerade als Vordereifel etwas stärker wurde, nutzte Schneemilch einen Ausrutscher von Jannis Gorges zum 2:0 (67.). Einen Schuss von Schuh veredelte Ammar Cissé zum 3:0 (70.) Tarforst wackelte nach dem 3:1 durch Ole Conrad (77.) kurz. Zwei blitzsaubere Konter verwertete der eingewechselte Nico Neumann aber zum 4:1 (83.) und dann sogar noch zum 5:1 (90.+2). „Wir waren gut in den Zweikämpfen, hatten einen klaren Matchplan, indem wir Vordereifel zu den langen Bällen zwangen. In der zweiten Hälfte lief es dann auch offensiv sehr gut für uns“, jubelte Co Haubrich.

Tobias Jakobs, Trainer der SG Vordereifel:

Sein Pendant Tobias Jakobs merkte zurecht an, dass „das Ergebnis schon ein wenig über den Spielverlauf hinwegtäuscht. Die erste Hälfte war noch okay von uns. Nach dem 1:3 fallen wir dann auseinander. Aber so ist das, wenn du aufmachen musst. Insgesamt unterlaufen uns momentan zu viel leichte Fehler.“

Sven Haubrich, Trainer des FSV Tarforst:

Den starken Start – aktuell rangiert sein Team als Vierter nur drei Punkte hinter Tabellenführer Rot-Weiss Wittlich – führt Jakobs nicht zuletzt auf die für einen Aufsteiger typische Anfangseuphorie zurück. Die zweite Pflichtspielniederlage in Folge (in der Liga gab es zuvor ein 1:4 bei Mitaufsteiger SG Westerburg) ist für den Ex-Karbacher kein Beinbruch: „Dass schwierigere Phasen kommen, war abzusehen. Wichtig ist, wie wir jetzt darauf reagieren.“

FSV Trier-Tarforst – SG Vordereifel Müllenbach 5:1 (1:0)
Tarforst: Mike Neumann - Nils Kiesewetter, Ammar Cisse (86. Felix Stüber), Matthias Finsterwalder, Noah Schuch (90. Paul Bladt), Benjamin Arnold, Julian Schmitz, Joel Schneemilch (73. Nico Neumann), Dustin Knürr (58. Jonas Witz), Elias Heitkötter, Florian Weirich (29. Caspar Suder)
SG Vordereifel Müllenbach: Julian Steitz - Stephan Schuwerack, Steffen Schmitt, Lars Johann, Ole Conrad, Jannis Gorges (70. Rene Hanke), Paul-Jordan Michels (87. André Röser), Lukas Mey (75. Manuel Daum), Daniel Kossmann (60. Jonas Gorges), Julian Schmitz, Lars Oster (87. Lorenzo Nebeler)

Schiedsrichter: Christopher Fuxen (Bitburg)

Zuschauer: 120


Tore: 1:0 Noah Schuch (35.), 2:0 Joel Schneemilch (67.), 3:0 Ammar Cisse (70.), 3:1 Ole Conrad (77.), 4:1 Nico Neumann (83.), 5:1 Nico Neumann (90.+2)