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Germania Wiesbaden: Drei Futsal-Talente bei Nationalteamsichtung

Drei B-Jugendliche der SG Germania haben in Frankfurt an der Sichtung zur deutschen U19-Futsal-Nationalmannschaft teilgenommen +++ So stehen ihre Chancen

von Stephan Neumann · 21.02.2026, 12:00 Uhr · 0 Leser
Tolles Gefühl: Leopold Fraund-Schmidthals (l.), Keeper Moritz Kreutzer und Leonik Erler im Trikot mit dem Bundes-Adler. Die Entscheidung, ob das Germania-Trio den Sprung in den vorläufigen Kader der U19-Futsal-Nationalmannschaft schafft, steht noch aus.
Tolles Gefühl: Leopold Fraund-Schmidthals (l.), Keeper Moritz Kreutzer und Leonik Erler im Trikot mit dem Bundes-Adler. Die Entscheidung, ob das Germania-Trio den Sprung in den vorläufigen Kader der U19-Futsal-Nationalmannschaft schafft, steht noch aus. – Foto: SG Germania

Wiesbaden. 2025 hatte das Fußball-Märchen für die B-Juniorenfußballer der SG Germania begonnen: Als Futsal-Hessenmeister und Zweiter der süddeutschen Ausscheidung qualifizierte sich die Mannschaft unter Trainer Martin Fraund bei der anspruchsvollen südamerikanischen Hallenfußball-Variante für die Endrunde der sechs besten deutschen Teams in Duisburg. Mit Keeper Moritz Kreutzer sowie den Feldspielern Leo Eickhoff, Leonik Erler, Samet Güler, Yusuf Yüksel, Elias Leibold und Leopold Fraund-Schmidthals schafften einhergehend sieben Germania-Talente den Sprung in die von Anton Kniller trainierte Futsal-Hessenauswahl.

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Damit nicht genug: Jetzt erhielten Moritz Kreutzer, Leonik Erler und Leopold Fraund-Schmidthals Einladungen zu einem Sichtungslehrgang für die deutsche U19-Futsal-Nationalmannschaft am DFB-Campus in Frankfurt. Nationalspieler aus den Germania-Reihen, das ist keine Utopie, sondern eine reelle Möglichkeit geworden. Für die Germania um Jugendleiter Martin Fraund, der zum Motor des Aufschwungs und der positiven Gesamtentwicklung im Nachwuchsbereich in den vergangenen Jahren geworden ist, ein toller Erfolg. Inzwischen coacht Martin Leibold die B-Junioren, Martin Fraund zählt als „Co“ zum Trainerteam.

Aus einem Pool von 144 Spielern für die Sichtung empfohlen

Das Germania-Trio hat sich aus einem Pool von 144 Spielern für die Sichtung empfohlen, bei deren erstem Teil nun die drei Wiesbadener unter U19-Auswahlcoach Daniel Gerlach in Frankfurt mit vier Torhütern und 20 Feldspielern drei umfangreiche Trainingstage erlebten. Vom 27. Februar bis zum 1. März wird eine zweite Gruppe, wiederum 20 Feldspieler und ein Keeper-Quartett, nach Frankfurt kommen und danach ein vorläufiger Kader für die deutsche U19-Futsal-Auswahl benannt, die dann für die nächsten zwei Jahre fest formiert wird.

„Man hatte genug Gelegenheit sich zu zeigen. Das waren zwei sehr intensive und sehr anstrengende Tage. Und es war schon sehr besonders, dabei gewesen zu sein. Das ist der Anfang. Ich würde mich unheimlich freuen, wenn es weitergeht, aber auch nicht in Tränen ausbrechen, wenn es nicht klappt“, fasst Germania-Torhüter Moritz Kreutzer das Erlebte und die mögliche Perspektive zusammen. Futsal, das ist eine aus Südamerika stammende Variante mit sprungreduziertem Ball mit Spielen fünf gegen fünf auf Handballtore (drei Meter breit, zwei Meter hoch). Handlungsschnelligkeit, Situationen gedankenschnell antizipieren, Passgenauigkeit und Tempo sind bei speziellen Regeln besonders gefordert, die besten Teams und Spieler messen in Profiligen die Kräfte. Etwa in Spanien und Portugal.

Allein Sichtung für Nationalteam ein „Meilenstein“

„Futsal ist extrem schnell, fast wie Handball. Man braucht eine viel bessere Ausdauer und mit dem speziellen Ball bekommt man ein besseres Ballgefühl“, sieht Leopold Fraund-Schmidthals nur positive Aspekte im Hinblick auf die Effekte für die normalen Liga- und Pokalspiele. Allein die Nominierung zum Sichtungslehrgang auf Bundesebene stuft der 16-jährige Leopold Fraund-Schmidthals als „Meilenstein“ ein. Wo doch die eingeladenen Spieler der Jahrgänge 2008 und 2009 (dazu zählen die drei Germania-Talente) in Frankfurt schon mal ins DFB-Trikot schlüpfen durften. Klassisch mit dem Bundesadler auf der Brust, während die A-Nationalmannschaft nunmehr mit neuem Wappen aufläuft. Davon abgesehen hält sich Leopold Fraund-Schmidthals auf dem Weg in den Männerbereich alle Optionen offen. Hessenliga oder Regionalliga – der Ehrgeiz, es in höhere Klassen zu schaffen, ist auf jeden Fall vorhanden.

Auch dem Fußball weiter treu bleiben

Moritz Kreutzer, ebenfalls 16, könnte sich vorstellen, sich zusätzlich einem Verein anzuschließen, der im Futsal auf höchstem Niveau vertreten ist. Etwa der SV Pars Neu-Isenburg als Bundesligist. Aufhören mit dem Fußball zugunsten von Futsal, das „ist für mich jetzt keine Option“, bekräftigt er. Dem Fußball treu bleiben oder einen Schwerpunkt beim Futsal setzen – „es kann in beide Richtungen gehen“, erläutert Anton Kniller. Coach der Futsal-Hessenauswahl, die mit den Trainingseinheiten am Montag in Frankfurt für die drei Germania-Spieler zum Sprungbrett für den Sichtungslehrgang in Richtung Nationalteam-Kader geworden sind. Kniller weiß um die glänzenden Perspektiven, die mit einer Nominierung für die deutsche U19-Futsal-Nationalmannschaft verbunden sind, verweist aber auch darauf, dass der endgültige Kader im Hinblick auf ein top besetztes internationales Turnier in diesem Sommer in Kroatien lediglich zwei Torhüter und 14 Feldspieler umfassen wird. Ehe 2027 vom 26. September bis zum 3. Oktober die U19-Futsal-Europameisterschaft in Kasachstan ansteht.

Träumen erlaubt für die drei Germania-Youngster

Träumen ist also für die drei Germania-Spieler erlaubt, ob einer oder mehrere von ihnen für den vorläufigen deutschen U19-Kader nominiert werden, wird sich weisen. „Sie haben vielleicht den kleinen Nachteil, Spieler des jüngeren Jahrgangs zu sein. Aber letztlich sind für alle Spieler die Chancen gleich. Es liegt an ihnen, wie sie performen“, sagt Anton Kniller.

Sicher ist aber: Die Nominierungen von sieben Talenten für die Futsal-Hessenauswahl und jetzt die Teilnahme des Trios an der Sichtung zur Nationalmannschaft beflügelt die Nachwuchsarbeit der SG Germania, die auf Dauer schließlich möglichst viele der im eigenen Lager ausgebildeten Talente in ihre erste Männermannschaft hieven möchte.