Die SG Germania Wiesbaden ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem ein Zuschauer den Schiedsrichter nach dem Spiel angespuckt hatte.
Die SG Germania Wiesbaden ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem ein Zuschauer den Schiedsrichter nach dem Spiel angespuckt hatte. – Foto: Thomas Rinke

Germania: "Heftige" Strafe nach Hessenpokal-Aus

Verein muss büßen, weil ein Zuschauer nach Spielende den Schiedsrichter angespuckt hatte

Wiesbaden. Auch wenn es mit 0:3 verloren ging: Das Zweitrundenmatch im Hessenpokal gegen den TSV Höchst markiert für die SG Germania Wiesbaden einen weiteren Meilenstein des unglaublichen Aufwärtstrends, den der Traditionsverein in den vergangenen Jahren hingelegt hat. Ein spannender Pokalfight unter Flutlicht, dazu 400 Fans und beeindruckender Support für die Gäste aus dem Odenwald. Doch von den vielen Zuschauern, die es mit den Gastgebern hielten, konnte sich offenbar einer nicht benehmen. Das hat nun für die Germania ein bitteres Nachspiel.

Denn das Sportgericht des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) hat den Verein von der Waldstraße zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt, über deren Höhe weder der HFV noch der Verein Angaben machen wollen. "Für einen Amateurverein ist das aber schon eine heftige Summe", sagt Jörg Wolf, der Spielleiter des Hessenpokals, der die Partie selbst rund eine Stunde lang verfolgt hatte.

SG galt als Wiederholungstäter

Der Grund für die Strafe: Ein Zuschauer hatte nach Schlusspfiff den Schiedsrichter Lars Tautz (SV Münster) beim Gang Richtung Kabinen bespuckt. Weil es laut Wolf auch im Erstrundenmatch der Germania gegen die Spvgg. Eltville (2:1) kleinere Verfehlungen gegeben habe - hier soll ein Zuschauer auf den Platz und zum Schiedsrichter gelaufen sein - galt die Causa Germania nun als Wiederholungsfall. Das führte nun zu einem höheren Strafmaß.

Wobei das Sportgericht im Urteil auch berücksichtigt hatte, dass sich die Germania "sehr offen und kooperativ" gezeigt hatte, wie Wolf hervorhebt. So wurde der Übeltäter schnell von Germania-Verantwortlichen identifiziert und dessen Name noch in der Kabine dem Schiedsrichter kommuniziert. Zudem waren beim Spiel auch ausreichend Ordner vorhanden.

Germania: Wut auf einen "Chaoten"

Bei den Verantwortlichen der Germania schwankt die Gefühlslage nach dem Urteil zwischen Enttäuschung und Wut. "Da wird die Arbeit des Vereins von vier bis fünf Jahren durch einen Chaoten wieder kaputtgemacht", sagt Martin Fraund, Jugendleiter des Vereins. Allein die Organisation rund um das Hessenpokalspiel sei ein Riesenaufwand für den Verein gewesen. Die ganze Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und ein Großteil der Einnahmen aus dem Spiel gingen nun "flöten", wie es Fraund ausdrückt. Dabei betont er, dass die Zuschauer aus beiden Hessenpokalspielen, die sich Verfehlungen geleistet hatten, keine Vereinsmitglieder der Germania seien.

Der Verein hat sich nach anwaltlicher Beratung nun dazu entschieden, den Übeltäter für die entstandene Strafe in Regress nehmen zu wollen.

Aufrufe: 021.9.2022, 10:45 Uhr
Philipp DurilloAutor