
„Am Ende war es glücklich, ja“, räumte Daniel Dittmann bei seinem Statement in der Pressekonferenz nach Spielschluss ein. „Aber das ist egal.“ Was zählte, waren drei wichtige Punkte im Abstiegskampf, mit denen der TuS Geretsried den Abstand auf die Relegationsplätze auf sieben Zähler ausbaute: Wie schon im Hinspiel stand gegen Mitaufsteiger FC Gundelfingen am Ende ein 2:1-Sieg auf der Anzeigentafel.
Doch anders als am 15. August des vergangenen Jahres im Schwabenstadion, als ein Treffer in der Nachspielzeit die Partie entschied, legten die Gastgeber diese Mal mit einem Blitzstart den Grundstein zum Erfolg. Es lief erst die zweite Minute, als TuS-Verteidiger Christian Wiedenhofer den Ball nach einer – aus Sicht von Gästetrainer Thomas Rudolph „vermeidbaren“ – Ecke mit dem Kopf zum 1:0 ins Tor verlängerte. „Wir haben im Trainingslager viel Wert auf Standards gelegt“, freute sich TuS-Trainer Dittmann, dass sich das fleißige Üben so schnell auszahlte. Und es sollte noch besser kommen. Nachdem Torhüter Cedomir Radic mit starker Fußabwehr gegen David Spizert den Ausgleich verhindert hatte, legten die Gastgeber nach: Ein Freistoß von Robin Renger wurde von der Mauer abgefälscht, der Ball rollte Thomas Puscher vor die Füße, der frei vor FC-Keeper Tobias Werdich cool blieb und zum 2:0 (18.) einschob. Damit sind die Höhepunkte des ersten Durchgangs auch schon dokumentiert. „Wir sind denkbar schlecht in die Partie gestartet, aber wir haben auch keine großen Chancen zugelassen, normalerweise gehst du dann mit einem 0:0 in die Pause“, haderte FC-Coach Rudolph, dass sein Team gleich „mit dem Rücken zur Wand“ agieren musste.
An die Wand gedrängt fühlten sich nach dem Seitenwechsel plötzlich die Gastgeber. Sechs Minuten nachdem der souverän leitende Schiedsrichter Florian Böhm (Rudolph: „Er hat es richtig gut gemacht, das hat man nicht jede Woche“) das Spiel fortgesetzt hatte, verkürzte Simon Achatz auf 1:2.
In der Folgezeit fanden die Gastgeber in der Offensive so gut wie nicht mehr statt. Die einzige brenzlige Situation vor dem Gundelfinger Tor resultierte aus einer fast verunglückten Abwehraktion, als Niklas Fink mit einem Kopfball den eigenen Außenpfosten touchierte. Auf der Gegenseite sah sich Cedomir Radic mit zunehmender Spielzeit unter Dauerbeschuss. Der TuS-Torhüter lenkte einen Volleyschuss von Leon Sailer zur Ecke ab, war bei einem Freistoß von Jeremias Seibold zur Stelle, lenkte auch den Nachschuss über die Latte und riss bei einem Distanzschuss von FC-Kapitän Jan-Luca Fink im letzten Moment beide Fäuste hoch. „Teils war es von uns Unvermögen, teils hat der Torhüter die Bälle gut rausgeholt“, stellte FC-Trainer Rudolph fest. „Es ist unglücklich, dass wir mit keinem Punkt nach Hause fahren.“
Sein Gegenüber Daniel Dittmann beendete sein Statement in der Pressekonferenz mit einem dicken Lob an seine Elf: „Nach dem Gegentor ging es für uns nur noch ums Verteidigen, das haben die Jungs gut gemacht. Was sie kämpferisch abgeliefert haben, ist einen Applaus wert.“