
Den erwarteten Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten eingetütet und den Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz auf zehn Punkte ausgebaut – damit lässt es sich das Wochenende genießen und über manche Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Denn der 2:0-Erfolg des TuS Geretsried im Heimspiel gegen Türkgücü München war über weite Strecken kein Fußball-Leckerbissen. „In so einem Spiel geht es darum, zu gewinnen“, stellte TuS-Trainer Daniel Dittmann nach dem Schlusspfiff fest. Sichtlich entspannt, dass seine Truppe den Erwartungen gerecht geworden war, und sich in die Partie „gut reingekämpft“ hatte.
Die Anfangsminuten inklusive dem ersten Torabschluss, der jedoch keine wirkliche Gefahr darstellte, gehörten den Gästen. Dann erarbeiteten sich die Hausherren nach und nach mehr oder weniger zwingende Gelegenheiten. Nach Flanke von Lukas Kellner visierte Srdan Ivkovic in der siebten Minute zum ersten Mal das Münchner Gehäuse an, verfehlte das Ziel aber um ein gutes Stück. Auch der zweite Versuch kurz darauf geriet dem TuS-Torjäger zu drucklos. Die Hereingabe hatte Belmin Idrizovic von der linken Außenbahn serviert, ebenso wie in der zehnten Minute: Empfänger war dieses Mal Kapitän Sebastian Schrills, dessen Kopfball am kurzen Eck Türkgücü-Torhüter Leon Walch zum ersten Mal forderte. Eine Viertelstunde war vorüber, als Ivkovic, nun mit dem Fuß, einen Ball aus bester Position am Tor vorbeischlenzte.
Auf der Gegenseite verfehlte Mert Sahin nach knapp 20 Minuten mit einem Distanzschuss das Geretsrieder Tor deutlich. Dafür zeigten sich die Gastgeber lernfähig. Nachdem bis dahin alle Flanken und Eckbälle nah vors Tor gebracht worden waren und kaum Gefahr erzeugt hatten, schlug Idrizovic eine Ecke von der rechten Seite in Richtung Elfmeterpunkt. Dort hatte Robin Renger genügend Raum, um einen Kopfball präzise zur 1:0-Führung zu platzieren. In der 35. Minute wischte TuS-Torhüter Cedomir Radic bei einem Freistoß von Sahin den Ball glänzend aus dem Winkel und machte so die beste Gäste-Chance des Spiels zunichte. Idrizovic versäumte es vor der Pause, den Vorsprung auszubauen, weil der junge Abdulraman Hassirou seinen kraftlosen Schuss aus der Drehung auf der Torlinie klärte.
Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel blieb Idrizovic bei einem Alleingang an Torhüter Walch hängen. Als es schien, dass Ivkovic sich in der 56. Minute einmal mehr im Münchner Sechzehner verzettelt habe, spitzelte er den Ball auf Tyrone Prepeluh zurück, der von der Strafraumgrenze zum 2:0 traf. Wenig drosch Kellner das Spielgerät aus der Distanz knapp über die Latte – der Rest der Partie war kaum noch der Rede wert.
„Vielleicht hätten wir eine Chance gehabt, wenn der Torhüter den Freistoß von Sahin nicht so gut hält. Aber so war es in Summe ein verdienter Sieg für den TuS“, räumte Türkgücü-Trainer Slaven Skeledzic in der Pressekonferenz ein. Das Fazit von TuS-Coach Dittmann fiel ebenso kurz aus: „Wir haben in der ersten Halbzeit einige Chancen liegen lassen. Aber wir haben es gut verteidigt – und das ist im Abstiegskampf entscheidend.“