2026-04-03T19:57:16.526Z

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Georg Simon verlängert: „Die Spieler ordnen sehr viel dem Fußball unter"

Lenggrieser SC im Höhenflug

von Patrick Staar · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Georg Simon
Georg Simon – Foto: Oliver Rabuser

Der Lenggrieser SC spielt die beste Saison seit 2018. Trainer Georg Simon erklärt die Gründe für den Erfolg und nennt das klare Saisonziel.

38 Punkte nach 17 Spieltagen – die Lenggrieser Fußballer spielen ihre stärkste Saison seit dem Bezirksliga-Abstieg 2018. Die Konsequenz des Erfolgs: Trainer Georg Simon hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Im Gespräch mit dem Tölzer Kurier spricht er über die Gründe für den Aufschwung.

Herr Simon, Gratulation zur Vertragsverlängerung. Können Sie beschreiben, wie solche Gespräche ablaufen?


Unser Vorstand Schorsch Müller, Lois Gerg und der Sportliche Leiter Hans-Peter Kammerermeier haben mich gefragt, ob alles passt und ob ich weitermachen will. Sie selbst hätten keine Kritikpunkte, und aus der Mannschaft habe es offenbar auch nur positive Signale gegeben. Wir haben uns kurz zusammengehockt. In fünf Minuten war alles erledigt.
Sie waren vor Ihrem ersten Jahr als Cheftrainer drei Jahre lang Assistent Ihres Bruders Stefan. Inwiefern helfen Ihnen die gesammelten Erfahrungen?
Der Vorteil ist, dass ich hier nicht bei Null anfangen musste. Stefan hat aus seiner Zeit als Trainer beim FC Bayern München einiges mitgenommen, er ist ein Wahnsinns-Trainer. Von ihm konnte ich mir einiges abschauen. Schon als er noch Spieler war, habe ich zu ihm aufgeschaut.


Wie eng ist der Kontakt zu Ihrem Bruder?


Wir arbeiten zusammen, wir wohnen in einem Haus und unterhalten uns oft über Fußball. Tipps holen schadet nie, aber ich schaue schon, dass ich meine eigenen Entscheidungen treffe.


Können Sie uns erklären, warum es bei Ihrer Mannschaft derzeit so gut läuft?


Ein wichtiger Grund ist sicher der Wille. Die Spieler ordnen sehr, sehr viel dem Fußball unter. Unser Athletiktraining hat am 9. Januar begonnen. Alle aus dem Kader der Ersten Mannschaft haben versucht, dass sie dabei sind. Die Trainingsbeteiligung ist immer extrem hoch. In den Einheiten ist ein richtig guter Zug drin. Die guten Ergebnisse machen es für jeden leichter. Gerade im Winter, wenn das Wetter nicht immer ideal ist.

Auffällig ist der breite Kader. Sie haben in dieser Saison schon 26 Spieler eingesetzt.
Sind es tatsächlich schon so viele?

Am Anfang der Saison habe ich noch mehr durchgewechselt. Inzwischen haben wir einen Stamm von 20, 22 Leuten, die ich bedenkenlos einsetzen kann. Wenn man solch eine große Gruppe hat, vereinfacht es das für den Trainer. Man kann gewisse Dinge besser einstudieren.


In welchen Bereichen hat sich die Mannschaft am meisten verbessert?


Da muss man sich nur die Tabelle anschauen: vorn und hinten. Wir sind immer für Tore gut. Bisher gab es nur ein Spiel, in dem wir keine Tore geschossen haben. Defensiv stehen wir richtig gut und lassen wenige Torchancen zu.


Was sind die wichtigsten Trainingsinhalte?


Wir arbeiten derzeit daran, dass wir noch mehr Lösungen finden, wenn der Gegner tief hinten drinsteht.


Welche Spieler haben sich zuletzt besonders positiv entwickelt?


Die ganze Mannschaft hat sich weiterentwickelt. Besonders hervorheben kann man vielleicht Max Angermeier. Seit Mathias Gerg verletzt ist, hat der Max in seiner Persönlichkeitsentwicklung einen Schritt nach vorn gemacht und ist jetzt Kapitän. Diese Verantwortung tut ihm gut, er geht voran. Martin Wasensteiner könnte man in diesem Zusammenhang auch erwähnen. Er war immer schon offensiv gefährlich. In dieser Saison hat er schon neun Tore geschossen und fast so viele vorbereitet. Er ist in dieser Liga nicht zu halten. Aber nur diese zwei zu erwähnen, ist ungerecht. Jeder macht seinen Job. Die Spieler möchten dazulernen, fragen nach. Für einen Trainer ist so etwas richtig, richtig cool.

Am vergangenen Wochenende hat der Tabellenführer, die Reserve des TuS Geretsried, erstmals in dieser Saison ein Spiel verloren. Schielen Sie in Richtung Tabellenführung?


Ja, logisch. Unser Ziel ist, Erster oder Zweiter zu werden. Es wäre nicht die größte Überraschung in der Geschichte des Fußballs, wenn es vorn noch mal eng wird. Bislang haben die Geretsrieder die engen Spiele oft gewonnen. Es motiviert einen zusätzlich, wenn man sieht: Die können doch noch verlieren. Wir spielen auch noch mal gegen den TuS. Aber das wichtigste Ziel ist, Platz zwei zu verteidigen. Das wird schwierig genug.


Das Ziel ist also die Rückkehr in die Bezirksliga?


Ganz klar, ich will da auch nicht tiefstapeln. Wir sind Zweiter, wir sind richtig gut aus der Winterpause rausgekommen. Wieso sollte ich da sagen: Wir wollen unter die Top Fünf kommen? Wir haben so viel Gas gegeben, jetzt wollen wir auch so weitermachen. Von Vereinsseite wurde aber auch klar kommuniziert: Der Aufstieg ist keine Pflicht