2026-04-16T10:11:10.190Z

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Geldprobleme und Co. beim BCF - Folgt eine Spielgemeinschaft?

Fußball Bezirksliga

von Oliver Rabuser · Heute, 14:21 Uhr · 0 Leser
„Entweder geht alles komplett vor die Hunde oder man stellt sich komplett neu auf“: Luli Kuqi (li., mit Spieler Joannis Nikolaidis) ist als Trainer des BCF Wolfratshausen auch in die Planungen für die Jahresversammlung am 2. Mai involviert.
„Entweder geht alles komplett vor die Hunde oder man stellt sich komplett neu auf“: Luli Kuqi (li., mit Spieler Joannis Nikolaidis) ist als Trainer des BCF Wolfratshausen auch in die Planungen für die Jahresversammlung am 2. Mai involviert. – Foto: Tamara Rabuser (or)

Der einstige Bayerligist BCF Wolfratshausen steckt in einer tiefen Krise. Trainer Lulzim Kuqi fordert einen kompletten Neuanfang mit neuer Führung.

Einst stolzer Bayernligist, inzwischen längst Epizentrum der Tristesse. Mit dem faktisch besiegelten Abstieg aus der Bezirksliga sieht der BCF Wolfratshausen allein auf sportlicher Ebene ungewissen Zeiten entgegen. Nicht minder prekär ist die Darstellung im administrativen Bereich. Lulzim Kuqi, derzeit Trainer der Ersten Mannschaft und Sportlicher Leiter in Personalunion, hat in den vergangenen Monaten ein halbes Dutzend Leute für eine Mitarbeit begeistern können. Doch die anfängliche Motivation ist ersten Zweifeln gewichen: Kuqi stieß in seinen Gesprächen auf eine festgefahrene Infrastruktur, Gewohnheitsdenken, teilweise sogar auf verstörende Gleichgültigkeit.

Neuwahlen im Mai beim BCF

Der 2. Mai könnte ein richtungsweisender Tag sein. Für den Abend ist die Jahresversammlung der Fußballabteilung angesetzt, mit Neuwahlen als zentralem Thema. Gerüchteweise scheint das Führungsduo Helmut Forster und Manfred Fleischer keineswegs gewillt zu sein, das Feld ohne Weiteres zu räumen – und das, obwohl sie den bedauernswerten Zustand des Ballclubs mit zu verantworten haben. Kuqi jedenfalls möchte die beiden Kommunalpolitiker nicht mehr dabei haben: „Sonst wird es mit einem Neuanfang schwer.“ Darüber entscheiden werden aber letztlich die BCF-Mitglieder.

Zu kämpfen hat der 45-Jährige momentan aber mit allerlei Störfeuer. Kuqi verzichtet mit Blick auf weitere Gespräche geflissentlich auf die Nennung von Namen. Er lässt aber durchblicken, dass er bei stadion-relevanten Themen wie die Belegung von Trainings- und Punktspielplätzen oder eine mögliche Rückkehr des DFB-Stützpunkts auf eingefahrene Muster stößt. „Gefühlt verwaltet jeder seinen eigenen Kuchen“, wundert sich der zweifache Familienvater. „Das ist nicht lösungsorientiert.“ Unschöner Nebeneffekt sei die daraus resultierende Außendarstellung des Vereins: „So brauchst du dich nicht wundern, warum so schlecht über den BCF geredet wird.“

BCF ist mit der Platzmiete im Rückstand

Der Wahrheit entspricht allerdings, dass der Klub immer wieder monetäre Verpflichtungen an den Stadionbetreiber über das Zahlungsdatum hinaus verschiebt. „War schon öfter so, soll natürlich nicht sein“, bestätigt Kuqi. Ebenso entspricht den Tatsachen, dass die Farcheter ihre Reserve aus dem Spielbetrieb der A-Klasse 3 genommen haben. Pro aktiv, wie Kuqi betont, denn damit sei man einem neuerlichen Nichtantritt zuvor gekommen. Als Grund nennt der Funktionär personelle Nöte, weil viele Kicker andere Prioritäten gesetzt hätten: Meist blieb von dem 19-köpfigen Kader nicht mal eine ganze Startelf übrig. „Das war in den letzten Wochen leider zuviel“, bedauert Kuqi.

Gespräche mit dem TSV Wolfratshausen über eine Spielgemeinschaft

Ein Grund, warum auch eine Spielgemeinschaft längst kein Tabu mehr ist. „Das wäre absolut sinnvoll“, stellt Kuqi klar. Sondierungsgespräche mit dem TSV Wolfratshausen, der ja ebenfalls im Isar-Loisach-Stadion beheimatet ist, seien bereits geführt worden. Ins Detail wollte der 45-Jährige nicht gehen. Nur soviel: Auf Funktionärsebene gibt es wohl einen breiten Konsens, doch unter den Mitgliedern bestehen immer noch Ressentiments aus früheren Zeiten. Damit muss sich der derzeitige BCF-Coach aber nur befassen, sollte er mit seinen Kumpanen bei den Neuwahlen antreten. „Entweder geht alles komplett vor die Hunde oder man stellt sich komplett neu auf“, nennt er die aus seiner Sicht einzigen Varianten. Bis zur kommenden Woche wird Klarheit herschen: „Dann steht fest, ob wir es machen.“