2025-12-17T10:26:01.779Z

Allgemeines
Der 1. FC Viersen kann sich auf ein Highlight-Spiel im Pokal freuen.
Der 1. FC Viersen kann sich auf ein Highlight-Spiel im Pokal freuen. – Foto: Sascha Köppen

Gegen RWO geht es für Viersen wieder ums Sportliche

Vieles lag in den vergangenen Tagen im Argen beim 1. FC Viersen. Jetzt wird es im Niederrheinpokal ernst. Der dezimierte Kader nimmt langsam wieder Form an. So will man gegen RW Oberhausen antreten. Und das sagt RWO-Trainer Sebastian Gunkel zu seinem Gegner.

Die Spannung am Hohen Busch steigt. Nach doch einigen außergewöhnlichen und für den Verein nervenaufreibenden Tagen geht es für den 1. FC Viersen nun auch endlich wieder sportlich zur Sache. In der ersten Runde des Niederrheinpokals gastiert am Mittwochabend um 19.30 Uhr dann nämlich der Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen im heimischen Stadion.

Wilde Personallage beruhigt sich allmählich

Personell wurde der Kader aufgrund der zurückliegenden Ereignisse stark durcheinandergewirbelt. Prompt kamen in den sozialen Medien Zweifel auf, ob Viersen unter diesem Umständen überhaupt eine Mannschaft gegen Oberhausen aufstellen könne. Doch mittlerweile ist etwas Ruhe in den Verein gekommen. Denn neben einigen Abgängen gibt es auch schon wieder positive Nachrichten zu vermelden, da mittlerweile etliche Gespräche mit potenziellen Neuzugängen laufen. Zudem sind einige Neuverpflichtungen auch bereits da. So konnte man mit Shogo Taniguchi (SpGg Frechen II) und Elias Bellahsen (KFC Uerdingen U19) eine Einigung erzielen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis weitere Spieler hier folgen. „Wir stehen aktuell wieder bei einem Kader von 20 Spielern“, kündigt zudem Trainer Florian Wittkopf an, was auch die Stimmung für das Pokalmatch positiv beeinflussen dürfte.

„Aufgrund der personellen Situation der letzten Tage wussten wir nicht genau was auf uns schlussendlich zukommt. Daher hatten wir schon frühzeitig Kontakt mit der zweiten Mannschaft aufgenommen“, so Wittkopf, der aber ankündigte, schon mit der Ersten anzutreten, die allerdings mit Spielern der zweiten Mannschaft unterstützt werde. „Wir wollten den Jungs das Spiel jetzt nicht wieder wegnehmen, weil die Spieler uns in einer schwierigen Phase ihre Unterstützung zugesagt haben und wir uns bei ihnen dafür auch bedanken. Ich werde dieses Spiel daher auch zusammen mit Carlos Miguel, dem Trainer der Zweiten, zusammen leiten“, fügt Wittkopf an.

Mit Mohamad Ali Hosein und Johovahni Massamba haben sich zudem zwei Spieler aus den eigenen Reihen durch die Vorbereitung fest für die Erste empfohlen, die zuletzt bei der Zweiten dabei waren. Der dritte Spieler im Bunde ist Ivan Jajetic, der gegen Oberhausen aufgrund seines Urlaubes nicht zur Verfügung steht. Wer darüber hinaus für das Spiel am Mittwoch aus der Reserve hoch rückt, entscheiden Wittkopf und Miguel gemeinsam kurzfristig. Das Gerüst der Mannschaft bildet unter anderem das Torhüter-Duo Ilyas El Edghiri und Mykyta Kriukov. Eine wichtige Rolle wird zudem der routinierte Samuelson Forestal einnehmen. Hinzu kommen die jungen Spieler Marvin Struckmann und Ruben Bruß. Insgesamt darf man aber gespannt sein, wie die erste Elf der Viersener aussehen wird.

„Oberhausen hat eine unfassbar gute Qualität. Für uns geht es darum, alles in dieses Spiel hineinzuwerfen. Mein Ziel ist es, das die Zuschauer hinterher sagen, dass die Jungs alles versucht haben. Wer weiß, wie dann so ein Spiel laufen kann. Wir wissen schon, wer der ganz große Favorit ist und dass wir ganz viel kämpfen müssen. Wir spielen auf dem großen Rasenplatz im Stadion und müssen da einfach ganz viel laufen, verschieben und gut gegen den Ball arbeiten. Über gute Umschaltmomente wollen wir dann selber auch zu Chancen kommen“, verrät Wittkopf den Matchplan.

RWO wird "nicht viele Experimente" machen

Für RW Oberhausen gab es zuletzt vor 14.000 Zuschauern im Stadion-Niederrhein eine 0:2-Niederlage im Derby gegen den Tabellenführer MSV Duisburg. Davor siegte die Elf von Trainer Sebastian Gunkel mit 5:0 beim Wuppertaler SV. In den letzten beiden Spielzeiten sicherten sich die Oberhausener jeweils das Finalticket im Niederrheinpokal, mussten sich dort aber jeweils RW Essen geschlagen gaben. Nach einem 0:2 in der Saison 2022/23 folgte in der zurückliegenden Saison eine 0:3-Niederlage. Selber gewann RWO in der Saison 2017/18 den Niederrheinpokal. Gegner im Finale war damals bereits RW Essen, das man mit 2:1 besiegte.

RWO-Cheftrainer Sebastian Gunkel übernahm das Team erst zum Saisonbeginn, musste einen großen Kaderumbruch bewältigen, so wie es in der Regionalliga, in der Verträge oft nur auf ein Jahr angelegt sind, nicht unüblich ist. Zehn Spieler gingen, ebenso viele kamen neu zum Verein. Jetzt also das Duell gegen den zwei Klassen niedriger spielenden 1. FC Viersen. Neues Territorium für Gunkel, der von Holstein Kiel an den Niederrhein wechselte. „Ich arbeite das erste Mal im Westen, habe also nicht so viele Infos zum Gegner. Aber seinen Namen habe ich schon mal gehört und logischerweise beschäftigen wir uns viel mit Viersen. Die Situation dort scheint schwierig zu sein, es gibt einen neuen Trainer und die Mannschaft hat sich verändert“, sagt der Coach.

Es sei also für ihn nicht einfach, Viersen einzuschätzen: „Sie werden vielleicht frei aufspielen und haben nichts zu verlieren“, warnt er. Für RWO zählt aber nur eines: „Wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen, denn der Niederrheinpokal ist ein attraktiver Wettbewerb, auch finanziell. Es geht ja auch um die Quali für den DFB-Pokal“, so Gunkel. Das Spiel jetzt wolle man „seriös“ angehen, durch das Pokalspiel bleibe man im Spielrhythmus. Insbesondere da RWO am kommenden Wochenende durch eine Spielverlegung spielfrei hat. Und nach nur drei Punkten aus drei Pflichtspielen „brauchen wir ein Erfolgserlebnis“, sagt Gunkel. Zur Aufstellung verrät er: „Wir werden nicht viele Experimente machen, definitiv wird der ein oder andere bekannte Spieler aus der Regionalliga spielen.“ Demnach dürften sich die Viersener auf einen Moritz Stoppelkamp freuen.

Aufrufe: 014.8.2024, 09:00 Uhr
RP / Heiko van der Velden, Arnd JanssenAutor