2026-03-05T07:49:35.839Z

Allgemeines

"Gefühlte Niederlage": TSV Landsberg verschenkt Tabellenführung

Jeton Abazi trifft bei seinem Ex-Club - Tor-Premiere für Tadeus Henn

von Thomas Ernstberger · Gestern, 21:38 Uhr · 0 Leser
Gebrauchter Tag für TSV-Kapitän Max Holdenrieder (l.) und seine Landsberger
Gebrauchter Tag für TSV-Kapitän Max Holdenrieder (l.) und seine Landsberger – Foto: Thomas Ernstberger

"Gefühlte Niederlage" für die Lechstädter. TSV-Trainer Chris Rech: "Das war für unsere Ansprüche zu wenig." Held-Abgang ohne Abschied von der Mannschaft.

Landsberg – Das waren zwei verschenkte Punkte! Hinfahren und gewinnen – so lautete die Devise des Bayernligisten TSV Landsberg vor dem Gastspiel bei Kellerkind Türkspor Augsburg. Aber da wurde nichts draus: Es reichte trotz engagierter Leistung nur einem 2:2 – wie schon im Hinspiel (1:1) ein Unentschieden. Die enttäuschten Reaktionen der Spieler nach dem Schlusspfiff zeigten. Das war eine gefühlte Niederlage – nicht nur, weil die Truppe von Cheftrainer Chris Rech mit einem Sieg 1860 München II (2:2 in Schalding-Heining) als Tabellenführer abgelöst hätte. So bleibt der TSV punktgleich mit den „kleinen Löwen“ Zweiter.

Aber das war nach dieser „nicht einfachen Woche“ (Rech) mit jeder Menge Ungewissheit über die Zukunft, die Ex-Abteilungsleiter Nico Held (26) durch seinen plötzlichen Rückzug (den er der Mannschaft nicht einmal persönlich mitteilte) ausgelöst hatte, irgendwie zu erwarten. „Klar, dass Fragen aufgekommen sind. Wir haben am Freitag viele Gespräche geführt“, berichtet Rech. „Und ich habe den Jungs gesagt, dass ich zu 100 Prozent hinter ihnen stehe und auf alle Fälle weitermache.“

Die Trainerfrage wäre damit also zumindest bis zum Saisonende geklärt, ob der Regionalliga-Aufstieg noch einmal ein Thema wird, allerdings nicht. Das ist Sache der neuen Abteilungsleitung, die sich dem Vernehmen nach schon so gut wie fix ist. Rech: „Es wird sich zeigen, was in den nächsten Wochen passiert. Wir können und werden uns nur auf das Sportliche konzentrieren.“ Gute Nachricht dabei: Stürmer Furkan Kircicek hat endlich grünes Licht von den Ärzten bekommen und will im Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen Erlbach erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder das Trikot anziehen.

Zurück zum Spiel am Samstag: Maxi Berwein (30) fehlte wegen Krankheit, die anderen Jungs versuchten, die Vorkommnisse der Woche abzuschütteln und waren zwar über weite Strecken die dominierende Mannschaft, die allerdings ihre Chancen nicht nutzen konnte. Die größte vergab Jeton Abazi kurz vor dem Halbzeitpfiff, als er freistehend an Torwart Erdem Yilmaz scheiterte. In der 52. Minute klappte es dann besser: Abazi traf gegen seinen Ex-Club eiskalt und brachte den TSV mit seinem achten Saisontor in Führung. Aus dem Nichts der Ausgleich durch Meriton Vrenezi, der im Sommer 2024 in Landsberg vorgespielt hatte (70.).

Dann wieder eine Erfolgs-Kombi von zwei Einwechselspielern: Fares Ibrahim auf Tadeus Henn und der Ex-Murnauer macht wunderschön sein erstes Bayernliga-Tor für die Lechstädter (77.). Schade, dass die Gäste (mit dem eingewechselten Verteidiger Benny Auburger im Sturm) diese Führung vor gerade mal 80 Zuschauern auf der stark in die Jahre gekommenen Bezirkssportanlage in Haunstetten nicht nach Hause schaukeln konnten: Zuordnungsprobleme in der Abwehr bei einem Freistoß in der 87. Minute und Mert Akkurt köpft zum 2:2-Endstand ein.

„Wir haben zwei billige Gegentore kassiert, beim zweiten haben wir uns gegenseitig auf der Linie behindert“, so Rech, der seiner allerdings „Kampf und Leidenschaft“ attestierte. Sein Resümee: „Das war kein hochansehnliches Fußballspiel, das hat der Platz nicht zugelassen. Und der Punkt war letztlich für unsere Ansprüche zu wenig.“

Jetzt folgen drei Heimspiele am Stück: Am Freitag (noch immer ohne neues Flutlicht) gegen Erlbach, am Mittwoch (18.30 Uhr) die Nachholpartie gegen Pipinsried und nach einem spielfreien Wochenende kommt dann am Samstag, 28. März, der SV Kirchanschöring nach Landsberg.