
Der BSV Schwarz-Weiß Rehden hat beim SV Wilhelmshaven einen eindrucksvollen 4:1-Auswärtssieg gefeiert und damit ein deutliches Ausrufezeichen in der Oberliga Niedersachsen gesetzt. Nach einer torlosen ersten Halbzeit nutzte das Team von Kristian Arambasic seine Chancen im zweiten Durchgang konsequent und entschied die Partie mit schnellen Umschaltmomenten und hoher Effizienz.
Rehden ging mit einer klaren taktischen Idee in die Partie. „Es war ein schöner Freitagabend für uns, für den BSV Rehden und auch für unsere mitgereisten Fans“, sagte Kristian Arambasic nach dem Spiel. „Bei einem sehr starken Gegner holen wir drei Punkte und versüßen uns damit das lange Wochenende.“
Der Plan sah vor, dem Gegner zunächst den Ball zu überlassen. „Unsere Idee war, dass Wilhelmshaven kommen muss, weil sie oben dranbleiben wollen. Deshalb haben wir uns zu Beginn defensiver aufgestellt und wollten später offensiv mit zwei Qualitätsspielern zum Beispiel Elias Beck oder Luis Monteiro nachschieben. Der Plan ist hervorragend aufgegangen, wenn es noch 0:0 steht.“
Die erste Halbzeit verlief entsprechend: Wilhelmshaven hatte mehr Ballbesitz, kam jedoch kaum zu klaren Möglichkeiten. Kurz vor der Pause hätte der BSV sogar in Führung gehen können, doch Noah Wallenßus scheiterte am Torwart, und der Nachschuss von Niklas Bär ging knapp über die Latte. „Das hätte die Führung sein können, wenn wir da eiskalt sind“, so Arambasic.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Rehden seine Stärke im Umschaltspiel. In der 52. Minute eröffnete Nikita Marusenko mit einem präzisen Pass auf Bo-Börge Drath. Dessen Flanke fand Wallenßus im Zentrum, der zunächst am Torwart scheiterte – doch Niklas Bär reagierte am schnellsten und traf zum 1:0.
Nur zehn Minuten später folgte ein echtes Traumtor. Nach einem Einwurf von Drath leitete Wallenßus auf Bär weiter, der kurz auf André N’Diaye ablegte. Der Mittelfeldspieler zog aus rund 25 Metern ab und traf unhaltbar in den Winkel zum 2:0.
„André hat einfach den Schuhspanner rausgeholt und das Ding perfekt in den Knick gehauen“, kommentierte Arambasic.
Der SV Wilhelmshaven reagierte und brachte mit Tim Rister einen frischen Stürmer. Der Angreifer verkürzte nach einer Flanke auf 1:2 (73.). In dieser Phase erhöhte Wilhelmshaven den Druck. „In dieser Drangphase des SV Wilhelmshaven hatten wir auch etwas Glück. Ein Kopfball aus kurzer Distanz verfehlte nur knapp unser Tor – Oberliga-Spiele sind eng und gehen über 96 Minuten und ist bis zum Schluss offen. Aber wir konnten dies für uns entscheiden“, sagte Arambasic.
Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss. In der 89. Minute leitete ein schnelles Zusammenspiel zwischen Elias Beck und Nikita Marusenko einen Konter ein. Luis-Felipe Monteiro setzte sich auf der rechten Seite stark durch, brachte den Ball von der Grundlinie zurück in den Strafraum, wo Noah Wallenßus zum 3:1 einschob.
Den Schlusspunkt setzte der BSV in der Nachspielzeit. Beytullah Özer dribbelte vom rechten Flügel ins Zentrum, ließ mehrere Gegenspieler stehen und spielte den perfekten Steckpass auf Elias Beck, der zum 4:1-Endstand traf.
„Das hat mich besonders für Beytullah gefreut“, sagte Arambasic. „Er zieht ins Zentrum und spielt den perfekten Ball.“
Trotz des deutlichen Ergebnisses blieb der Rehdener Trainer realistisch. „Vom Ergebnis her ist es vielleicht ein Tor zu hoch. Ein 2:1 hätten wir auch gerne mitgenommen. Aber die Jungs waren nach diesem intensiven Spiel auf tiefem Geläuf komplett platt. Sie haben alles reingeworfen und sich für ihren Aufwand belohnt.“
Nach dem starken Auswärtssieg richtet sich der Blick bereits auf die nächste Aufgabe. Am kommenden Spieltag wartet mit dem SV Atlas Delmenhorst ein weiteres Spitzenspiel.
„Jetzt genießen wir das Wochenende, und ab Montag richten wir den Fokus auf Atlas“, so Arambasic. „Sie spielen um den Aufstieg und bringen viele Fans mit – wir können frei aufspielen und hoffen natürlich auf viele Zuschauer bei uns.“
SV Wilhelmshaven – BSV Rehden 1:4
SV Wilhelmshaven: Ajdin Herovic, Jan Roschlaub, Valeriu Gaiu (57. Yesua Motango), Ivan Jozic (69. Tim Rister), Rhys-Bernad Chiawah Pufong, Conor-Jonathan Gnerlich (84. Max Wichmann), Marcel Gottschling, Stephan Brehmer, Loth Benny Boungou, Leonid Mina, Samuel Stainbank (64. Maurice Bank) - Trainer: Frank Löning
BSV Rehden: Daniel Banfalvi, Eric Anozie, Henri Malik Euwi (92. Oleksii Mazur), Julian Wolff, Bo-Börge Drath (75. Luis-Felipe Monteiro), Nikita Marusenko, Beytullah Özer, Niklas Bär (86. Leon Arizanov), André Nicolas N'Diaye, Noah Wallenßus, Javier Alejandro Jimenez Paris (85. Elias Beck) - Trainer: Kristian Arambasic
Schiedsrichter: Alexander Jahn - Zuschauer: 370
Tore: 0:1 Niklas Bär (52.), 0:2 André Nicolas N'Diaye (62.), 1:2 Tim Rister (73.), 1:3 Noah Wallenßus (89.), 1:4 Elias Beck (90.+7)