
Die U21 der Grasshoppers wird am Samstag nicht zum Erstliga-Spiel gegen den FC Courtételle antreten – mit Folgen weit über die 1. Liga hinaus. Während Courtételle kampflos wichtige Punkte im Rennen um die Aufstiegsspiele erhält, kann GC gleichzeitig seine Kräfte für die Barrage gegen den FC Aarau schonen.
Wie die Verantwortlichen des Zürcher Vereins der Ersten Liga mitteilten, verzichtet der souveräne Leader der Gruppe 2 auf die Austragung der Partie des 28. Spieltags.
Die U21 von GC tritt heute nicht zum 1.-Liga-Spitzenspiel in Courtételle an und gibt Forfait. Begründung gemäss «Quotidien jurassien»: «zu wenige Spieler».https://t.co/XF2A9HWiLt
Der Hintergrund des ungewöhnlichen Entscheids liegt in der angespannten sportlichen Situation der ersten Mannschaft vom GC. Das Super-League-Team muss als Tabellenzweitletzter in die Barrage gegen den Zweiten der Challenge League antreten, den FC Aarau. Das Hinspiel findet bereits am kommenden Montag statt.
Ursprünglich hätte die Barrage-Partie erst am Mittwoch stattfinden sollen. Aufgrund der Belegung des Letzigrunds – dem Heimstadion der Grasshoppers – wurden die Begegnungen jedoch vorgezogen.
Dadurch entsteht eine zusätzliche sportliche Brisanz: GC dürfte im letzten Super-League-Spiel gegen Lausanne mit Kehraus-Charakter die Stammkräfte schonen, um sich optimal auf das Barrage-Hinspiel vorzubereiten. Kritiker sehen darin eine indirekte Benachteiligung des FC Aarau (er war am Freitagabend noch im Einsatz), da die Zürcher mit mehr Regenerationszeit in die entscheidenden Duelle gehen können.
Gleichzeitig fehlen der U21 dadurch zahlreiche Stammkräfte für die Partie in Courtételle. Auf Spieler aus der U19 wollten die Verantwortlichen womöglich verzichten, da diese gleichzeitig im Meisterschafts-Viertelfinal-Rückspiel im Einsatz stehen.
Der Entscheid dürfte insbesondere in der 1. Liga für Diskussionen sorgen. Courtételle zählt als Tabellendritter selbst zu den Kandidaten für die Aufstiegsspiele zur Promotion League und kommt durch den Nichtantritt der Zürcher zu einem kampflosen Sieg. Kritiker sprechen deshalb von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung – gleich auf mehreren Ebenen.