
Gau-Odernheim. Endlich wieder daheim! Nach zwei Gastheimspielen in Alzey empfängt der TSV Gau-Odernheim am Ostersonntag (15 Uhr) Oberliga-Tabellennachbar Rot-Weiß Koblenz. „Für uns ist das sehr wichtig“, blickt Trainer Florian Diel auf die Rückkehr auf den Rasenplatz am Petersberg, mit „echtem Heimspielcharakter“ und der besonderen Atmosphäre mit den Zuschauern direkt am Spielfeldrand.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.
Vom Zuschauer zum Hauptdarsteller wurde David Hofmann. Der 23-Jährige feierte beim 0:0 bei Wormatia Worms sein Oberliga-Debüt – nach langer, zweifach verlängerter Wartezeit. Nach Diels Amtsantritt im Sommer 2024 direkt Stammspieler, machte nach dem Pokalspiel gegen Wormatia (2:1 n.V.) das Schambein Probleme. Richtung Saisonfinale arbeitete sich der Abwehrspieler über die zweite Mannschaft wieder heran – und musste beim Startelf-Comeback am letzten Verbandsliga-Spieltag nach acht Minuten vom Feld.
Sehnen- und Bündelriss im Oberschenkel lautete, direkt neben besagtem Schambein, die Diagnose, und die Reha ging von vorn los. Im Herbst war Hofmann dann Stammspieler in der zweiten Mannschaft, die Vorbereitung konnte er weitgehend ungehindert durchziehen. Dann setzte Diel ihn auf die Bank. „Du merkst, du kommst gerade gar nicht rein. Das ist schwierig“, blickt Hofmann zurück. „Aber ich habe immer Vertrauen in mich gehabt, und der Trainer hat mich regelmäßig abgeholt und gesagt, wo ich stehe. Er ist ein komplett ehrlicher Mensch, ich kann damit umgehen.“
Bei der Besprechung vor dem Spiel in Worms war Hofmann baff. Auf einmal stand er in der Startelf. So schloss sich der Kreis, das Comeback über die volle Distanz war nach auf den Tag genau 19 Monaten wieder gegen Wormatia. „Ich habe mich riesig gefreut“, erzählt der Abwehrspieler, „es war ein geiles Spiel, in dem Stadion vor so vielen Zuschauern. Mit jeder Aktion habe ich gemerkt, ich bin gut drauf. Aber die Mannschaft hat es mir auch einfach gemacht.“
Diel lobt Hofmann für seine Geduld: „Er war immer wieder kurz davor, zu spielen. Manchmal sprachen auch taktische Gründe dagegen. Sein Satz ‚Tut weh gerade, aber ich warte weiter auf meine Chance‘ hat mir imponiert. Er hat ein bombastisches Spiel abgeliefert.“ Mit regelmäßigen Kräftigungsübungen hält Hofmann seinen Rumpfbereich in Schuss, um für weitere Einsätze fit zu sein. „Ich fühle mich jetzt deutlich stabiler“, sagt er.
Als B-Jugendlicher kam Hofmann aus Gerbach im Donnersbergkreis zum TSV. Noch ist unklar, wie es kommende Saison weitergeht. Erst einmal wollen beide Seiten schauen, wie es sich entwickelt – und ob sich für den Polizisten die Anfahrt aus Wiesbaden sportlich noch lohnt. Gut möglich, dass Hofmanns Spielanteile nun deutlich ansteigen. Nach Konstantin Breiden (Faserriss) und Schienenspieler Jannis Maurer (Bänderriss) hat sich auch Kapitän Jakob Friedrich verletzt. Ein Riss des Syndesmosebandes wird befürchtet, ein MRT-Befund soll Klarheit bringen. Es wäre nach dem Sommer-Abgang von Belel Meslem zu Wormatia Worms die nächste Hiobsbotschaft.
„Kein Gegner ist leicht“, blickt Hofmann voraus, „wir tun gut daran, unsere defensive Stabilität und Geschlossenheit beizubehalten. Vorne bekommen wir unsere Chancen. Auf unseren Rasen und unsere heimische Kulisse freuen wir uns alle. Da können wir einfach mehr Energie entfachen, und wir haben die überragenden Erinnerungen aus der letzten Saison.“