2026-03-25T14:09:28.761Z

Ligabericht

Gau-Odernheimer Punkt bei Wormatia ist fast zu wenig

0:0 mit den besseren Chancen beim Aufsteiger +++ TSV-Trainer Diel: "Überragende Defensive" +++ VfR-Coach Ddaou: Zumindest zu Null

von Torben Schröder · Heute, 17:30 Uhr · 0 Leser
Joker Christopher Hahn (oben) machte gegen Wormatia viel Betrieb.
Joker Christopher Hahn (oben) machte gegen Wormatia viel Betrieb. – Foto: Axel Schmitz (Archiv)

Punktgewinn bei Wormatia Worms? Es war, blickt man auf die klaren Torchancen, für den TSV Gau-Odenheimer sogar ein hergegebener Sieg, dieses 0:0 vor 657 Zuschauern in der EWR-Arena. Denn die beiden Hundertprozentigen in diesem chancenarmen Südrheinhessen-Duell hatte der Aufsteiger vom Petersberg.

Erst hatte Philip Kohlstadt plötzlich das freie Tor vor sich. Christopher Hahn, der belebende Gau-Odernheimer Joker, flankte, Zwölf-Tore-Stürmer Belel Meslem und VfR-Keeper John Dos Santos verpassten die Kugel, Kohlstadt spitzelte sie in Bedrängnis neben die Hütte (56.). Auch als Hahn auf Hannes Zundel durchsteckte, schien die Führung fast schon sicher. Doch Dos Santos gewann das direkte Duell mit dem Gau-Odernheimer Dauerläufer (82.).

„Der Matchplan von Gau-Odernheim, mit zehn Mann zu verteidigen, absolut nichts zuzulassen und vorne auf Nadelstiche zu hoffen, ist zu 100 Prozent aufgegangen“, sagt Wormatia-Trainer Anouar Ddaou, „wenn sie einen machen, verlieren wir das Spiel. Wir hatten extrem viel Ballbesitz, auch viele Ideen, aber keinen richtigen Durchbruch. Es war kein schönes Spiel, nicht das, was wir uns vorgestellt hatten.“

David Hofmanns Oberliga-Debüt

TSV-Trainer Florian Diel sieht das Positive: „Mich freut es, dass wir unsere defensive Stabilität wiedergewonnen haben. Das war über 90 Minuten überragend gegen den Ball.“ Die starken Außen wurden gedoppelt, und als VfR-Trainer die Spielanlage änderte, hielt der TSV ebenfalls Stand. „Wir hatten defensiv auf alles eine Antwort. Und den einen, kleinen Fehler, der wie in Koblenz reichen kann, hatten wir heute nicht.“

Sein Oberliga-Debüt nach langer Verletzungspause feierte der Gau-Odernheimer David Hofmann.
Sein Oberliga-Debüt nach langer Verletzungspause feierte der Gau-Odernheimer David Hofmann. – Foto: Sebastian Bohr (Archiv)

Und das in einer Dreierkette mit Saison-Debütant David Hofmann und ab Halbzeit zwei dem mit kaum mehr Spielpraxis gesegneten Urfan Nassery um Teenager Felix Schrod herum. „Leider hat uns das letzte Fünkchen Spielglück gefehlt“, sagt Diel. „Aber es ist hier definitiv ein gewonnener Punkt und als TSV Gau-Odernheim mit unseren Mitteln einfach herausragend.“

Bangen um Kapitän Friedrich

In Durchgang eins war, bei drückenden Wormser Ballbesitzanteilen, rein gar nichts los vor den Toren. Der TSV stand im tiefen Block und wollte mit drei breit gezogenen Offensiven auf Konter lauern, ließ hinten nichts zu und gewann vorne kaum einen Zweikampf. Wormatia blieb ebenfalls gänzlich ohne Torschuss, zwei, drei Ecken brachten Andeutungen von Gefahr, und Noah Maiers Lauf durchs Zentrum beendete Schrod mit dem langen Bein (44.).

Auch die Auswechslung von TSV-Kapitän Jakob Friedrich wegen einer Wadenverletzung änderte nichts an der Stabilität des Bollwerks. Wormatia, mit Lukas Sundins Blitz-Comeback nach Kreuzbandanriss-Fehldiagnose, fand auf regennassem Untergrund keine Wege hindurch. Noah Juricinec, Sechser der Gäste, hatte aus dem Rückraum den ersten Torschuss, den Dos Santos – anstelle von Tobias Edinger, der wegen einer Knochenabsplitterung an der Hand fürs Erste eine Schiene trägt – zur Ecke lenkte (47.).

"Platz in keinem guten Zustand"

Noch länger musste TSV-Torwart Daniel Diel auf seine erste Parade warten – wobei Mert Özkayas 35-Meter-Freistoß (62.) genauso wenig eine Herausforderung war wie der Schlenzer des Wormser Spielmachers (90.+3). Noch mal Juricinec aus dem Rückraum (63.), Zundel aus 15 Metern (75.) und Gradi Nkunga, dessen Querpass den freien Mann vor dem Tor nicht fand (79.), hatten ihren Anteil, dass sich ein Gäste-Sieg verdient angefühlt hätte.

„Wir hatten schon eine Struktur, die passt“, sagt Ddaou. Doch mangels Tempo und Genauigkeit klappte es nicht, den Defensivblock der Gäste aufzubrechen. Auf entsprechende Nachfrage sagt Ddaou auch: „Der Platz ist immer noch in keinem guten Zustand. Da ist es für das Team schwerer, das mit dem Ball etwas machen will. Wir hätten trotzdem besser und schneller spielen sollen, mit mehr Kreativität im letzten Drittel. Aber das erste Zu-Null seit langem tut der Hintermannschaft gut.“

Erstes Zu-Null seit einem halben Jahr

Zum dritten Mal im vierten Spiel dieses Jahres stand bei den Gau-Odernheimer, die nun die schwächste Offensive der Liga stellen, vorne die Null – und beim VfR erstmals seit dem 1. Oktober hinten. Es bleibt bei nur einem Sieg aus den letzten zwölf Wormser Oberligaspielen. Und wie schon beim 2:2 in der Hinrunde einem weiteren, wichtigen Punkt für den Gau-Odernheimer Ligaverbleib.

Wormatia Worms: Dos Santos – Ralda (83. Gotthardt), Makanda, Graf, Obas (46. Baderschneider) – Siontis (75. Sayed) – Sundin, M. Özkaya – Jäger, Meyer (65. Schehl), Maier (75. Moore).

TSV Gau-Odernheim: Diel – Hofmann, Friedrich (46. Nassery), Schrod – Dogan, Juricinec, Dietrich (77. Maier), Zundel – Kohlstadt (58. Nkunga), Meslem (89. Dimitrijevic), Gümüs (46. Hahn).