2026-03-13T07:45:35.464Z

Spielvorbericht

Gau-Odernheim will die Revanche

Für die Oberliga-Fußballer geht es am Sonntag um mehr als nur drei Punkte +++ Die Elf um Florian Diel will sich gegen Schlusslicht FV Eppelborn für die Hinspielniederlage revanchieren

von Torben Schröder · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Nochmals müssen die Oberliga-Fußballer vom TSV Gau-Odernheim im Alzeyer Wartbergstadion ran. So wie bei der Niederlage gegen Eisbachtal vor knapp zwei Wochen. 	Archivfoto: Mirco Metzler / pakalski-press
Nochmals müssen die Oberliga-Fußballer vom TSV Gau-Odernheim im Alzeyer Wartbergstadion ran. So wie bei der Niederlage gegen Eisbachtal vor knapp zwei Wochen. Archivfoto: Mirco Metzler / pakalski-press

Gau-Odernheim. Die „High Noon“-Metapher passt nicht ganz, dafür ist die tabellarische Situation nicht ansatzweise dramatisch genug. Doch wenn an diesem Sonntag, um zwölf Uhr mittags, am Alzeyer Wartberg Oberliga-Aufsteiger TSV Gau-Odernheim auf Schlusslicht FV Eppelborn trifft, dann geht es um mehr als nur eine Revanche für die 1:3-Niederlage in der Hinrunde.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

„Auf Rang sieben beginnt der Abstiegskampf“, sagt TSV-Trainer Florian Diel. Sieben Punkte trennen RW Koblenz, dort punktgleich mit Gau-Odernheim beheimatet, nur vom drittletzten Rang und damit der Abstiegszone. Deren Größe ist recht gut absehbar. Der TSV Schott Mainz wird, außer es geschieht ein Wunder, aus der Regionalliga kommen. Somit werden drei oder vier Teams, je nachdem, ob der Oberliga-Zweite sich in den Aufstiegsspielen durchsetzt, den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten müssen.

Polster zur Abstiegszone vergrößern

Macht sieben Punkte Vorsprung auf die Gefahrenzone für die Petersberg-Elf. Und die können, wie Diel mahnt, in einer derart ausgeglichenen Liga schnell weg sein. Nach zwei Niederlagen am Stück, erst mit schwacher Leistung gegen Eisbachtal (0:3), dann trotz stabiler Performance bei der TuS Koblenz (0:1), sollten tunlichst nicht zu einer Serie werden. Das Gute: Sechs Gegner aus der von Diel definierten XXL-Abstiegszone kommen noch an den Petersberg, wo vom Spiel gegen RW Koblenz an (5. April) wieder auf Rasen gespielt werden soll. Man hat also alles in der eigenen Hand, und das in noch immer komfortabler Situation.

Am Mittwoch schlug der Gau-Odernheimer Tross erneut am Wartberg auf, um auf der runderneuerten Sportanlage zu trainieren. Tags zuvor zwängten sich Diel und 27 Spieler auf einen halben kleinen Heimat-Kunstrasen. Aktuell spielen zwei A-Junioren vor, den ein oder anderen Probespieler erwartet Diel zudem in naher Zukunft. Viel größer sollte die Gruppe aber nicht werden, um geordnet zu trainieren. Gegen Eppelborn könnten Philip Kohlstadt und Jonathan Maier zurückkehren. Leart Rexhepi ist gelb-rot-gesperrt. Konstantin Breiden zog sich beim Foul, das in Koblenz zur Roten Karte führte, zugleich einen Faserriss zu und ist so gleich doppelt außen vor.

Neuer Defensivspieler vom VfB Bodenheim

Der Kader für die neue Saison füllt sich unterdessen weiter. Gradi Nkunga und Aki Dimitrijevic sind die Bestandsspieler Nummer 16 und 17, die verlängert haben. Hinzu kommt Nils Schäfer. Der 22-Jährige kommt von Verbandsligist VfB Bodenheim. Nicht zuletzt bei den beiden Remis in den direkten Duellen der vorigen Saison fiel der um die 1,70 Meter kleine, dynamische und arbeitsame Defensiv-Allrounder dem TSV-Trainer positiv auf. „Er ist ein Unter-dem-Radar-Spieler und enorm wichtig in Bodenheim“, sagt Diel, „menschlich passt er super bei uns rein und wird uns einfach besser machen.“

Zweikampfstärke, Durchsetzungswille und Klarheit mit dem Ball am Fuß zeichnen den Sohn von 1817-Mainz-Urgestein Frank Schäfer aus. Jugend-Stationen bei Schott Mainz sowie für je ein Jahr beim 1. FC Kaiserslautern und SVW Wiesbaden sprechen für eine gute Ausbildung. Defensives Mittelfeld oder Dreierkette wären die gewohnten Positionen, wobei Schäfer zuletzt auch auf der Schiene ausgeholfen hat – und bei einem Intermezzo bei 1817, wenn auch in der B-Klasse, mit 23 Saisontoren bewies, dass er weiß, wo das Tor steht.

Das 1:3 in Eppelborn, mit zwei abgefälschten Distanzschüssen und einem Last-Minute-Konter, wurmte die Gau-Odernheimer seinerzeit gewaltig. Schon damals deutete sich an, dass das Thema Offensiv-Punch eine Problemquelle werden könnte. Am Sonntag treffen die beiden schwächsten Angriffsreihen aufeinander, wobei die Gau-Odenheimer hinter den Top-Drei zugleich die beste Abwehr stellen – anders als die Saarländer, die die Schießbude der Liga bilden. Also doch, irgendwie, High Noon?

„Es gilt, eine Topleistung abzurufen“, mahnt Diel, „mit dem neuen Trainer wirkt Eppelborn sehr konkurrenzfähig. Sie haben Mentalität, hauen dazwischen und wollen auch kicken.“ Zudem wird es Revanchegelüste geben, denn das ausufernde Zeitspiel der Saarländer stieß dem 36-Jährigen seinerzeit ziemlich sauer auf. Zuweilen ist der TSV-Trainer auch Zahlenmensch. Gelingt am Sonntag ein Dreier, wäre die Punktebilanz zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde überboten. Und die lief ja nahe am Optimum für die Gau-Odernheimer Oberliga-Debütanten.