
Die starke Hinrunde wird von Woche zu Woche wertvoller für den TSV Gau-Odernheim. Fünf Spiele ohne Sieg, vier davon ohne eigenen Treffer – obwohl der Oberliga-Aufsteiger nach der Winterpause nicht wirklich aus den Startlöchern gekommen ist, sieht die Tabelle ob des zuvor erarbeiteten Puffers immer noch gut aus. Doch die Gefahrenzone kommt nach dem 0:1 (0:0) gegen Rot-Weiß Koblenz immer näher.
Zwei Momente gab es, in denen die Gau-Odernheimer das Spiel auf ihre Seite hätten ziehen können. Ganz früh in der ersten Halbzeit war Luis Breitenbruch nach Christopher Hahns geblocktem Schuss frei vor Keeper Marcel Behr, scheiterte aber (5.). Und in der Nachspielzeit kam der Ball nach Leander Schmidts weitem Schlag auf Umwegen zu Belel Meslem, der schon am Torwart vorbei war, doch sein Schuss wurde von der Linie gekratzt (45.+2).
Nimmt man Breitenbruchs freien Schuss aus dem Rückraum hinzu (37.), der über den Fangzaun flog, dann waren alle drei Toraktionen beim TSV. „Ich fand uns in der ersten Halbzeit gut“, sagt Trainer Florian Diel, „wir haben sehr, sehr gut verteidigt und hatten unsere Chancen.“ Der TSV stand wie gewohnt im Block, verkomplizierte durch genau einstudiertes Anlaufen den gegnerischen Aufbau – und lauerte. So trug das Geschehen Züge einer Runde Rasenschach.
Kaum Chancen nach dem Rückstand
Das änderte sich, als die Gäste nach dem Seitenwechsel am Regler drehten. Das 0:1 war ihrerseits der dritte Abschluss und die erste richtig zwingende Chance. Steckpass auf Phil Thieltges, der der Abwehr weglief und flach ins lange Eck traf (56.). Die Gau-Odernheimer stemmten sich mit Meslems Fallrückzieher, der vorbei flog (60.), und Felix Schrods etwas zu hoch angesetztem Rückraum-Volley (78.) gegen den Rückstand.
Doch eine Vielzahl ungewohnt ziellos geschlagener, weiter Bälle ließ kaum nachhaltigen Druck entstehen, und zweikampfstark waren die Koblenzer. Saubere Ballpassagen waren auf dem zwar saftig grünen, aber auch reichlich hoppeligen Rasen am Petersberg kaum möglich. „Wir hatten uns für die zweite Halbzeit sehr viel vorgenommen, wollten das letzte Fünkchen entfachen“, sagt Diel. „Der Gegner macht dann mit seiner ersten klaren Chance direkt das Tor. Das ist das, was uns fehlt. Gefühlt waren sie immer einen Ticken schneller mit den Beinen und dem Kopf.“
Starke Abwehr, schwacher Angriff
Außer gegen Schlusslicht Eppelborn (2:2) gelangen dieses Jahr noch keine Tore. Die Gau-Odernheimer heimsen immer wieder Lob dafür ein, wie stark sie verteidigen. Die drittbeste Gegentor-Bilanz der Liga belegt dies. Die geringste Torausbeute ist das Problem. „Wir wollten das Spiel am Ende wild machen, aber die Kraft und vielleicht auch der Glaube haben gefehlt“, resümiert Diel.
Nun geht es zum Spitzenduo FCK II und Pirmasens, in der Englischen Woche mit dem Heimspiel gegen Cosmos Koblenz (15. April) dazwischen. Noch unklar ist die Diagnose bei Kapitän Jakob Friedrich. Kenan Dogan musste früh mit Kniebeschwerden vom Feld. Dass insgesamt sechs Heim- und nur drei Auswärtsspiele ausstehen, gibt Hoffnung – verbunden mit dem Polster. Vier Zähler sind es noch bis in die Abstiegszone. Und seine Ergebniskrise hat der TSV dann, so die Hoffnung, hinter sich.
TSV Gau-Odernheim: Schmidt – Hofmann (74. Gümüs), Schrod, Nassery – Dogan (7. Meininger), Juricinec (63. Maier), Dietrich, Zundel – Breitenbruch (63. Nkunga) – Hahn (74. Kohlstadt), Meslem.