
Gau-Odernheim. Es geht wieder los. Drei Monate nach dem bislang letzten Punktspiel in der Oberliga empfängt der TSV Gau-Odernheim am Sonntag (15 Uhr) im Alzeyer Wartbergstadion die Sportfreunde Eisbachtal.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.
Die letzten vier Spiele vor der Winterpause hat der TSV nicht verloren. Rang sieben, zehn Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone – die Vorzeichen sind glänzend. Und der Spielplan bietet viele Chancen. Nur noch fünf Auswärtsspiele, dafür aber neun Partien daheim stehen noch aus – darunter vier am Stück am Saisonende. Eine Folge des Heimrecht-Tauschs mit Blick auf die Witterung, die die Nutzung des Naturrasens am Petersberg einschränkt.
Eben darum ist der Heim-Auftakt auch ein relativer. „Es ist unschön, seine Heimspiele nicht zu Hause bestreiten zu dürfen“, sagt Trainer Florian Diel, „ich bin der Stadt Alzey aber sehr dankbar und froh, dass wir im Kreis Alzey bleiben können.“ Am Mittwoch war zumindest eine verkürzte Einheit am Wartberg möglich, um sich einzugrooven. Auch 14 Tage später, dann schon mittags um 12 Uhr, gegen Schlusslicht Eppelborn geht es nach Alzey.
Belel Meslem kann dann zu Fuß zum Spiel kommen. „Das wird ein cooler Moment“, sagt der Zehn-Tore-Mann, der einst bei RWO Alzey die Kapitänsbinde trug. „Dort hatte ich eine schöne Zeit, natürlich noch auf anderem Belag.“ Wenn Meslem an der runderneuerten Sportanlage vorbeikommt, „sieht es jedes Mal ungewohnt aus. Aber es wird ein geiles Erlebnis.“ Der Stürmer freut sich auf bekannte Gesichter: „Ich denke, dass das Spiel den ein oder anderen alteingesessenen Alzeyer interessieren wird. Es ist ja nicht ganz typisch, dass dort Oberliga gespielt wird.“
Mehr aktive Spielkontrolle wollte Diel seiner Mannschaft in der Vorbereitung vermitteln. Man darf, sagt der Chefcoach, keine Wunderdinge erwarten. „Aber wir haben einen kleinen Schritt nach vorne gemacht.“ Defensiv-Allrounder Noah Juricinec sieht es ähnlich: „Wir haben uns in der Vorbereitung von Woche zu Woche gesteigert.“ Dass es bei Diel dabei äußerst intensiv zugeht, wissen seine Spieler. Da freut man sich nicht nur wegen der, laut Juricinec, „im Vergleich zum Sommer viel zu langen“ Winterpause darauf, dass der Spielbetrieb wieder losgeht. „Und 90 Minuten rennen zu können, ist ein sehr gutes Gefühl.“
Bis zur intensiven 0:2-Generalprobe bei Ligakonkurrent SV Gonsenheim (Diel: „Ein sehr schmeichelhaftes Ergebnis für sie“) blieb der TSV auch in der Vorbereitung unbesiegt, wobei nur wenige Resultate so richtig überzeugten. „Das macht mir gar keine Sorgen“, betont Juricinec, „wir haben in verschiedenen Spielen auf verschiedene Inhalte Wert gelegt. Die Fortschritte habe ich absolut wahrgenommen. Wir spielen jetzt nicht den krassen Barcelona-Fußball, aber man sieht auf dem Feld, was Flo mit uns trainiert hat. Diese Entwicklung soll weitergehen.“
Und zwar auch über die Saison hinaus mit dem Chefcoach. „Das ist eine große Motivation für die Mannschaft und gibt uns einen Schub“, sagt Meslem. „Er ist der Kopf der Truppe, treibt uns bei jedem Spiel an, bringt uns zu Höchstleistungen“, sagt Juricinec, „er hat einen sehr großen Anteil an unserem Erfolg.“ Nun erwartet sich der Leistungsträger auch einen Schub an weiteren Vertragsverlängerungen bei den Spielern. Rund 20 Kaderplätze sollen, wie Diel ankündigt, aktuelle Spieler bekommen. Mehr als drei Viertel davon dürften bis zum Anstoß am Sonntag feststehen.
Trotz der guten Vorzeichen – ein Selbstläufer wird der Ligaverbleib nicht. Nacheinander geht es im Oberwerth zur TuS Koblenz, in die Wormser EWR-Arena, neben das legendäre Betzenberg-Stadion zum FCK II und, erstmals bei der ersten Mannschaft, auf die Pirmasenser Husterhöhe. Lauter Punktspiel-Premieren für die Petersberg-Elf. „Und nach der Hinrunde werden uns mehr Vereine auf dem Schirm haben“, warnt Juricinec.
Das Thema Durchschlagskraft im vorderen Drittel kristallisierte sich als Problemquelle heraus. Und hinten stand, alle Rotation in den Testspielen in Rechnung gestellt, kaum einmal die Null. Zwischenzeitlich häuften sich die muskulären Beschwerden. Vielleicht, sagt Diel, habe er seinen Spielern gerade an den Doppelspiel-Wochenenden etwas zu viel zugemutet. Doch zum Auftakt sind bis auf Philip Kohlstadt (Zerrung oder Faserriss) und Ben Völker (Zehenproblemen) wohl alle Mann startklar. Und vielleicht, so hofft Diel zumindest, kam die erste Niederlage seit Mitte November ja zwecks Schärfung der Sinne gerade recht.