2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Der dynamische Christopher Hahn setzte nach seiner Einwechslung Akzente, krönte dies allerdings nicht mit einem Torerfolg.
Der dynamische Christopher Hahn setzte nach seiner Einwechslung Akzente, krönte dies allerdings nicht mit einem Torerfolg. – Foto: Michael Wolff (Archiv)

Gau-Odernheim: Mit den eigenen Mitteln geschlagen

TSV beißt sich am FV Engers die Zähne aus +++ Samstag geht es zu den Sportfreunden Eisbachtal

Gau-Odernheim. Rang eins war drin. Stattdessen setzte es die erste Niederlage in der Oberliga-Geschichte des TSV Gau-Odernheim. 0:2 (0:2) gegen den FV Engers vor knapp 400 Zuschauern, das ist mit Blick auf die Qualität der Rheinländer kein Beinbruch. „Viel schlechter waren wir nicht, aber sie gewinnen verdient“, resümiert TSV-Trainer Florian Diel nach auch zwischen den Bänken stimmungsvollen 90 Minuten.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen und Wormser Zeitung.

Wobei streng genommen nur der zweite Durchgang prickelnd war. Zu unbeirrt verteidigte der FVE vor dem Seitenwechsel die meist über weite Bälle initiierten Offensivbemühungen der Platzherren weg. „Wir hatten viele gute Szenen, sind in offene Füße gekommen, haben aber fast keinen Offensivzweikampf gewonnen“, hält Diel fest. Was an Standards – oft waren es weite Einwürfe von Hannes Zundel direkt in die Gefahrenzone – rein flog, war ebenfalls sichere Beute für die Engers-Abwehr. Nicht mal Jakob Friedrich schaffte es, vorne Luftzweikämpfe zu gewinnen, und das will was heißen.

So sprang zunächst nicht mehr als ein Distanzschuss von Luca Dietrich (25.) heraus. Brutal effektiv waren die nach ihrem DFB-Pokal-Highlight gegen Eintracht Frankfurt rotierten Gäste. Freistoß auf den zweiten Pfosten, Abwehr-Kante David Eberhardt nickt ein (37.). Umschaltangriff nach Gau-Odernheimer Ballverlust, Gabriel Müller legt, körperlich hart attackiert von Paul Galle, quer, Goalgetter Nils Wambach (61 Tore in 54 Rheinlandligaspielen) drückt ein (45.+1). Klingt, wenn man ein paar Namen austauscht, verdächtig nach einem Gau-Odernheimer Spielbericht aus der vorigen Saison.

„Im Endeffekt spielen sie unseren Fußball“, muss daher TSV-Kapitän Friedrich anerkennen. „Beide Gegentore waren Fehlerketten. Das wird in der Oberliga kalt ausgenutzt.“ Von Wambachs Hundertprozenter direkt nach dem Seitenwechsel abgesehen, ließ der FVE in der Tat wenig liegen. Sollte der Matchplan gewesen sein, das Spiel so lange offen zu halten, bis sich bei den Gästen Ermüdungserscheinungen einstellen, so sprach der Spielverlauf dafür – wären da nicht die Gegentore gewesen. Denn in den letzten rund 30 Minuten waren die Gau-Odernheimer plötzlich am Drücker.

"Das war eine Lehre für uns"

Christopher Hahn dribbelt aufs Tor, seinen Schuss blockt Eberhardt in höchster Not (64.). Pierre Radetz lenkt Luis Breitenbruchs Schuss mit der Hacke aufs Tor, der Ball wird von der Linie geklärt (70.). Dazu ein Kopfball von Jonathan Maier, ein Distanzschuss von Radetz, eine Reihe brenzliger Strafraumszenen – der Anschlusstreffer lag in der Luft, fiel aber nicht. „Wir hätten dieses eine Tor gebraucht, dann wäre vielleicht auch noch das zweite gefallen. Es hat nicht sollen sein“, hält Friedrich fest, „das war, gegen viele gestandene Oberligaspieler, eine Lehre für uns.“

Zu gierig fand Diel seine Mannschaft zwischen Rückstand und Seitenwechsel und nimmt seine eigenen Anweisungen dabei mit in die Kritik. So kamen Abspiel- und Stellungsfehler, die das letztlich tödliche 0:2 begünstigten, zustande. Und das gegen eine „äußerst abgewichste Truppe“, wie der TSV-Trainer durchaus anerkennend festhält. „In der zweiten Halbzeit haben wir ganz viele Emotionen und Kampf rein gebracht. Letztlich waren es Nuancen, die dieses Spiel entschieden haben.“

Samstag geht es auswärts weiter

Auch zwischen den Bänken ging es nun hoch her, über viele Schiri-Entscheidungen wurde heiß diskutiert. „Wir haben sie schon gefordert“, betont Diel. Wohl wissend, dass es gegen diesen Gegner enorm schwer ist, Tore zu erzielen. „So ein Spiel ist auch eine Chance zu wachsen. Das war kein Gegner, gegen den ich Punkte eingeplant habe“, erzählt der 35-Jährige. Ob das gegen die nächsten Heim-Kontrahenten TuS Koblenz – am Sonntag, 31. August, wird auch dieses Highlight-Spiel am Petersberg ausgetragen –, Wormatia, der FCK II oder Pirmasens anders ist? „Nö“, muss Diel ob des Kracher-Programms fast schon schmunzeln.

Dann täten Zähler in der Fremde gut, beginnend Samstag (16 Uhr) bei den Sportfreunden Eisbachtal. Bis dahin werde Physiotherapeutin Ulla Dietrich wohl Doppelschichten schieben müssen. Auf ein paar Positionen dürfte es Wechsel geben. Der Start mit zwei Siegen geriet, von den Ergebnissen her, perfekt. Ob die erste Oberliga-Niederlage etwas ändern wird? Diel und Friedrich schütteln den Kopf. „Gehört doch dazu, oder?“, betont der Kapitän.

TSV Gau-Odernheim: Diel – Juricinec, Friedrich, Radetz – Zundel, Breitenbruch, Dietrich (46. Maier), Galle (57. Meininger) – Dimitrijevic (58. Gümüs) – Meslem (69. Öztürk), Rexhepi (46. Hahn).

Aufrufe: 020.8.2025, 22:29 Uhr
Torben SchröderAutor