Gau-Odernheims Luca Reinbold (rechts) im Zweikampf gegen seinen Ex-Kollegen Jacob Roden von der TSG Bretzenheim.	Foto:HBZ/Jörg Henkel
Gau-Odernheims Luca Reinbold (rechts) im Zweikampf gegen seinen Ex-Kollegen Jacob Roden von der TSG Bretzenheim. Foto:HBZ/Jörg Henkel

Gau-Odernheim: Keine Effektivität, keine Punkte

TSV verliert bei der TSG Bretzenheim 0:3 und vergibt dabei zahlreiche aussichtsreiche Chancen

MAINZ. So ein bisschen fühlten sich die Verbandsliga-Fußballer des TSV Gau-Odernheim wohl wie im falschen Film. Wieder, diesmal auswärts, eine 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger TSG Bretzenheim. Wieder eine Chancenfolge, die dieses Resultat alles andere als alternativlos erscheinen lässt. Und wieder ein Gegner, der aus seinen Offensivsituationen sehr viel herausholt.

Ausfall von Moreno Fell hemmt Torausbeute

Wie teuer bezahlt der TSV seine ungekrönte Pokal-Gala gegen Schott Mainz? Seit der mit Bänderriss früh ausgewechselte Zehn-Tore-Mann Fabio Moreno Fell nicht mehr einsatzbereit ist, gelang zweimal kein Liga-Treffer, nicht beim 0:1 in Zeiskam und nun auch nicht in Mainz. „Spielerisch sind wir ohne ihn schwächer, aber die Tatsache, dass wir in beiden Spielen eine große Anzahl an klaren Möglichkeiten haben, lässt das Argument nicht zählen“, sagt Trainer Christoph Hartmüller. Moreno ist schließlich nicht der einzige Gau-Odernheimer, der die Hütte treffen kann. „Wir müssen die Dinger einfach machen.“

Im Abschluss präsentierte sich die Petersberg-Elf, die vor eineinhalb Monaten beim 4:4 im Nachbarstadtteil Marienborn noch eine solche Offensiv-Wucht entfaltet und danach, samt Schott, 30 Treffer in sieben Pflichtspielen nachgelegt hatte, diesmal zögerlich und unentschlossen. Emre Gümüs produzierte beim Konter aus acht Metern nur ein Schüsschen (2.). Karim Mathis verzog nach durchgerutschtem Freistoß aus spitzem Winkel (13.) und zielte nach Standard aus acht Metern neben den kurzen Pfosten (24.). Aleksandar Dimitrijevic verstolperte einen etwas in den Rücken gespielten Querpass von Lukas Knell (39.), der selbst nach langem Ball seinen Heber aufs Tor-Dach setzte (45.).

Einen Bericht aus Sicht von Bretzenheim lest ihr hier.

„Wir hatten sehr gute Tormöglichkeiten, die wir nicht nutzen“, schüttelt Hartmüller den Kopf, „sechs, sieben richtig gute insgesamt, genau wie in Zeiskam. Wenn du daraus nichts machst, kannst du nicht gewinnen.“ Zumal die TSG ihre wenigen Angriffe, die durchkamen, sehr fein ins Ziel brachte. Antritt Jacob Roden am Flügel, Marco Rothenburger geht dem Ball im Zentrum entschlossen entgegen und schießt ihn in den Winkel (17.). Doppelpass Nick Zimmermann mit Roden, Abschluss rechts neben den Pfosten (35.). Das wirkte überzeugt. „Und wir spielen im Zentrum zu viel im Raum, sind nicht eng genug dran“, analysiert Hartmüller, „da fehlt uns der Wille, in den Zweikampf zu gehen.“

Ihre mit maximaler Effektivität erzielte 2:0-Führung veranlasste die Bretzenheimer nach von den Spielanteilen her verteilter erster Hälfte, dem TSV weitgehend die Kugel zu überlassen. Und die Gäste machten mit dem Auslassen von Chancen weiter. Torben Dilg lief aufs Tor, zögerte aber zu lang, Mathis zielte aus neun Metern daneben und Jassin Naainiaa aus gut 14. Ein Ex-Kollege machte es vor. Konter TSG, Muhammed Yasar wird auf die Reise geschickt und tunnelt den machtlosen TSV-Torwart Daniel Diel (81.). „Es war mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor nach dem Seitenwechsel“, fasst Hartmüller zusammen, „Bretzenheim schießt einmal und trifft direkt, und wir machen einfach nichts aus unseren Chancen.“

Vor drei Wochen hatte Hartmüller noch, im Zuge der großen Gau-Odernheimer Effektivität, laut über die Tabellenspitze nachgedacht. Die ist nun acht Punkte weg – für den Tabellenvierten, was für den TSV immer noch ein herausragend starkes Zwischenergebnis ist.

TSV Gau-Odernheim: Diel – Meininger (64. Maier), Reinbold, Friedrich, Galle (64. Dilg) – Dietrich, Robinson – Gümüs, Mathis, Dimitrijevic (75. Naainiaa) – Knell (87. Gagliardi).



Aufrufe: 020.11.2022, 22:06 Uhr
Torben SchröderAutor