
Der TSV Gau-Odernheim hat den Coup geschafft, für Wormatia Worms ist bereits in der vierten Verbandspokal-Runde Schluss. 2:1 (1:1, 0:0) gewann der Verbandsligist vor 750 Zuschauern gegen den klassenhöheren Favoriten. Weil drei seiner schärfsten Waffen stachen: Jakob Friedrich nach einem Standard, Fabio Moreno Fell mit einer Einzelaktion. Und, nicht minder entscheidend: ein glänzend eingestelltes, unermüdliches Kollektiv.
„Wir haben extrem geschlossen und eklig verteidigt. Und die Rote Karte hilft natürlich auch“, sagt TSV-Trainer Florian Diel. Wormatia-Rechtsverteidiger Pascal Nicklis sah sie, wegen Nachtretens (31.). Machte, samt Nachspielzeiten, mehr als 90 Wormser Minuten in Unterzahl. Bis dahin machte der VfR das Spiel und wurde über Erijon Shaqiri auch zweimal gefährlich (4., 17.). Nun bekam die Petersberg-Elf, die von Anfang an griffig war, Oberwasser. Das Chancenverhältnis kippte bald in ihre Richtung.
Und das Spiel wurde immer wilder. „Wir wollten konsequent hoch anlaufen und haben das auch durchgezogen“, sagt Diel. Das fruchtete. Freistoß Luca Dietrich, Kopfball Friedrich, Glanzparade Luca Pedretti, Ecke, dieselbe Kombination, 1:0 (62.). Jeder Standard brannte, über Umschaltangriffe setzte der TSV zahlreiche Nadelstiche. Auf der Gegenseite: zwischen Shaqiris Versuchen aus spitzem Winkel in Minute 48 und 84 gar nichts. Und dann das 1:1, Nicolas Obas flankte aus dem Halbfeld, Shaqiri – wer sonst – traf per Kopf (86.).
Nun war das Spiel an Spannung nicht mehr zu überbieten. Moreno im Eins-gegen-Eins mit Pedretti (90.+2), auf der Gegenseite Mert Özkaya, der per Freistoß um Zentimeter scheitert (90.+6), Verlängerung. Hinten rettet Friedrich, wie so oft, in letzter Instanz, vorne lässt Moreno Sekunden später die vermeintlich sichere Führung liegen (90.+3) – und macht es eine Minute später besser. Kopfball-Befreiungsschlag Friedrich, der TSV-Torjäger kocht Benjamin Franz ab, trifft per Flachschuss (90.+4), humpelt zur Eckfahne. Xhaka-Jubel? „Krämpfe auf beiden Seiten“, erzählt der Siegtorschütze, „aber es geht immer noch was.“
"Zu 100 Prozent verdient"
In der Tat. Christopher Hahn, wie jede von Diels Einwechslungen ein belebendes Element, ließ zwei Matchbälle aus (102., 108.), Und Wormatia ließ den Doppel-Hundertprozenter zum Ausgleich liegen (110.). So wird auch Daniel Diel mit zum Matchwinner. „Wenn der Gegner so eine Qualität hat, musst du immer auf der Hut sein“, sagt Gau-Odernheims Keeper, „heute haben wir das Spielglück. Aber es ist zu 100 Prozent verdient.“
„Wir waren zum Zeitpunkt der Roten Karte richtig gut im Spiel“, sagt der Wormser Cotrainer Benny Früh, „trotzdem hatten wir auch unsere Momente. Die Gegentore nach dem Standard stehen mir hier oben. Das defensive Eins-gegen-Eins-Duell zum 1:2 müssen wir gewinnen. Dass sie am Schluss die Umschalter bekommen, ist in Ordnung. Aber wir können auch das 2:2 machen. Was Bereitschaft und Begeisterung angeht, kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen.“
TSV Gau-Odernheim: Diel – Heinrich, Friedrich, D. Hofmann – Meininger (60. T. Weinbach), Juricinec, Dietrich (74. Maier), Maurer (90. Hahn) – Dimitrijevic (77. M. Hofmann) – Faber (46. Gümüs), Moreno.
Wormatia Worms: Pedretti – Nicklis, Franz, Smiljanic (46. Graf), Obas – Jensen – Baylan (87. Küpelikilinc), Catovic (70. Marquardt), K. Özkaya (83. Manganiello), M. Özkaya (115. Gotthardt) – Shaqiri.