2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligabericht

Gau-Odernheim kann den Klassenerhalt feiern

2:1-Sieg in Idar-Oberstein beseitigt alle Zweifel in Sachen Oberliga-Verbleib

von Torben Schröder · Heute, 10:18 Uhr · 0 Leser
Jubeln erlaubt! Der TSV Gau-Odernheim wird die Klasse halten.
Jubeln erlaubt! Der TSV Gau-Odernheim wird die Klasse halten. – Foto: Michael Wolff

Rechnerisch ist es noch nicht perfekt. Aber jedem beim TSV Gau-Odernheim ist klar: Da wird nichts mehr schief gehen. Mit dem 2:1 (1:1)-Sieg beim SC Idar-Oberstein hat der Oberliga-Aufsteiger sein Konto auf 42 Punkte erhöht – die seit Wochen angepeilte Zielmarke für den Klassenerhalt.

Drei Mannschaften hat der TSV jetzt schon rechnerisch abgehängt. Dass alle anderen sieben Teams die Gau-Odernheimer noch überholen, darf als ausgeschlossen gelten. „Ich bin kein Stochastik-Experte“, sagt Trainer Florian Diel, der sonst für jedes Zahlenspiel zu haben ist, „aber das sollte reichen.“

Die beiden erfolgreichsten Torschützen dieser Saison stellten den Dreier sicher. Erst zog Noah Juricinec nach langem Einwurf, geklärtem Abschluss und Befreiungsschlag aus über 25 Metern ab. SC-Keeper Michel Schmitt lenkte den Ball nach oben ab, doch über den Innenpfosten trudelte er ins Netz (43.). „Ein Geschenk“, sagt Diel.

Belel Meslem schießt das Siegtor

Seine Mannschaft hatte zuvor, wie der Trainer sagt, einen stark verunsicherten Gegner wieder ins Spiel geholt, trotz deutlicher Dominanz beim Ballbesitz. Einen Umschaltangriff nach Gau-Odernheimer Ecke vollendete Alessandro Marino (29.). Es war die zweite gute Chance der Schmuckstädter, die in Durchgang zwei jedoch nichts mehr zu melden hatten.

„Wir waren körperlich und spielerisch massiv überlegen“, stellt Diel heraus, vor allem mit Blick auf „20, 25 sehr gute Minuten nach Pause“. Die dritte Großchance in dieser Phase verwertete Belel Meslem, der, einen tiefen Block aushebelnd, von Urfan Nassery frei gespielt worden war (66.). Was danach an hohen Bällen in den Strafraum flog, bereinigten die Gäste souverän. Und auch wenn Diel gern noch ein, zwei sauber zu Ende gespielte Konter zur Vorentscheidung gesehen hätte, geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr.

Party-Modus mit Verzögerung

„Ein verdienter Sieg, da waren sich alle einig“, resümiert der Aufstiegs- und Klassenerhaltstrainer, der nach dem Schlusspfiff in entkräftete Gesichter blickte. Eine Viertelstunde später, in der Kabine, wechselte die Stimmung in den Party-Modus. Doch weil es rechnerisch nicht final ist und das Saisonfinale noch vier Wochen auf sich warten lässt, steht die ganz große Ekstase aus. Eher von Erleichterung spricht Diel.

Sechs Spiele ohne Sieg und darunter vier ohne Tore nach der Winterpause – das war, blickt Diel zurück, wahrscheinlich die kritischste Phase seiner Trainerlaufbahn. Luxusprobleme, mag manch erfahrener Abstiegskämpfer denken. Doch der Herzblut-Gau-Odernheimer machte sich Sorgen, ob es nach dem beständigen und spektakulären Aufschwung für den großen Underdog nun zu viel wird.

Historische Saison im Kreis Alzey

Was, mit dem 2:2 beim FCK II als Wendepunkt, folgte, nennt der 36-Jährige einen „brutalen Kraftakt“. Zehn Punkte aus fünf Spielen brachten den Sprung raus aus der Gefahrenzone. Erst habe es geheißen, Gau-Odernheim sei nur wegen seines Kunstrasens so gut, dann nur wegen Ausnahme-Torjäger Fabio Moreno Fell und vielleicht noch Jakob Friedrich. Das Mini-Geläuf ist in der Oberliga Tabu, Moreno längst 05er, der Abwehrchef fehlt seit Ende März.

Und der TSV spielt, wie Diel unterstreicht, die erfolgreichste Saison, die jemals ein Team im Kreis Alzey gespielt hat. Niedrigster Gegentor-Schnitt und sicherer Top-Sechs-Platz in der Auswärtstabelle, insgesamt die viertbeste Abwehr, „das sind einige Superlative für unser kleines Fußballdorf“. Nun kann der Klassenerhalt mit vier Heimspielen in Serie auch rechnerisch perfekt gemacht – und vor allem gefeiert werden.

TSV Gau-Odernheim: Diel – Hofmann, Schrod, Nassery – Zundel, Juricinec, Dietrich (66. Breitenbruch), Meininger – Gümüs (57. Hahn) – Rexhepi (57. Dimitrijevic, 78. Kohlstadt), Meslem (78. Nkunga).