
Einen Matchwinner ganz vorne und einen ganz hinten feierte der TSV Gau-Odernheim, und beide sind sie Debütanten. Leander Schmidt hielt bei seiner Premiere im Tor des Oberliga-Aufsteigers direkt einen Elfmeter, und neben Christopher Hahn gelang auch Leart Rexhepi sein erster Saisontreffer. Heraus kam ein 2:0 (0:0) bei Rot-Weiß Koblenz.
Vor Saisonbeginn hatte TSV-Trainer Florian Diel schon angekündigt, dass sein Bruder Daniel zwar die Nummer eins sein wird. Doch auch Schmidt, der talentierte Neuzugang, der bei Schott Mainz aktiv geworden ist, sollte seine Spiele bekommen. Weil Daniel Diel kommenden Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern II privat verhindert ist und nun zwei Englische Wochen am Stück anstehen, war der Zeitpunkt gekommen. Mittwoch im Pokal beim SV Büchelberg soll wieder Diel im Tor stehen, die beiden Oberligaspiele drum herum aber gingen an den 20-Jährigen.
Und der parierte direkt den Handelfmeter von Tyler Wozny samt Nachschuss (20.). „Leo hat sich die Spiele verdient“, betont Florian Diel, „auch die zweite gute Koblenzer Chance hat er gut im Block gehalten.“ Das hievt Schmidt auf „Man of the Match“-Niveau, wenn auch nicht allein. „Wir haben das sehr gut verteidigt und sehr wenig zugelassen“, lobt der Chefcoach, der zum Zustandekommen des Strafstoßes – Noah Juricinec flog aus Kurzdistanz ein Abpraller an den Arm – nichts sagen wollte. War ja dank Schmidt auch egal.
Als „nicht unverdient“ bezeichnet Diel den Dreier, der spät zustande kam. „In den wichtigen Momenten hatten wir noch einen Fuß drin, und wir hatten den Ticken Spielglück mit dem gehaltenen Elfer.“ Zudem zündeten zwei Stürmer. Erst gelang aus dem geordneten Spielaufbau heraus Hannes Zundel der entscheidende Pass auf Hahn, der vom Strafraumeck ins lange obere Eck traf (80.). Dann zog Rexhepi, „der aus einer sehr guten Mannschaftsleistung nochmals herausgeragt hat“, von rechts nach innen und traf noch leicht abgefälscht mit seinem starken Linken flach ins lange Eck (82.). Damit haben, wie Diel betont, nun alle sechs Offensivspieler genetzt.
"Riesen-Privileg, hier zu spielen"
Auf einem durch anhaltende Regenfälle schwer zu bespielenden Platz mit akuter Rutschgefahr gab es mehr Taktik als Torchancen. Zwei gute hatte Julian Meininger, einmal Ende der ersten Hälfte im Umschaltspiel frei auf den Keeper laufend, einmal nach gut einer Stunde, als er den auf der Torlinie stehenden Koblenzer anköpfte. Zum dritten Mal stand die Null, und das trotz Personalproblemen in der Abwehr. Konstantin Breiden (Bänderriss), Urfan Nassery (Knie verdreht) und Rekonvaleszent David Hofmann waren nicht verfügbar. Dafür holte Felix Schrod, geholt aus der Gonsenheimer Jugend, im zweiten Startelf-Einsatz den zweiten 2:0-Sieg.
Und das im Oberwerth. „Für uns war das ein Riesen-Privileg, hier zu spielen und in der Heimkabine der TuS Koblenz zu sein, mit Eisbad, Massageliege und Sauna“, schwärmt Diel von der historischen Spielstätte, die am Dienstag, 30. September, zum Gastspiel bei Cosmos Koblenz direkt wieder aufgesucht wird. Der Top-Start mit 13 Zählern aus acht Partien „nimmt uns vor drei ganz harten Spielen den Druck, in die Tabellenregionen zu rutschen, wo jeder Fußballer sich im Kopfkino versenkt“, sagt Diel.
TSV Gau-Odernheim: Schmidt – Juricinec, Friedrich, Schrod – Zundel, Dietrich, Maier (54. Breitenbruch), Meininger (87. Maurer) – Meslem (64. Gümüs), Nkunga (64. Hahn), Rexhepi (87. Dimitrijevic).