Helmstadt (blau) und Zuzenhausen II kämpfen um das Pokalfinale.
Helmstadt (blau) und Zuzenhausen II kämpfen um das Pokalfinale. – Foto: Rainer Jacksch

Vom ersten Tag an das Ziel Finale verfolgt

Kreispokal Sinsheim +++ Der TSV Helmstadt will gegen Zuzenhausen II das Saisonziel erreichen +++ Sulzfeld in Treschklingen Außenseiter

Vor Rundenbeginn legen die Mannschaften in der Regel eine Platzierung fest, die sie in der Liga erreichen möchten. Beim TSV Helmstadt sah diese erste Besprechung im Juli 2021 ein wenig anders aus. "Wir haben uns zusammengesetzt und als Erstes gesagt, dass wir das Pokalfinale erreichen wollen", verrät Spielertrainer Marcel Schaardt.

Hintergrund ist der, dass der TSV noch immer auf den ersten Pokalsieg wartet. Schaardt erläutert: "Das gab es noch nie und ist daher ein passendes Ziel. Jetzt wollen wir den letzten Schritt dafür gehen." Ein Sieg fehlt nämlich und der soll am Donnerstag gegen den Kreisliga-Konkurrenten FC Zuzenhausen II her. Ein Duell, das auf Augenhöhe stattfinden wird. "Zuze gehört für mich zu den spielstärksten Mannschaften der Liga und mit Jan Guntermann sowie Laurence Paling verfügen sie über zwei hervorragende Kicker", hält Helmstadts Trainer große Stücke auf den Verbandsliga-Nachwuchs. Die direkte Bilanz spricht obendrein für den FC, der seit 2018 nicht mehr gegen Helmstadt verloren und drei der letzten vier Aufeinandertreffen gewonnen hat. Das jüngste Duell endete vor vier Wochen 2:2-Unentschieden, als die Helmstädter einen 0:2-Rückstand kurz vor Schluss egalisierten.

Nichtsdestotrotz ist seine Zuversicht groß, mit einem Sieg die Chance auf einen Titel zu wahren. Der 28-Jährige kann aber nicht mitwirken, ein Innenband- und Innenmeniskusriss setzen ihn außer Gefecht. "Wenn alles wie erhofft verläuft und wir das Finale erreichen sollten, könnte es bis dahin mit einem Einsatz für mich reichen", hofft Schaardt. Neben ihm fehlt sehr wahrscheinlich ein weiterer Unterschiedsspieler. "Simon Dowalil hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen, das Halbfinale kommt zu früh für ihn", so Schaardt.

Im zweiten Halbfinale trifft ein Top-Team aus der Kreisklasse A auswärts auf den Kreisliga-Spitzenreiter. "Wir sind der Außenseiter, haben aber keine Angst und fahren mit einem gewissen Schwung sowie einer positiven Stimmung dank der erfolgreichen letzten Wochen dorthin", ist die Zuversicht groß bei Michael Diefenbacher. Der Abteilungsleiter des FVS Sulzfeld sieht den Pokal als Bonus, Priorität genießt die Liga, wo der Tabellenvierte nach einer durchwachsenen Vorrunde mit Siebenmeilenstiefeln Richtung Vizemeisterschaft unterwegs ist.

"Nach dem Pokalspiel warten zwei Schlüsselspiele mit Stebbach/Richen und Weiler auf uns", läuft für Diefenbacher ab sofort die heiße Saisonphase, in der Ausrutscher gleich doppelt schmerzen. Ein erfreuliches Abschneiden im Pokal könnte das ohnehin schon große Selbstvertrauen weiterwachsen lassen. Aktuell ist es längst kein verwegener Tipp mehr, wenn man Sulzfeld die Aufstiegsrelegation zutraut. Ähnliches gilt für den SV Treschklingen, dem sich die große Chance auf das Double aus Kreisliga-Meisterschaft und Pokalsieg bietet. Es wäre der zweite Landesliga-Aufstieg für den SVT.

Das letzte Pflichtspiel zwischen den beiden Klubs liegt über sechs Jahre zurück, als sich Treschklingen zuhause mit 1:0 durchsetzen konnte. Die Mannschaftszusammenstellungen von damals haben mit heute allerdings nichts mehr gemein, die Karten sind neu gemischt.

An Finalerfahrung mangelt es allen vier Halbfinalisten nicht. Jeder von ihnen hat in den vergangenen zehn Jahren mindestens einmal das Endspiel erreicht, Sulzfeld blickt sogar auf zwei Finalerfolge 2008 und 2012 zurück und Zuzes Zweite triumphierte 2014. Treschklingen und Helmstadt durften zumindest am Pokal schnuppern. Der SV unterlag 2016 der SG Waibstadt im Endspiel mit 0:1, zwei Jahre später gab es das gleiche Ergebnis, dieses Mal hieß der Gegner der Waibstadter Helmstadt.

Das Erreichte wiederholen, oder eben den einen Schritt mehr machen, den es für den Triumph bedarf – Motivation ist so oder so gegeben.

Aufrufe: 027.4.2022, 16:00 Uhr
red.Autor