Eschelbronn (grün-weiß) und Sulzfeld (rot) treffen sich am Samstag zum Endspiel um Rang zwei.
Eschelbronn (grün-weiß) und Sulzfeld (rot) treffen sich am Samstag zum Endspiel um Rang zwei. – Foto: Klaus Reischl

Endstation Kallenberg

Kreisklasse A Sinsheim +++ Der FC Eschelbronn empfängt den FVS Sulzfeld zum Finale um Rang zwei +++ Einer der Toptorjäger fehlt

Nach der Vorrunde hätte keines der beiden Teams von so einem Finale zu träumen gewagt. Der FVS Sulzfeld lag zu diesem Zeitpunkt sechs Punkte hinter dem ungeschlagenen Tabellenzweiten FC Weiler, der FC Eschelbronn sogar deren zwölf. Aber, und dafür ist der Fußball einfach etwas ganz besonderes, legten beide Klubs mit einer starken Rückrunde den Grundstein für das Endspiel um den zweiten Rang, zu dem sie sich am Samstag um 16 Uhr in Eschelbronn gegenüberstehen.

"Zum Ende der Saison haben wir uns intern natürlich dieses Ziel gesteckt, woran wir in der Winterpause nicht mehr wirklich geglaubt haben", sagt Michel Diefenbacher. Der Spielausschuss des FVS Sulzfeld sieht einen ganz wichtigen Schritt auf dem Weg dahin in der Ernennung des neuen Trainergespanns aus Marco Sautter und Tobias Zakel. "Ausgenommen vom Pokalhalbfinale in Treschklingen und dem Ausrutscher gegen Babstadt haben wir in der Rückrunde ausschließlich super Leistungen gebracht", lobt er die Mannschaft in höchsten Tönen.

Der Lohn der Mühen ist der kleine Vorteil von zwei Punkten, was bedeutet, dass ein Remis in Eschelbronn reicht, um sich Rang zwei und die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zu sichern. "Das ist ein kleiner Vorteil, aber wir müssen auf den Kallenberg und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es da oben werden kann", konstatiert Diefenbacher, der aber keinen Druck auf der Truppe lasten sieht, "wir freuen uns sehr darauf, weil es einen Endspielcharakter hat. Wir fahren da mit großem Selbstvertrauen hin."

Einer wird auf dieser Fahrt aber definitiv fehlen. Spielertrainer Tobias Zakel, mit 23 Toren treffsicherster Sulzfelder in dieser Runde, hat am Samstag einen Termin, den er nicht verschieben kann. "Tobi heiratet, was uns sehr für ihn freut", so Diefenbacher, dem deswegen aber nicht bange ist, "wir haben diese Saison schon das eine oder andere Spiel ohne ihn gewonnen. Außerdem ist das unser einziger personeller Ausfall."

In Eschelbronn sorgt diese Kunde nicht für Jubelsprünge. "Beide Teams sollen mit ihrer jeweils besten Elf spielen", sagt FC-Trainer Andreas Dinkel. Er sieht eher eine Gefahr darin, "denn die Sulzfelder werden sehr motiviert sein, es für ihren fehlenden Trainer zu gewinnen, um ihm auf diesem Wege ein schönes Hochzeitsgeschenk zu machen." Mit Tarek Aljokhadar haben die Sulzfelder einen weiteren treffsicheren Angreifer, der 22 Saisontore in seiner Statistik stehen hat.

Diese Zahlen werden in der Kreisklasse A aber von einem Mann komplett in den Schatten gestellt und der trägt ein grün-weißes Trikot. Paul Reischl hat in 27 Spielen sensationelle 42 Tore für Eschelbronn geschossen und 19 weitere vorbereitet, also weit über zwei Scorerpunkte im Schnitt pro Partie gesammelt. "Paul macht natürlich häufig den Unterschied aus, aber Spiele alleine gewinnen kann er auch nicht", will Dinkel nicht zu viel Verantwortung auf den Schultern des 24-Jährigen abladen. Vergangenen Sonntag beim 5:2-Sieg in Tiefenbach verließ Reischl nach 70 Minuten als Vorsichtsmaßnahme das Feld, nachdem er leichte Probleme bekommen hat.

Es ist davon auszugehen, dass er am Samstag von Anfang an auf der Höhe sein wird. Bei drei weiteren Kickern müssen die Schreinerdörfler das Beste hoffen. Julius Binder ist an Corona erkrankt und könnte sich gerade rechtzeitig freitesten. Philipp Reischl ist eventuell studienbedingt verhindert und Jonas Abendroth hat in Tiefenbach genau wie Paul Reischl vorzeitig das Feld verlassen, um eine aufkommende Verletzung nicht schlimmer werden zu lassen.

Unterm Strich scheinen die Voraussetzungen für eine Partie ohne echten Favoriten zu sprechen. "Das Ganze ist sicher ein gutes Stück von der Tagesform abhängig", schließt Dinkel seine Einschätzungen und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Aufrufe: 03.6.2022, 16:00 Uhr
red.Autor