„Er macht schnell Fortschritte“: der Rheinfelder Neuzugang Bilal Yusuf Cam (rechts), im Duell mit Weils Vincent Knab | Foto: Niklas Schöchlin
„Er macht schnell Fortschritte“: der Rheinfelder Neuzugang Bilal Yusuf Cam (rechts), im Duell mit Weils Vincent Knab | Foto: Niklas Schöchlin

SV Weil und FV Lörrach-Brombach in Runde zwei

FC Huttingen schnuppert an Sensation +++ FC Tiengen verspielt 2:0-Führung

Der Bezirk Hochrhein ist noch mit zwei Teams in der zweiten Runde des SBFV-Verbandspokals vertreten: Der FV Lörrach-Brombach und der SV Weil haben ihre Erstrundenpartien siegreich gestalten können. Eine Überraschung verpasst hat der Kreisligist FC Huttingen.
FV Herbolzheim – FV Lörrach-Brombach 0:1
Es gab für die Stürmer der Fußball-Landesliga in der vergangenen Saison weitaus angenehmere Gegner als den FV Lörrach-Brombach. Meist stand nach dem Aufeinandertreffen mit dem späteren Meister für die Offensivkräfte nur eines: Frust. Frust darüber, wie kompakt die Lörracher agierten, wie effektiv sie verteidigten. Und selbst wenn sich für die Gegner einmal Chancen ergaben, führten sie nur selten zu Toren – in 19 von 30 Spielen spielte der FVLB zu Null.

Ein Liedchen von der Lörracher Defensivstärke kann der FV Herbolzheim singen: In der vergangenen Saison gelang in beiden Spielen kein Treffer gegen den FVLB. Vielleicht schwante dem FVH bei der Auslosung des südbadischen Verbandspokals bereits Böses, nun endete das Wiedersehen in der ersten Runde nach dem bekannten Schema: Lörrach-Brombach blieb ohne Gegentor und zog mit 1:0 in Runde zwei ein; dort muss der FVLB beim Verbandsliga-Konkurrenten FC Waldkirch antreten (9. August).

„Wir wollten gut stehen und aus einer kontrollierter Defensive agieren“, erklärte FVLB-Trainer Ralf Moser. Das gelang, „wir haben wenig zugelassen“. Die Abwehrstärke kam zum Tragen, wohingegen „wir im Spiel nach vorne ein paar Ungenauigkeiten hatten“. Auch ein bisschen mehr Kaltschnäuzigkeit hätte sich Moser gewünscht. So musste der FVLB bis zur 86. Minute auf den Siegtreffer warten: Buba Ceesay legte den Ball in den Rücken der Abwehr, der eingewechselte Squillace schloss platziert ab. Just jener Squillace, der auch schon beim letzten Aufeinandertreffen in Herbolzheim den 1:0-Siegtreffer erzielt hatte – zu viel der Déjà-vus für den FVH.

Für Lörrach-Brombach war das Duell beim Landesligisten eine letzte Standortbestimmung vor dem Auftakt der Verbandsliga am Samstag zuhause gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen. Die Generalprobe gelang – ein wichtiges Erfolgserlebnis vor dem Rundenbeginn, so Moser. Rückschlüsse auf die Startelf ließ das Pokalspiel allerdings nur bedingt zu – so fehlte beispielsweise der angeschlagene Daniel Briegel sowie mehrere Urlauber. Auch das kennen die Gegner: Derlei Absenzen focht den FVLB auf dem Weg zur Landesliga-Meisterschaft nur selten an.

SV Weil - FSV Rheinfelden 3:1
„Sehr wechselhaft“ sei das Pokalspiel gewesen, resümierte Weils Trainer Tobias Bächle. So überzeugte seine Elf in Bereichen, die in den vergangenen Wochen noch Handlungsbedarf offenbarten. „Wir sind bei Kontern gut gestanden, waren defensiv aufmerksam“, lobte Bächle. Weniger Gefallen fand er hingegen an den spielerischen Lösungen seiner Mannschaft in Drucksituationen. Vornehmlich unglücklich verlief das Duell im Nonnenholz für die Gäste. Zum einen „haben wir die erste Halbzeit komplett verpennt“, sagte FSV-Coach Marc Jilg. „Die Laufbereitschaft hat nicht gepasst, die Körperspannung gefehlt.“ Zum anderen fühlten sich die Rheinfelder nicht gerade vom Glück verfolgt.

Beim 0:1 durch Yannik Weber (20.) agierten die zehn FSVler – Lucas Eschbach musste verletzt behandelt werden – ungeordnet. Unmittelbar vor dem 0:2, einer direkt verwandelte Ecke von Almin Mislimovic, sei den Gästen ein Elfmeter verwehrt geblieben. Der Vorsprung ermöglichte es wiederum den Weilern, sich fortan stärker auf die Defensive zu konzentrieren. „Wir haben uns ein bisschen zurückgezogen und versucht, schnell umzuschalten“, so Bächle.

Sein Gegenüber Jilg haderte unterdessen mit weiteren Entscheidungen, unter anderem vor dem 1:3 durch Sandro Samardzic (76.). Zwischenzeitlich hatte Jeremy Stangl per Strafstoß verkürzt, und die Gäste schnupperten auch am Ausgleich. Doch da war sie wieder, Fortunas kalte Schulter: Neuzugang Bilal Yusuf Cam traf nur den Pfosten. Seit der Winterpause war der 24-jährige Stürmer ohne Pflichtspieleinsatz, folglich fehlt ihm noch Spielpraxis. „Aber er macht schnell Fortschritte“, sagte Jilg. Seine Qualitäten deutete Cam bereits an, beispielsweise „weiß er, wo er hinlaufen muss“, erklärte sein Coach.

Während der FSV sich nun gänzlich auf die Landesliga-Vorbereitung konzentrieren kann, geht für den SVW die Pokalreise weiter. Noch befindet sich die Mannschaft, zu der mehrere Nachwuchsakteure gestoßen sind, im Lernprozess. Wie weit dieser fortgeschritten ist, können die Weiler unmittelbar vor dem Landesliga-Auftakt (12. August) noch einmal überprüfen. Drei Tage vor dem Match beim SV Solvay Freiburg trifft der SVW, bei dem entweder Daniel Mundinger oder Yannik Weber das Kapitänsamt von Fabian Kluge (zweite Mannschaft) übernimmt, in der zweiten Pokalrunde auf den Verbandsligisten FC Auggen.

FC Huttingen - SV Kirchzarten 0:2
Michael Heitzler wirkte zwiegespalten. Einerseits war da die überzeugende Leistung seines FC Huttingen. Der Fußball-Kreisligist bot in der ersten Runde des Verbandspokals dem SV Kirchzarten, seines Zeichens Vizemeister der Landesliga, Paroli. „Wir haben uns sehr gut verkauft“, lobte Heitzler nach der 0:2-Niederlage. Doch andererseits lag im überzeugenden Auftritt auch der Zwiespalt begründet. „Ein bisschen trauere ich unseren vergebenen Chancen nach“, sagte der Huttinger Trainer. „Es wäre auch mehr drin gewesen.“

Technisch und spielerisch sei Kirchzarten natürlich überlegen gewesen. Doch der FCH überzeugte nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch. Der Außenseiter setzte dem SVK mit seinen schnellen Angreifern und Kontern zu, verbuchte die „klareren Chancen“, so Heitzler. Doch auch Möglichkeiten frei vorm gegnerischen Torhüter münzten die Huttinger nicht in Treffer um. Stattdessen brachte ein Doppelschlag Kirchzarten – durch einen Abwehrfehler (36.) und einen Strafstoß (39.) – auf die Siegerstraße.

„Wir konnten läuferisch und konditionell mithalten“, bilanzierte Heitzler. Zwei Wochen vor dem Saisonstart der Kreisliga A, Staffel West, sei seine Mannschaft recht weit. Ein wenig Sorgen bereitet dem Übungsleiter einzig der Blick auf die Ausfallliste, angesichts acht verletzter Akteure „darf nicht viel passieren“. An Heitzlers Zuversicht rüttelt das nach dem überzeugenden Pokalauftritt allerdings nicht: „Wir sind voll im Soll.“

FSV RW Stegen - FC Tiengen 3:2
Ebenfalls in Runde eins ist der FC Tiengen ausgeschieden, doch lag auch für die Elf von Trainer Georg Isele das Weiterkommen in Reichweite. Beim künftigen Landesliga-Konkurrenten FSV RW Stegen lag Tiengen dank der Treffer von Süleymann Karacan und Alberto Di Girolamo nach einer halben Stunde mit 2:0 in Führung. Vor der Pause gelang Stegen jedoch der Anschlusstreffer und drehte das Pokalduell im zweiten Abschnitt zum 3:2-Erfolg.
Aufrufe: 030.7.2017, 21:11 Uhr
Matthias Konzok (BZ)Autor

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