– Foto: Nückel/Steinmann

Beste Abwehr, zweibester Angriff

GL FULDA: +++ Aufsteiger FV Horas mischt die Gruppenliga Fulda auf / Coach Wehner wäre Handball-Modus lieber gewesen +++

Fulda (rg). Mit Abstand beste Abwehr der Liga, zweitbeste Offensivreihe und dazu bereits 25 Punkte und Platz zwei – der FV Horas hatte in der Fußball-Gruppenliga Fulda überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten und schickt sich an, bis zum Saisonende oben mitzuspielen. Das ist auch das Ziel von Spielertrainer Julian Wehner, der einen etwas anderen Ansatz gewählt hätte, wie die Saison fortzusetzen ist.

„Wir sind natürlich super zufrieden. Wir stehen super da, trotz vieler Verletzungssorgen haben wir für einen Aufsteiger ganz ordentlich gepunktet“, betont Wehner, der nur in fünf Spielen auf Ex-Hessenligaspieler Pierre Mistretta zurückgreifen konnte, Torjäger Patrick Lesser verpasste drei Spiele und Julian Keller wiederum stand grade mal 32 Minuten im allerersten Saisonspiel auf dem Platz. „Eigentlich haben wir ja einen recht großen Kader von 20, 22 Mann. Aber zuletzt musste ich immer wieder selbst spielen. Die Hoffnung ist, dass wir nach der Pause wieder komplett sind, dann ist mehr Konkurrenzkampf da. Wir haben uns eigentlich nur von Woche zu Woche gemogelt“, erklärt der 32-Jährige, dessen Team unter anderem in Freiensteinau mit 4:0 erfolgreich war.

25 Punkte holte der Aufsteiger in zwölf Spielen, stellt mit 25 Toren den zweitbesten Angriff und mit acht Gegentoren mit Abstand die beste Defensivreihe. Der Lohn: Die Horaser überwintern auf Platz zwei. „Und dort fühlen wir uns wohl“, betont Wehner, der allerdings auch zugeben muss: „Die Stimmung ist natürlich gedämpft, weil wir nicht trainieren können. Das ist natürlich alles ungewiss, weil man nie weiß, in welche Richtung es geht. Wenn man ehrlich ist, muss man damit rechnen, dass es vielleicht auch später nochmal zu einem Lockdown kommen kann.“

Schon alleine deshalb wäre der frühere Steinbacher und Asbacher für eine etwas andere Lösung gewesen, wie die Saison fortgesetzt werden sollte – auch wenn sich der HFV klar dazu positioniert hat, keinen anderen Modus zu wählen: „Man muss es irgendwie von den Spielen her reduzieren. Ich würde die Vorrunde zu Ende spielen und es dann ein bisschen wie beim Handball machen: Die ersten Zehn kommen in die Aufstiegsrunde und nehmen nur die Punkte mit, die sie auch gegen die ersten zehn Mannschaften geholt haben. Das wäre fairer, dann wäre die Hinrunde nicht mehr oder weniger umsonst. Außerdem wären das beispielsweise für uns 15 Spiele, das wäre machbar.“

Vor allem käme das erste Saisondrittel den Horasern entgegen, der Aufsteiger würde beim aktuellen Stand einige Zähler mitnehmen. Schließlich will sich Wehner nach drei Jahren ordentlich von seine ersten Station als Spielertrainer verabschieden und nach Möglichkeit bis zum Schluss um den Aufstieg kämpfen: „Ziel ist natürlich weiterhin, das Maximum herauszuholen, wir sind bisher aber ganz gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu schauen. Es geht natürlich auch um Weiterentwicklung – und wenn es bis zum Schluss noch um etwas geht, hat mich das immer mehr weitergebracht als um Platz sieben zu spielen. Wir wollen deshalb einfach so lange wie möglich oben dabei bleiben“, erklärt der scheidende FVH-Coach.

28 Aufrufe4.12.2020, 10:12 Uhr
Lauterbacher AnzeigerAutor

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