Der FC Wiesbach verlor am Samstag vor 600 Zuschauern gegen Aufstiegs-Anwärter Eintracht Trier.
Der FC Wiesbach verlor am Samstag vor 600 Zuschauern gegen Aufstiegs-Anwärter Eintracht Trier. – Foto: Fußball-News Saarland

Eppelborn kommt unter die Räder - Wiesbach verliert vor 600 Zuschauern

FV unterliegt Eisbachtal mit 0:6 - Wiesbach zieht gegen Trier den Kürzeren

Das war ein Samstag zum vergessen für die Saar-Clubs in der Fußball-Oberliga: In der Aufstiegsrunde zog der FC Wiesbach vor der prächtigen Kulisse von 600 Besuchern gegen Eintracht Trier mit 2:5 den Kürzeren. Auch in der Abstiegsrunde gab es für die Saar-Vertreter nix zu ernten. Am schlimmsten erwischte es den FV Eppelborn, der bei den SF Eisbachtal mit 0:6 verlor. Völklingen unterlag Bingen (0:1) und der FSV Jägersburg in Salmrohr (1:2).

Am Sonntag gewann die SV Elversberg II in der Abstiegsrunde knapp gegen Kaiserslautern II. Der FV Diefflen verlor in der Meisterrunde trotz Führung in Waldalgesheim.

FC Hertha Wiesbach - SV Eintracht Trier 2:5 (1:3)

Vor der tollen Kulisse von 600 Zuschauern - darunter auch jede Menge Anhänger der Gäste, erwischte Wiesbach einen guten Start. In der siebten Minute wurde Ruddy M'Passi im Strafraum angespielt. Sein Schuss wäre eigentlich am langen Eck vorbei gegangen, doch am zweiten Pfosten stand Winter-Neuzugang Merouane Tagzhoute goldrichtig - und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie.

Die Gäste zeigten sich hiervon aber wenig bis gar nicht beeindruckt. Nach einem Schnittstellenpass von Felix Fischer traf Edis Sinanovic bereits in der elften Minute zum Ausgleich. Und es kam noch besser für die Moselaner.

In der 19. Minute klatschte ein Schuss von Dominik Kinscher von der Unterkante der Latte Richtung Torlinie. Die Unparteiischen entschieden auf Tor für Trier. "Ich habe es nicht genau gesehen, aber es wird wohl die richtige Entscheidung gewesen sein", so Hertha-Trainer Michael Petry.

Sechs Minuten vor der Pause fing sich seine Mannschaft den dritten Gegentreffer. Kinscher spielte nach einem gewonnen Kopfball-Duell von Christopher Bibaku zu diesem zurück. Bibaku hatte danach freie Bahn Richtung Tor und vollstreckte zum 1:3-Pausenstand.

Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel hatte die Hertha die Riesenchance zum verkürzen, doch M'Passi scheiterte aus kurzer Distanz an Eintracht-Torwart Denis Wieszolek. Im direkten Gegenzug legte Kevin Heinz für Bibaku quer - und der überwand Hertha-Torwart Joshua Blankenburg zum vorentscheidenden 1:4.

Nur 60 Sekunden später legte Kinscher - nach Vorarbeit von Sinanovic den fünften Treffer des Tabellen-Zweiten nach. Wiesbach konnte in der Nachspielzeit immerhin noch ein wenig Ergebnis-Kosmetik betreiben. M'Passi traf zum 2:5-Endstand. "Der Sieg von Trier war verdient, weil sie eine enorme Qualität gezeigt haben. Er ist meiner Meinung nach aber etwas zu hoch ausgefallen", so das Fazit von Petry.

Vor der Partie hatte die Hertha übrigens bekannt gegeben, dass der Vertrag zwischen dem Club und dem bisherigen Kapitän Oliver Hinkelmann in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Hinkelmann wäre am Saisonende ohnehin zum Verbandsligisten FSG Schiffweiler-Landsweiler gewechselt.

SF Eisbachtal - FV Eppelborn 6:0 (1:0)

Vor der Pause zeigte sich Trainer Sebastian Kleer mit der Leistung seiner Mannschaft, die neben Co-Trainer Thomas Schneider und den noch angeschlagenen Philipp Platte, nur noch zwei weitere Auswechselspieler dabei hatte, noch zufrieden. „Es war soweit in Ordnung, obwohl wir nach 21 Minuten in Rückstand geraten sind“, meinte der Coach.

Nicht mehr zufrieden war er dann mit dem Auftritt in den zweiten 45 Minuten. „Nach 50 Minuten pfiff der Schiedsrichter kurz vor dem Strafraum ein Handspiel. Doch unser Spieler hatte den Arm angelegt. Für mich eine klare Fehlentscheidung.“ Pascal Heene war es egal, der Eisbachtaler beförderte den Ball beim anschließenden Freistoß zum 2:0 ins Netz.

Danach erlahmte der Widerstand der Eppelborner. In den letzten Minuten kam es dann dick für den FVE. Am Ende stand ein halbes Dutzend Gegentore. "Wir hätten es in Eisbachtal aber wohl selbst in Bestbesetzung schwer gehabt", fand Kleer, der im Westerwald unter anderem auf Thomas Selenksy (Fußprellung), Riccardo Hamann (Rückenbeschwerden) und Murat Adiguezel (Mandelentzündung) verzichten musste.

In den Heimspielen läuft es diese Saison zumeist rund beim FVE, doch aus der Fremde muss die Mannschaft mal Punkte mitbringen, sonst wird der Kampf um den Ligaverbleib wohl zu keinem guten Ende führen.

SV Röchling Völklingen - Hassia Bingen 0:1 (0:1)

Gerade mal 40 Zuschauer verirrten sich im weiten Rund des Hermann-Neuberger-Stadions. Gerade jetzt, wo das junge Team des SV Röchling sich ein wenig an die raue Oberligaluft gewöhnt, lassen die Fans die Truppe im Regen stehen. Personell war der Kader ganz eng aufgestellt. Auch Julien Erhardt, zusammen mit Torwart Sebastian Buhl der letzte Stammspieler der Vorrunde, konnte wegen einer Muskelverletzung nicht spielen.

Buhl begann im Tor, wurde dann nach der Pause im Sturm eingesetzt. Alles nicht so einfach für die jungen Spieler. Die mussten schon nach fünf Minuten einem Rückstand hinterherlaufen. Nach Foul im Sechzehner gab es Elfmeter für die Hassia, den Ilker Yüksel sicher verwandelte.

Bis zur Pause war es ein offenes Spiel. Nach 55 Minuten hatte Röchling dann die Chance zum Ausgleich: Der agile Danny Kleinbauer wurde gefoult, es gab Elfmeter. Ibrahim Abdul Mannan trat an, doch statt eines Schusses, versuchte es der Spieler mit einem Chipball in die Mitte des Tores, den Hassia-Keeper Ivan Tadic mühelos hielt.

Das war fahrlässig, denn jedes Erfolgserlebnis für das junge Team ist wichtig. So stand am Ende eine knappe Niederlage, gegen eine Mannschaft, für die es nur noch um die Goldene Ananas ging, denn Bingen wird nach der Saison seine Mannschaft aus der Oberliga zurückziehen - zumindest hatte dies der Verein vor einigen Tagen angekündigt. Offenbar überlegt man nun aber am Hessenhaus, ob man diesen Schritt tatsächlich auch vollzieht oder nicht. Allerdings steht Bingen auch sportlich aktuell auf einem Abstiegsplatz.

FSV Salmrohr - FSV Jägersburg 2:1 (1:1)

Jägersburg begann stark und hatte in der zehnten Minute eine Großchance zum Führungstreffer. Ein Kopfball von Tim Klotsch nach einer Hereingabe von Paul Manderscheid ging aber knapp über den Kasten der Hausherren. Genauer zielte Paul Manderscheid in der 23. Minute, als er einer Flanke von Florian Steinhauer mit dem Kopf zum 0:1 über die Linie beförderte.

Salmrohr zeigte sich vom Rückstand aber wenig geschockt und übernahm nun die Initiative. Kurz vor der Pause foulte Steven Labisch den Salmrohrer Hednrik Thul im Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Daniel Bartsch zum 1:1-Pausenstand.

Nach etwas mehr als einer Stunde gelang dem ehemaligen Zweitligisten das Siegtor: Jan Umlauf, der früher auch für den FC Hertha Wiesbach am Ball war, bediente Louis Thul. Dieser legte für Marcel Giwer zurück, der die Kugel zum 2:1-Siegtor für die Hausherren ins Netz beförderte.

SV Alemannia Waldalgesheim - FV Diefflen 3:1 (0:0)

Nach einer ausgeglichenen auf Augenhöhe gespielten ersten Halbzeit, war es der Gast, der den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte. Tim Lange besorgte direkt nach Wiederanpfiff das 1:0 für die Dieffler. „Bis dahin waren wir gut im Spiel, hatten alles im ordentlich imGriff“, meinte Mittelfeldspieler Michael Fritsch.

Doch nach einer Stunde kam Waldalgesheim nach einer Ecke, die auf den zweiten Pfosten verlängert wurde, durch Oliver zum Ausgleich. Damit nicht genug: Nur sieben Minuten später war es Nik Rosenbaum der den SVA in Führung schoss. „Es war ein tiefer Ball in die Schnittstelle, da haben wir uns abwehrtechnisch nicht gut verhalten“, schilderte Fritsch die Szene.

Wenig später machte Serdal Günes den Deckel auf den Waldalgesheimer Sieg. „Auswärts läuft es nicht so recht, wir müssen auch mal was aus der Fremde mit nach Hause nehmen“, erkannte Fritsch die Dieffler Auswärtsschwäche.

SV Elversberg II - 1. FC Kaiserslautern II 2:1 (1:1)

Die Gastgeber nutzten schon ihre erste Chance zur Führung. Jannik Spengler und Christian Frank kombinierten sich auf der rechten Seite durch. Die Hereingabe des Elversberger Co-Spielertrainers Frank köpfte Batikan Sonsuz zum 1:0 über die Linie.

Kaiserslautern II glich in der sehr temporeichen ersten Hälfte neun Minuten danach aus. Erijon Shaqiri traf ebenfalls per Kopf nach einer Eckball-Serie für die Gäste. Bei diesem Spielstand blieb es bis in die Schlussphase, in der Kaiserslautern II auf Sieg spielte.

So ergab sich für Elversberg II Raum um schnelle Gegenangriffe zu fahren. Vier Minuten vor Schluss nutzte der A-Jugendliche Leon Bayer einen schnellen Konter zum Siegtor. Bayer traf nach Zuspiel von Moritz Doll mit einem platzierten Schuss aus zwölf Metern zum 2:1. "Wir hatten heute mehrere A-Jugendliche im Einsatz und die haben ihre Sache richtig gut gemacht", freute sich SVE-Trainer Marco Emich.

So geht es für die Saar-Clubs in der Oberliga weiter:

In der Meisterrunde sind der FC Wiesbach und der FV Diefflen beide am kommenden Wochenende auswärts gefordert. Wiesbach spielt am Samstag um 15.30 Uhr beim FV Engers. Gegen diesen Gegner gab es für die Petry-Elf im Hinspiel eine knappe 1:2-Niederlage. Diefflen ist zeitglich zwischen Rhein und Hunsrück beim FC Karbach gefordert. Im Hinspiel feierte das Hofer-Team gegen diesen Gegner einen 3:0-Heimerfolg.

"Verlieren verboten" heißt es für die Clubs in der Abstiegsrunde, wenn sie noch ans sichere rettende Ufer klettern wollen. Ganz besonders wichtig ist für den FV Eppelborn an diesem Samstag um 15.30 Uhr im Heimspiel gegen Hassia Bingen Revanche für die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel zu nehmen. Ansonsten schrumpfen die Chancen der Rot-Weißen auf den Ligaverbleib wohl auf ein Minimum.

Dasselbe gilt für Völklingen und Jägersburg. Röchling steht um 16 Uhr in Eisbachtal vor einer schweren Auswärtsaufgabe. Das Hinspiel gegen die "Eisbären" verlor das Team von Trainer Tim Schwartz knapp mit 2:3. Jägersburg erwartet um 15.30 Uhr den 1. FC Kaiserslautern II. Gegen die "Kleinen Teufel" zog das Team von Trainer Tim Harenberg vor wenigen Wochen im ersten Aufeinandertreffen klar mit 0:4 den Kürzeren - Kaiserslautern II setzte damals aber auch einige Akteure aus dem Drittliga-Kader ein.

Elversberg II hat am Samstag um 15.30 Uhr die Möglichkeit mit einem Sieg beim FSV Salmrohr (Hinspiel: 3:2 für die SVE II) den Kontakt zu den sicheren Nichtabstiegsplätzen nicht abreißen zu lassen.

So viele Teams müssen aus der Oberliga absteigen:

Zwischen vier und acht Absteiger gibt es diese Saison aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die Liga, die aktuell aus 24 Teams besteht, soll binnen drei Jahren wieder auf ihre "Regelstärke" von 18 Teams zurückgeführt werden. In einem ersten Schritt soll es ab der Spielzeit 2022/23 nur 22 Oberligisten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland geben.

Pirmasens und Schott Mainz in der Regionalliga auf Abstiegsplatz

Nach derzeitigem Stand in der Regionalliga Südwest würden von dort der TSV Schott Mainz und der FK Pirmasens in die RPS-Oberliga absteigen. Sollte dies so kommen, müssten sieben Clubs aus der Oberliga-Abstiegsrunde die Liga nach unten verlassen.

Diese Zahl könnte sich noch auf sechs reduzieren, wenn der Tabellen-Zweite der Meisterrunde (Eintracht Trier oder Wormatia Worms) sich in den Aufstiegsspielen zur Regionalliga gegen die Vizemeister der Oberligen Hessen und Baden-Württemberg durchsetzt.

Sollte aus der Regionalliga Südwest zusätzlich noch der ebenfalls abstiegsbedrohte FC Rot-Weiß Koblenz unter den Strich rutschen, würde es noch einen Oberligisten mehr treffen. Zumindest was die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga angeht, haben die Oberligisten bald Klarheit. Denn der letzte Spieltag in dieser Klasse ist für den 14. Mai terminiert.

Saarlandligisten blicken gebannt auf die Oberliga

Auf den Abstiegskampf in der Oberliga blicken auch die Teams der Saarlandliga gebannt. Denn von der Anzahl der Oberliga-Absteiger hängt auch dort die Anzahl der Absteiger ab. Bei keinem oder einem Oberliga-Absteiger müsste dort nur ein Team runter. Dies wäre dann der VfB Dillingen, der sein Team in der Winterpause vom Spielbetrieb zurückgezogen hat.

Für jeden weiteren saarländischen Oberliga-Absteiger muss ein Team mehr die Saarlandliga nach unten verlassen. Das heiß zum Beispiel, dass es bei drei saarländischen Oberliga-Absteigern auch drei Saarlandliga-Absteiger geben würde.

Aufrufe: 023.4.2022, 18:47 Uhr
semAutor