Florian Treske
Florian Treske – Foto: Archivfoto: Mam

FV Biberach will nach oben

Traditionsclub peilt Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga an.

Biberach / feg - Sehr ambitioniert geht der FV Biberach die Saison 2020/21 in der Fußball-Landesliga an. Nach den Rängen vier (18/19) und drei (19/20) in der Abschlusstabelle lautet das Saisonziel des Clubs aus der Kreisstadt diesmal Platz eins bis zwei. Zum Auftakt steht für den FV Biberach ein Heimspiel gegen den SV Weingarten auf dem Programm (Anstoß: Samstag, 15.30 Uhr).

"Wenn ich die letzten zwei Saisons und die Platzierungen am Ende sehe, dann kann das Ziel nur Platz eins bis zwei heißen. Die Mannschaft hat auch einfach das Potenzial dafür", sagt Florian Treske, der in seine zweite Spielzeit beim FV Biberach als verantwortlicher Spielertrainer geht. Als die größten Konkurrenten im Rennen um die ersten beiden Plätze nennt er den FC Albstadt ("Eine sehr starke Mannschaft") und den FV Olympia Laupheim ("Hat sich gut verstärkt"). Auch den FV Ravensburg II habe er auf der Rechnung.

"Man kann und muss zufrieden sein"

Die Vorbereitung sei insgesamt gut gelaufen. "Man kann und muss zufrieden sein. Wir hatten schon mit der Urlaubszeit zu kämpfen, hatten aber immer 15 bis 16 Stammspieler im Training und konnten daher gut arbeiten", sagt Florian Treske. "Die, die da waren, haben alle gut mitgezogen." Einzig Robin Biesinger habe wegen Schmerzen im Fuß nur Lauftraining machen können. "Von Testspiel zu Testspiel war eine Steigerung zu sehen", so der 33-Jährige. Einziger Wermutstropfen sei das Aus im WFV-Pokal in Runde eins gegen Mietingen gewesen. "Wir haben das Spiel aufgearbeitet. Die Körpersprache war nicht die, die die Spieler sonst an den Tag legen", erläutert er aus seiner Sicht den Hauptgrund für die Niederlage. Gegen Leutkirch im darauffolgenden Testspiel sei diese schon wieder viel besser gewesen. Dieses gewann der FV Biberach mit 6:1. Bei der Generalprobe vor dem Ligastart gegen den Landesligisten SSG Ulm am vergangenen Samstag gab es einen 2:0-Sieg für den FVB.

Der aktuelle Kader umfasst 22 Spieler durch die sieben Zugänge im Sommer. Vier davon – Noah Majer, Philipp Nadig Niklas Lulei und Patrick Wilpert – bringen Landesliga-Erfahrung mit, Mathias Wesolowski hat darüber hinaus schon mehrere Jahre in der Verbandsliga gespielt. Alle Neuen hätten sich bestens integriert. Am meisten hervorgetan in der Vorbereitung hat sich laut Florian Treske der aus der A-Jugend aufgerückte Daniel Popp. Ob er ein Kandidat für die Startelf im Auftaktspiel gegen Weingarten sei, bleibe abzuwarten. "Am Samstag werden die spielen, die sich insgesamt am besten präsentiert haben in der Vorbereitung", so der FVB-Spielertrainer, der sich auch in der Torwartfrage noch nicht festlegen will. "Es ist ein offenes Rennen um die Nummer eins im Tor." Es werde aber aber definitiv eine Nummer eins und eine Nummer zwei geben.

"Ich hätte ihn gerne behalten"

Doppelt schwer wiegt nach Ansicht von Florian Treske der Abgang von Kapitän Andreas Wonschick in der Sommerpause, weil dieser in den letzten Jahren als Torschütze und Führungsspieler in einem kleinen Kader geglänzt habe. In der coronabedingt vorzeitig abgebrochenen Spielzeit 19/20 war Wonschick mit 15 Treffer in 18 Spielen ligaweit der zweitbeste Torschütze, zur neuen Saison hat er als Spielertrainer beim TSV Ummendorf (Kreisliga A) angeheuert. "Ich hätte ihn gerne behalten", sagt Florian Treske. "Für ihn war es jedoch die richtige Entscheidung mit Blick auf die Zukunft. Seinen Abgang müssen wir im Kollektiv abfangen." Dennoch sei die Mannschaft vor allem in der Breite jetzt stärker aufgestellt. "Weil die Spieler in der vergangenen Saison alle einen Schritt nach vorn gemacht haben. Der Kader ist auch größer geworden. Das gibt uns mehr Optionen künftig", so der FVB-Spielertrainer. Hinsichtlich der Spielweise seiner Mannschaft werde sich nichts ändern: "Wir werden unsere taktisch offensiv ausgerichtete Marschroute beibehalten."

Die Liga ist für Florian Treske stärker geworden im Vergleich zur Vorsaison. "Mit Riedlingen ist beispielsweise ein sehr starker Aufsteiger dazugekommen", so der 33-Jährige. "Auch dass es jetzt drei Mannschaften mehr sind, lässt die Saison zu einer noch größeren Herausforderung werden." Vom modifizierten Spielsystem – zunächst eine Einfachrunde, im Anschluss eine Meisterrunde (Play-offs) und Abstiegsrunde (Play-downs) – sei er nicht so der Freund gewesen. "Ich hätte lieber eine normale Runde gespielt. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist es aber das Beste, weil es so weniger Spiele, 28 statt 38, gibt", sagt der FVB-Spielertrainer. "Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Saison überhaupt komplett gespielt werden kann aufgrund von Corona. Da bleibt nur abwarten. Alle müssen sich einfach an die Corona-Regeln halten, dann könnte eine komplette Saison gespielt werden."

Auftaktspiel ist Pflichtaufgabe

Das Auftaktspiel am kommenden Samstag im Biberacher Stadion gegen den SV Weingarten, der als Tabellenvorletzter vom Abbruch der Saison 19/20 profitierte, bezeichnet Florian Treske als Pflichtaufgabe. "Da müssen wir drei Punkte holen. Wir gehen als Favorit in das Spiel und das wollen wir auch zeigen", sagt der FVB-Spielertrainer. "Wir werden das Spiel auf jeden Fall offensiv angehen, mit der richtigen Körpersprache, und werden den Gegner keinesfalls unterschätzen." Er ist optimistisch, dass auch Niklas Lulei, der sich gegen Mietingen eine leichte Oberschenkelzerrung zugezogen hatte, zum Saisonstart zur Verfügung stehen wird.

Aufrufe: 019.8.2020, 05:00 Uhr
Schwäbische Zeitung / fegAutor