Hat nach dem Sieg in Bad Vilbel gut Lachen: SC-Trainer Daniyel Bulut. Archivfoto: Bär
Hat nach dem Sieg in Bad Vilbel gut Lachen: SC-Trainer Daniyel Bulut. Archivfoto: Bär

Glücklicher Befreiungsschlag

HESSENLIGA: +++ SC Waldgirmes „stößt den Bock um“ und feiert zehnten Saisonsieg +++

BAD VILBEL (frl). Der SC Waldgirmes hat den Befreiungsschlag geschafft. Die Lahnauer siegten nach erfolglosen Wochen am Samstag in der Hessenliga beim FV Bad Vilbel glücklich mit 1:0 (0:0).

Eine vorbildliche Einstellung und Laufbereitschaft, ein Sonntagsschuss am Samstag und eine über die gesamte Spieldauer überlegene, im Angriff aber harmlose Heimelf – so lautete die Mixtur des im Abstiegskampf so wichtigen zehnten Saisonerfolgs der Mittelhessen. Ein Sieg, der am Tag des 100. Geburtstags des FV auf die Stimmung des Aufsteigers aus der Wetterau schlug und es den Gästen gleichzeitig leicht machte, über so manche Unzulänglichkeiten hinwegzusehen.

„Heute war die Anspannung vorher mindestens genauso groß wie die Erleichterung jetzt. Wir haben unser Glück erzwungen, jetzt zählen erst einmal nur die drei Punkte“, freute sich SC-Trainer Daniyel Bulut, der seinen Emotionen nach dem Abpfiff freien Lauf ließ.

Auf dem holprigen Rasen des Niddasportfeldes entwickelte sich eine schwache und torchancenarme Begegnung, in der die Hausherren ihren Gegner früh attackierten und schon bald zu ihrer hochkarätigsten Torchance kamen. Nach einem feinen Anspiel stand Alexander Bauscher plötzlich frei vor SC-Schlussmann Fabian Grutza, der mit einer starken Parade den frühen Rückstand verhinderte (10.).

Den zweiten Aufreger gab es zehn Minuten später, als Grutza einen Flatterball von Kristijan Bejic nach vorne abklatschen ließ und Fatih Uslu den Abpraller aus einer geahndeten Abseitsstellung zum vermeintlichen Führungstreffer einköpfte (20.).

FV Bad Vilbel - SCW 0:1

„In den ersten 20 Minuten hatten wir keinen Zugriff, danach standen wir besser. Wir brauchen heute aber wohl einen Geniestreich, um ein Tor zu erzielen“, schien der wegen einer noch nicht auskurierten Fersenverletzung fehlende Dennis Lang zur Halbzeitpause eine Vorahnung zu haben. Den Gästen fehlte es über weite Strecken nämlich an Präzision im Passspiel, an Ideen im Spielaufbau und schlicht an Qualität in der Offensive.

Gefährlich wurde es vor dem Tor des kaum geprüften FV-Keepers Sadra Sememy genau dreimal, jeweils nach Freistößen von Tolga Duran aus dem Halbfeld. Beim ersten war der aufgerückte Karl Cost am langen Pfosten zu überrascht und setzte seinen Kopfball neben das Gehäuse (30.), den zweiten verlängerte FV-Verteidiger Dominik Emmel beinahe ins eigene Tor (70.), ehe Volkan Öztürk den zu kurz abgewehrten dritten Standard mit einen blitzsauberen Volleyschuss im FV-Tor unterbrachte (82.). Die Hausherren schnupperten durch Bejic (83.) und den eingewechselten Nuh Uslu (84.) zwar nochmals am Ausgleich, der aber zur Freude der mitgereisten und mächtig Stimmung machenden SC-Supporters nicht mehr fallen sollte.

„Das ist frustrierend und traurig. Wir machen über 90 Minuten das Spiel und stehen am Ende gegen einen in allen Belangen unterlegenen Gegner ohne Punkte dar“, zeigte sich Amir Mustafic enttäuscht. In einem lag der FV-Trainer allerdings falsch. Hinsichtlich Mentalität und Effektivität waren die Gäste seinem Team den entscheidenden Tick voraus.

FV Bad Vilbel: Sememy – Sabic, Geh, Alik, Emmel – Tilger, Bozina – Pejic (76. Nuh Uslu), Bauscher (59. Knauer) – Bejic, Fatih Uslu (66. Maksumic).

SC Waldgirmes: Grutza – Fries, Schmidt, Cost, Siegel – Golafra, Schneider (80. Geller) – Öztürk, Tolga Duran, Ciraci – Hartmann (76. Hinz).

Tor: 0:1 Öztürk (81.) - Schiedsrichter: Wahl (Wolfhagen) - Zuschauer: 350



Aufrufe: 031.3.2019, 16:00 Uhr
Gießener AnzeigerAutor

Verlinkte Inhalte