Leutershausen (weiß) hängt diese Runde den Erwartungen hinterher.
Leutershausen (weiß) hängt diese Runde den Erwartungen hinterher. – Foto: Waldemar Binder

Ein dunkler Winter ohne Fußball

Kreis Mannheim +++ Schriesheims Trainer Karlheinz Lohnert vermisst den Trainingsbetrieb +++ Ladenburg mit positiver und Leutershausen mit negativer Zwischenbilanz

Zufriedenstellend ist anders. "Ich gehe morgens im Dunkeln aus dem Haus, komme abends im Dunkeln nach Hause und dann darf ich nicht auf den Trainingsplatz, sondern muss faul auf der Couch liegen", schmunzelt Karlheinz Lohnert, der Trainer des SV Schriesheim aus der Kreisklasse A und nimmt die gegenwärtige Situation rund um Corona mit einer gesunden Portion Humor.

Mit seiner Mannschaft ist er, wie der Großteil der Amateurklubs, ausschließlich über WhatsApp in Kontakt. Immerhin zwei Langzeitverletzten ist es nun möglich, sich in Ruhe auszukurieren und quasi als Gewinner der Pause hervorzugehen. Das ist jedoch ein schwacher Trost für Lohnert und seine Schützlinge. Der Trainer des Tabellensiebten hofft auf eine baldige Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb und würde im Fall der Fälle auch zügig mit den Übungseinheiten beginnen. "Wenn ab dem 1. Januar Training erlaubt wäre, würden wir dienstags am 5. Januar beginnen", so Lohnert. Einen detaillierten Vorbereitungsplan hat er aufgrund der ungewissen Lage aber nicht entworfen.

Im Hinblick auf die noch zu absolvierenden 25 Partien wiederholt er seine Einschätzung vom Sommer: "Damals habe ich schon gesagt, dass wir aus den 33 A-Klasse-Mannschaften am besten drei 11-er Staffeln hätten machen sollen. Das hätte die Wahrscheinlich enorm vergrößert eine komplette durchzubekommen." Es kam anders und wird in der zweiten Saisonhälfte wahrscheinlich zu einem alternativen Spielmodell kommen.

Ähnliches bahnt sich in der Kreisliga an, die mit 18 Klubs sogar eine Mannschaft mehr ins Rennen geschickt hat. Eine der ganz großen positiven Überraschungen ist dabei der FV 03 Ladenburg. Der letztjährige Aufsteiger ist mit fünf Siegen aus fünf Spielen fulminant gestartet, musste kurz vor der Pause allerdings ein wenig Federn lassen. Nur einen Zähler holten die Gelb-Schwarzen aus den letzten drei Partien.

"Trotzdem gibt es rein sportlich betrachtet wenig auszusetzen", fasst FV-Trainer Jörg Höpfner den bisherigen Saisonverlauf zusammen. Er blickt voraus und wünscht sich, dass seine Mannschaft aus den Rückschlägen gegen Neckarau (2:4), Rheinau (0:2) und Friedrichsfeld (2:2) gelernt hat. "Wenn es weitergeht, müssen wir die Kurve bekommen, wobei ich festhalten muss, dass die gute Ausbeute bei unserem Anspruch nicht zu erwarten gewesen ist", ordnet er den dritten Tabellenplatz realistisch ein.

An der Spitze stehen punktgleich der SV Enosis Mannheim und der SC Rot-Weiß Rheinau. Für Höpfner ist klar, wer sich diese Runde durchsetzen wird, "Rheinau ist der absolute Topfavorit für mich, sie sind die stärkste Mannschaft."

Von so einer Erwartungshaltung ist der FV Leutershausen vor Saisonbeginn nicht weit entfernt gewesen, die Realität ist nach acht Spielen eine andere. Die als Mitfavorit gehandelte Mannschaft von Spielertrainer Stefan Matthes steckt mit sieben Zählern als Fünfzehnter mittendrin im Abstiegskampf und musste mehrere Rückschläge verkraften. Zwar haben sie nach dem dritten Spieltag nicht mehr verloren, allerdings holten sie seitdem nur einen Sieg bei vier Unentschieden und treten mehr oder weniger auf der Stelle.

"Das ist natürlich deutlich zu wenig, wenngleich ich sagen muss, dass ich eine derartige Verletztenmisere noch nie erlebt habe", spricht Matthes die durchweg acht bis zwölf ausgefallenen Spieler pro Wochenende an. In dieser Hinsicht kommt die Unterbrechung wie gerufen, bis auf zwei Akteure, die jeweils mit einem Kreuzbandriss längere Zeit fehlen, sollten bis zum Vorbereitungsbeginn, wann immer der auch sein soll, alle zurückkehren. "Dann hätte ich wieder eine große Auswahl", sieht Matthes die nahe Zukunft positiv. Neben der obligatorischen WhatsApp-Gruppe hat er bei seinen Spielern telefonisch durchgeklingelt, um sich persönlich über deren Gemütslage und Gesundheit zu informieren. "Ab Januar sollen die Jungs anfangen intensiver für sich zu trainieren, damit wir später nicht bei Null beginnen müssen", hat Matthes klare Vorgaben gemacht.

Aufrufe: 027.12.2020, 11:30 Uhr
red.Autor

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