
Wiesbaden. Damit hatten die B-Jugendfußballer der SG Germania Wiesbaden wohl in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet: Sie zählen in dieser Saison zu den sechs besten Futsal-Teams Deutschlands in ihrer Altersklasse. Die Krönung des Ganzen: Am Samstag und Sonntag sind die jungen Wiesbadener um Kapitän Leo Eickhoff in Duisburg-Wedau dabei, wenn der Deutsche Meister ausgespielt wird.
Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt vom Wiesbadener Kurier.
„Wir sind in den Kreisentscheid ohne die Erwartung gegangen weiterzukommen“, verrät Germania-Torhüter Moritz Kreutzer. Doch es gelang und markierte den Start eines ungeahnten Höhenflugs in der südamerikanischen Hallenfußball-Variante mit intensiven Duellen vier gegen vier plus Keeper auf einem Handballspielfeld mit sprungreduziertem Ball. Die Hürde auf Regionalebene wurde genommen, der Gewinn des Hessentitels und der DM-Einzug als Süddeutscher Vizemeister zuletzt – Moritz Kreutzer hatte in der entscheidenden Partie gegen Eintracht Freiburg im Siebenmeterschießen zweimal pariert – lösten Euphorie aus. Als erster Wiesbadener Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften fahren sie nun gen Westen. „Das finde ich schon krass“, staunt Moritz Kreutzer, der beim SV Frauenstein begann, seit der E-Jugend bei der Germania spielt.
Die Qualifikation für Duisburg sei „ein Erfolg mannschaftlicher Geschlossenheit“, findet der 16-Jährige, der beim Futsal, entgegen mancher Partie im Freien, unter Vollbeschäftigung steht und genau das genießt. Wie die gesamte Mannschaft die Spiele unterm Hallendach nach speziellen Regeln mit Leidenschaft bestreitet. „Ich finde, dass wir ein technisch gutes Team sind und gut zusammenarbeiten“, sagt Feldspieler Leopold Fraund-Schmidthals in Verbindung mit dem, was beim Futsal gefordert ist: Technik und Spielvermögen. Jeder werde durch Futsal, bei dem ohne Hallenbande gespielt wird, technisch besser, lässt der 15-Jährige anklingen. Schnell den Ball zu spielen, schnell in die Räume zu gehen, das sei in etwa so wie Barcas Tiki-Taka-Fußball, für den Hollands Legende Johan Cruyff Grundlagen gelegt hatte.
Aber auch Ausdauer ist gefragt. In Duisburg wird die Spielzeit auf 20 Minuten netto erhöht. Heißt: Bei jeder Unterbrechung, bei jedem Ball im Aus wird die Zeit angehalten. Eintracht Trier und Fortuna Köln heißen die Gegnerteams mit klangvollen Namen in der Dreier-Gruppe der Germania. Platzierungsspiele und Finale folgen am Sonntag. „Wir sind schon mit Platz sechs glücklich“, sieht Leopold Fraund-Schmidthals, der auf eine Zeit als Torhüter im NLZ des FSV Mainz 05 zurückblickt, nach der Rückkehr zur Germania wieder im Feld spielt, alleine schon die Teilnahme als Riesenerfolg an. Aber sollte es mehr werden, wird die Mannschaft des jüngeren B-Jugendjahrgangs, die an sich glaubt und jede Menge Begeisterung entfacht hat, das gerne mitnehmen.
In Gruppe zwei sind Hansa Rostock, der FC Memmingen und USC Paloma am Start.