
Samstag, 11 Uhr. Eine Uhrzeit, zu der viele noch darüber nachdenken, ob sie erst zum Bäcker oder nochmal ins Bett sollen. Beim SV Neulangen rollt da schon längst der Ball. SV Neulangen gegen Eintracht Emmeln - Testspiel, frühe Anstoßzeit, aber mit allem, was den kleinen Fußball so groß macht.
Für einen FuPaGraf heißt das: Arbeitsklamotten aus, Kamera an. 20 Minuten vor Abpfiff am Platz angekommen, gerade rechtzeitig für den Ehrentreffer der Hausherren durch Bernd Rusche und gleich drei Treffer der Gäste aus Emmeln, die in dieser Phase ihre Klasse zeigten.
Das Endergebnis: 1:6. Doch wie so oft sagen Zahlen wenig über Stimmung, Einsatz und Spielfreude. Denn vor allem in Halbzeit eins zeigte Neulangen eine couragierte Vorstellung, kompakt in der Defensive, mutig im Spielaufbau, mit mehreren Chancen. Zur Pause stand es nur 0:1, und das völlig verdient.
In Halbzeit zwei wurde rotiert, die Beine schwerer, die Räume größer - Eintracht Emmeln, immerhin in der letzten Saison Emslandpokal-Finalist, nutzte das eiskalt.

Am Rand der Partie entwickelten sich wie so oft die besseren Geschichten: ein kurzer Plausch mit Stefan Többen, Trainer der Emmelner, der auch bei einem Testspiel um 11 Uhr aufmerksam jede Szene verfolgt und Timo von Linteln, der neben ihm mit feinem Blick das Geschehen begutachtete.
Auf der anderen Seite beobachtete Jens Veenker still das Geschehen. Er übernimmt beim SV Neulangen das Traineramt von Hermann-Josef Bruns, der den Verein in den letzten fünf Jahren mit Erfahrung und ruhiger Hand geprägt hat. Große Fußstapfen, ja, aber der erste Auftritt Veenkers lässt hoffen.

Und dann war da noch diese Szene, die nur der Fußball schreibt: Ein gelbes Postauto rollt am Spielfeldrand vorbei. „Jetzt weiß ich, warum ich mein Paket nicht bekommen hab“, scherzt der Emmelner Torwart. Ein Blick zur Seite und da winkt jemand aus dem Wagen. Jan Hopster, Schiedsrichter, in offizieller DHL-Mittagspause. Kein Spiel für ihn heute, aber zum Zuschauen reicht’s, inklusive kurzer Aufzählung seiner nächsten Einsätze: Fünf Spiele in der kommenden Woche. Wahrscheinlich ohne Postmütze und an einem Tag wird er auch vor meiner Kamera stehen.
