2026-01-09T09:36:09.492Z

Spielbericht
Die Hinrunde der Bayer-Frauen kann sich wahrlich sehen lassen.
Die Hinrunde der Bayer-Frauen kann sich wahrlich sehen lassen. – Foto: Pressefoto Eibner

Fußballerinnen von Bayer Leverkusen können Bestwert erreichen

Nach dem 2:1 im Derby gegen den 1. FC Köln mischen Bayers Bundesliga-Frauen in der Spitzengruppe mit.

Auf Torspektakel und glanzvolle Kantersiege warten Fans von Bayer Leverkusens Fußballerinnen in dieser Spielzeit bisher vergeblich. Spannung bis zum Schlusspfiff sind die dagegen gewöhnt. Die klarsten Erfolge für das Team von Trainer Roberto Pätzold sind bisher zwei 2:0-Auswärtssiege im Pokal beim Regionalligisten Karlsruher SC und in der Liga beim Nachbarn SGS Essen. Meist gab nur ein Treffer den Ausschlag – wie beim 3:2-Sieg in Freiburg, dessen Wertung nach wie vor die Sportgerichtsbarkeit beschäftigt, oder wie nun beim 2:1-Derbysieg beim 1. FC Köln.

Angesichts der vielen knappen Resultate ist es fast ein bisschen untergegangen, dass die Leverkusenerinnen kurz davor sind, die beste Halbrunde in der Geschichte des Frauenfußballs unterm Bayer-Kreuz zu spielen. Drei Spieltage sind in der Hinrunde noch zu absolvieren – und Bayer 04 steht bereits bei 17 Zählern. Beides steht unter der Prämisse, dass die Wertung der Partie im Breisgau Bestand hat.

Noch ein Sieg bis zum neuen Rekord

Damit ist die Ausbeute der bislang besten Hinrunde in der Saison 2020/2021 bereits erreicht und es fehlt nur noch ein Punkt bis zum Bestwert in einer Halbserie. In der Rückrunde der Spielzeit 2022/23 sammelten die Fußballerinnen 18 Punkte. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass die Rheinländerinnen bereits am Sonntag einen neuen Bestwert erreichen. Denn zu Gast ist dann Aufsteiger Turbine Potsdam, der bisher sieglose Tabellenletzte.

Mit unaufgeregter Konstanz kamen die Rheinländerinnen bislang zum Erfolg. In der Liga stehen nach acht Spieltagen fünf Siege, zwei Remis und eine ebenfalls knappe 2:3-Niederlage gegen Titelverteidiger FC Bayern zu Buche. Damit gehören die Leverkusenerinnen zur Spitzengruppe der Liga und liegen nach rund einem Saisondrittel nur zwei Zähler hinter Rang zwei. Sie dürfen sich also zumindest leise Hoffnungen darauf machen, dass der Traum von einer Europapokal-Qualifikation wahr wird. Allerdings beschert der Spielplan dem Team eine knifflige Rückrunde. In dieser müssen sie auswärts bei den ambitioniertesten Konkurrenten in München, Wolfsburg, Frankfurt und Hoffenheim antreten.

Im bislang engen Rennen um die drei Europapokal-Plätze kommt erschwerend hinzu, dass Bayer als Verkörperung der Redewendung, dass gute Pferde nur so hoch springen, wie sie müssen, unter den Top Vier die mit Abstand schlechteste Tordifferenz mitbringen. Ein Plus von fünf Treffern ist deutlich weniger als die jeweils klar zweistelligen Vorteile von München, Wolfsburg und Frankfurt.

Tore auf mehrere Schultern verteilt

Die bislang 15 Saisontore in der Liga sind gut verteilt. In der teaminternen Bestenliste setzte sich Cornelia Kramer durch den Doppelpack beim Derbysieg in Köln an die Spitze. Sie traf insgesamt viermal. Jeweils drei Tore stehen für ihre Sturmkollegin Caroline Kehrer und Kapitänin Kristin Kögel in der Bilanz, der mit drei Assists auch die meisten Torvorlagen gelangen. Für je zwei Treffer leisteten Kramer, Kehrer und Karolina Lea Vilhjalmsdottir die Vorarbeit.

Erfreulich: Die bisherigen Begegnungen im Ulrich-Haberland-Stadion verfolgten im Schnitt bislang 1.169 Zuschauer und damit mehr als in der Vorsaison (1.030) Das ist allerdings immer noch ein unterdurchschnittlicher Wert in der höchsten Spielklasse.

Aufrufe: 05.11.2024, 22:00 Uhr
RP / Tobias KrellAutor