
In der Fußball-Kreisliga A Düren trennen sich Düren 77 und Welldorf-Güsten 2:2. Lohn tritt im Nachholspiel nach der Pause nicht mehr an.
„Fußball ist kein Wunschkonzert.“ Dieses häufig gebrauchte Zitat im Profisport - schon oft genutzt vom mittlerweile zum Kulttrainer „aufgestiegenen“ Jürgen Klopp - beinhaltet nicht mehr oder weniger die Tatsache, dass nichts planbar ist, Ergebnisse oft nicht den Erwartungen entsprechen. Dies weiß aktuell auch Thomas Graf, Trainer von Grün-Weiß Welldorf-Güsten nach dem 2:2-Spiel beim FC Düren 77.
„Nach 20 Spielminuten musste es schon 4:0 für uns stehen, dann wäre der Drops gelutscht gewesen.“ War er aber nicht, wie der weitere Spielverlauf zeigte. Die erste Torchance hatte Gästeakteur Jens Westmark schon nach 20 Sekunden auf dem Fuß, aber er schoss das Leder vorbei. In der fünften Minute allerdings war das Tor fällig. Er verwandelte einen an Jan Pahl verschuldeten Elfmeter sicher zum 0:1. Eine Führung, welche Max Ries in der 15. ausbauen musste. „Dies war eine Tausendprozentige“, machte sich Graf Luft, feuerte sein Notizbuch wütend auf das Spielfeld.
Und er erlebte genau, wie Ilker Ermayasi eine Minute später einen Freistoß aus dem Spielgeschehen vor der Strafraumgrenze herausholte, der von Nico Oepen schnell ausgeführt wurde. Die Grün-Weißen waren nicht im Bilde, Stavros Tsiakiris war zur Stelle, es hieß 1:1. Danach hatten die Gäste noch drei bis vier Mal Chancen, die allerdings allesamt versiebt wurden beziehungsweise von Timo Beusch im Dürener Tor vereitelt wurden. „Wäre das 0:2 gefallen, dann die weiteren Möglichkeiten durch die Gäste in der ersten halben Stunde genutzt worden, ja dann wäre das Spiel entschieden gewesen“, sagte Thomas Schlammer, Coach der Gastgeber, der damit die Meinung seines Gegenübers teilte.
Doch, wie gesagt, es war kein Wunschkonzert, Düren 77 kam besser zur Geltung. Und nach der Pause auch zu guten Torchancen. Eine nutzte Thomas Bergstreiser nach Zuspiel von Ermayasi in der 50. zum 2:1, was Welldorf-Güsten veranlasste, Druck zu machen und sich Chancen zu erspielen durch Ries (62.) und Carl Pithan (66.), die allerdings von Beusch zunichte gemacht worden. Dessen Reaktionsvermögen stand Nico Hühne in nichts nach, auch er ließ toremäßig für die Platzelf nichts zu. In der 70. Minute riskierte er bei einer Rettungsaktion Kopf und Kragen gegen Vladyslav Barannikov, verhinderte die Führung und zog sich dabei, so die erste Prognose, einen Schulterbruch zu, musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Jonas Thevißen rückte in den Kasten, seine Paraden sicherten den Grün-Weißen den einen Punkt, den sie durch das Kopfballtor von Timon Stier in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 mit nach Hause nahmen. Zuvor hatte Thevißen mit einer Superparade den Elfmeter von Ermayasi gehalten. Durch die mangelnde Chancenverwertung sprach Schlammer, wie in den zwei Spielen zuvor gegen Frenz und Koslar, erneut „von zwei verschenkten Punkten.“ Für Graf endete das Spiel mit einer, so wörtlich, „emotionellen Achterbahn der Gefühle, denn neben den spielerischen Gesichtspunkten bin ich von den heimischen Zuschauern fast das ganze Spiel verbal angegangen worden.“
Was den Abstieg anbelangt, verschaffte sich die SG Nörvenich-Hochkirchen mit einem verdienten 2:0-Heimsieg gegen Freialdenhoven etwas Luft, kletterte auf Rang 14. Weiterhin bedrohlich ist die Lage bei der Salingia in Barmen, die mit 0:2 gegen Frenz verlor. Fast schon abgeschlagen ist die Rhenania aus Lohn, die im Nachholspiel unter der Woche in Wenau beim Pausenstand von 0:5 nicht mehr weiterspielte, nach Aussage von Trainer Frank Löhr zur Pause vier verletzte Akteure beklagen musste. „Ich konnte zu Beginn nur elf Spieler auflaufen lassen, aber jetzt am Donnerstagabend werden einige Verletzte zurückkommen.“
Für das Schlusslicht geht es dann gegen den BC Oberzier (19.30 Uhr). Schon am Mittwochabend ist Barmen gegen Huchem-Stammeln. Ebenfalls ab 19.30 Uhr.
Die Partien des Wochenendes:
Barmen – Frenz 0:2 (0:0): 0:1 Uksmajil (55.), 0:2 Zariqi (90.).
Jülich 10/SV Hoengen – Koslar 2:2 (1:2): 0:1 Müller (27.), 0:2 Seidel (36.), 1:2 Klee (38.), 2:2 Voss (75.).
Düren 77 – Welldorf-Güsten 2:2 (1:1): 0:1 Westmark (5.), 1:1 Tsiakiris (17.), 2:1 Bergstreiser (50.), 2:2 Stier (90.+11), I. Ermayasi verschießt FE (90.+5, Düren 77).
Golzheim – Lohn 6:2 (1:1): 0:1 Nowack (21.), 1:1, 2:1 Porschen (29., 54.), 2:2 Nowack (55.), 3:2 Hürtgen (61.), 4:2, 5:2 Graf (84., 89.).
Oberzier – Huchem-Stammeln 2:1 (0:1): 0:1 Fischer 25., 1:1 Garding (53.), 2:1 Kornetzky (90.).
SW Düren – Burgwart 2:1 (0:1): 0:1 Fischer (24.), 1:1 Garding (53.), 2:1 Nbongo (86.).
Winden – Wenau 0:0
Nörvenich-Hochkirchen – Freialdenhoven 2:0 (1:0): 1:0 Pyka (11.), 2:0 Paeffgen (77.).
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