2024-04-16T09:15:35.043Z

Allgemeines
– Foto: FuPa-Grafik

FuPa-Medizincheck: Der Syndesmosenriss (Teil 2)

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport

Im FuPa-Medizincheck berichtet Dr. Simeon Geronikolakis über Verletzungen im Sport und wie diese behandelt werden können. In dieser Ausgabe geht es um den Syndesmosenriss (Teil 2).

Wie wird ein Syndesmosenriss behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Syndesmosenverletzung, der wie bereits im ersten Teil erwähnt, durch die körperliche, manuelle Untersuchung mit den gezielten Tests, die Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen, ggf. die Kernspintomographie (MRT) des Sprunggelenkes und insbesondere durch die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) bestimmt wird. Ist die Syndesmose nur überdehnt bzw. eingeblutet, aber in der gesamten Kontinuität durchgängig und zeigt sie sonographisch in der dynamischen Prüfung stabile Verhältnisse, kann eine konservative Therapie eingeleitet werden, die abhängig von den Begleitverletzungen entsprechend gestaltet werden sollte.

Ist die Syndesmose teilgerissen, aber in der funktionellen Prüfung durch die Sonographie stabil, so folgt ebenfalls eine konservative Therapie. Diese ist individuell zu bestimmen, da sie abhängig vom Patienten ist und vor allem vom Ausmaß der Schädigung der Syndesmose sowie von den Begleitverletzungen, und kann das Tragen eines Spezialschuhs bzw. einer Orthese, evtl. die Teilbelastung an Gehstützen unter Thromboseprophylaxe und eine begleitende physiotherapeutische Behandlung beinhalten.

Bei einem Teilriss der Syndesmose mit sicher festgestellter Instabilität in der Sprunggelenksgabel oder bei einem kompletten Riss, der also die vordere und hintere Syndesmose betrifft, wird eine operative Versorgung empfohlen.

Warum muss ein kompletter Syndesmosenriss operiert werden?

Bei einem kompletten Riss der Syndesmose und sich daraus ergebender Instabilität der Sprunggelenksgabel weichen unter Belastung Schien- und Wadenbein auseinander, was eine mangelhafte Führung der Sprunggelenksrolle zu Folge hat und langfristig zu chronischen Schmerzen, zu einer chronischer Instabilität und zu einem vermehrten Verschleiß im Sprunggelenk führen kann. Durch einen operativen Eingriff kann in diesem Fall die Sprunggelenksgabel stabilisiert werden.

Was wird bei der Operation genau gemacht?

Meistens ist es ausreichend über einen kleinen Schnitt eine Stellschraube zwischen Schien- und Wadenbein einzubringen, um so die Sprunggelenksgabel in korrekter Stellung zu stabilisieren. Bei einem etwas neueren OP-Verfahren wird statt der Stellschraube ein dynamisches Plättchen-Faden-System, ein sogenannter Tight-rope, eingesetzt, mit dem beide Knochen zusammengezogen und festgehalten werden.

Wie sieht die Nachbehandlung nach einer Operation aus?

Erfolgt die Operation mittels einer Stellschraube, so ist anschließend eine Entlastung des Sprunggelenkes notwendig, bis die Schraube nach der sechsten Woche wieder entfernt wird. Beim Tight-rope-Verfahren kann in den ersten sechs Wochen teilbelastet werden und es erübrigt sich ein zweiter Eingriff, da der Tight-rope dauerhaft im Körper verbleiben kann. Unter begleitender Physio- und später auch Sporttherapie sowie einem genau definierten sportartspezifischen Aufbauprogramm ist bei regelrechtem Heilungsverlauf mit einer uneingeschränkten Sport- bzw. Wettkampffähigkeit frühestens nach 12 Wochen zu rechnen.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in der Privatpraxis Dr. Geronikolakis in Ludwigsburg praktizierende und nicht nur in Fußballerkreisen bekannte Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten und Klassen.

Große Erfahrung und spezielle Kenntnisse beruhen bei Dr. Geronikolakis auch auf seine langjährige und sehr intensive sowie umfangreiche Tätigkeiten im Fußball, zum Beispiel als Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart und Nationalmannschaftsarzt der DFB Junioren (u.a. Team-Arzt der deutschen U15-, U18-, U19- und U20-Nationalmannschaft).

Über Jahre wirkte Dr. Geronikolakis auch als betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Welt- und Europameisterschaften in vielen unterschiedlichen Sportarten) und ist als Universitätsdozent und Referent in der Ausbildung von Sportphysiotherapeuten tätig sowie als ärztlicher Leiter beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de

Hierüber oder unter mail@dr-geronikolakis.de ist für unsere FuPa-Leser auch eine Terminvereinbarung möglich.

Aufrufe: 029.2.2024, 17:00 Uhr
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