2024-02-29T12:18:27.553Z

Allgemeines
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FuPa-Medizincheck: Der Syndesmosenriss (Teil 1)

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport

Im FuPa-Medizincheck berichtet Dr. Simeon Geronikolakis über Verletzungen im Sport und wie diese behandelt werden können. In dieser Ausgabe geht es um den Syndesmosenriss (Teil 1).

Was ist die Syndesmose und welche Funktion hat sie?

Bei der Syndesmose handelt es sich um eine Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein, die zusammen mit dem Innen- und Aussenband das Sprunggelenk stabilisiert, indem sie die Sprunggelenksgabel zusammenhält. Sie kann in zwei Hauptanteile unterteilt werden, der vorderen und hinteren Syndesmose, zwischen den eine Bindegewebsschicht, die sogenannte Membrana interossea, zieht.

Wie kommt es zu einem Riss der Syndesmose?

Bei einem Verdrehen des Sprunggelenkes wie es zum Beispiel auch beim Umknicken passieren kann, kann es, isoliert oder begleitend zu einem Knochenbruch oder zu einer Aussen- und/oder Innenbandverletzung, zu einer Verletzung der Syndesmose kommen. Das Ausmaß kann von einer einfachen Überdehnung, über einen partiellen oder kompletten Riss nur eines Anteils (meistens des schwächeren vorderen Anteils) bis zum Riss aller Anteile reichen.

Welche Symptome treten bei einem Syndesmosenriss auf?

Die akute Symptomatik ähnelt meistens der einer Aussenbandverletzung am Sprunggelenk, die, wie zuvor erwähnt, auch begleitend vorhanden sein kann. Das Sprunggelenk ist vor allem vorne und außen schmerzhaft und oft auch angeschwollen. Bei einer isolierten Verletzung des vorderen Syndesmose kann die Symptomatik aber auch nur gering sein.

Wie wird der Syndesmosenriss diagnostiziert?

In erster Linie können sich viele Hinweise auf eine Verletzung der Syndesmose in der manuellen Untersuchung des Sprunggelenkes durch verschiedene gezielte Tests ergeben, aber auch teilweise in der Röntgenuntersuchung, wobei da die Bänder direkt, so auch die Syndesmose, nicht zu erkennen sind und die Röntgenbilder primär zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung angefertigt werden. Im nächsten Schritt wird eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durchgeführt, die aus meiner Sicht die wichtigste Untersuchungsmethode in der Diagnostik darstellt und neben den Sehnen oder einem möglichen Erguss im Sprunggelenk auch eine schnelle und strahlenfreie Darstellung der Bänder, besonders des vorderen Anteils der Syndesmose, aber auch der Aussenbänder und des Innenbandes, im Seitenvergleich erlaubt. Zudem ist nur bei der Sonographie eine funktionelle Untersuchung möglich, um die Stabilität der Syndesmose im dynamischen Test zu prüfen, was ein immens wichtiger Anhaltspunkt in der Diagnostik und entscheidender Faktor für die spätere Therapie ist.

Ist immer eine MRT-Untersuchung notwendig?

Ergeben sich aus der körperlichen und vor allem der sonographischen Untersuchung keine Hinweise auf eine Syndesmosenverletzung, ist eine Kernspintomographie (MRT) des Sprunggelenkes allein zur Beurteilung der Syndesmose nicht unbedingt notwendig. Besteht jedoch der Verdacht auf eine Syndesmosenruptur, ist die Kernspintomographie sinnvoll, vor allem auch um die in der Sonographie nicht gut darzustellende hintere Syndesmose und den mittleren Anteil, die Membrana interaossea, zu beurteilen.

Die MRT-Untersuchung eignet sich dabei zwar sehr gut um eine intakte Syndesmose, allein jedoch nicht um eine relevant gerissene Syndesmose sicher nachzuweisen, da es schon bei einer Einblutung durch Überzeichnung zu einem falsch positiven Ergebnis kommen kann. Eine nicht gerissene, sondern nur eingeblutete Syndesmose kann somit als gerissen fehlinterpretiert werden. Zudem sind die Schnittebenen bei der Kernspintomographie oft nicht im regulären Verlauf der Syndesmose angelegt, so dass diese dann nicht optimal beurteilt werden kann.

Daher sollten vor Diagnosestellung und vor allem vor der Therapieentscheidung alle Untersuchungsergebnisse aus der körperlichen Untersuchung, der Sonographie (und hier insbesondere der funktionellen, dynamischen Untersuchung mit Prüfung der Syndesmosenstabilität) sowie der Kernspintomographie bewertet und berücksichtigt werden.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in der Privatpraxis Dr. Geronikolakis in Ludwigsburg praktizierende und nicht nur in Fußballerkreisen bekannte Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie kümmert sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten und Klassen.

Große Erfahrung und spezielle Kenntnisse beruhen bei Dr. Geronikolakis auch auf seine langjährige und sehr intensive sowie umfangreiche Tätigkeiten im Fußball, zum Beispiel als Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart und Nationalmannschaftsarzt der DFB Junioren (u.a. Team-Arzt der deutschen U15-, U18-, U19- und U20-Nationalmannschaft).

Über Jahre wirkte Dr. Geronikolakis auch als betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Welt- und Europameisterschaften in vielen unterschiedlichen Sportarten) und ist als Universitätsdozent und Referent in der Ausbildung von Sportphysiotherapeuten tätig sowie als ärztlicher Leiter beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de

Hierüber oder unter mail@dr-geronikolakis.de ist für unsere FuPa-Leser auch eine Terminvereinbarung möglich.

Aufrufe: 025.1.2024, 16:00 Uhr
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