
Die Ausgangslage lässt bei einem Blick auf die Tabelle der Oberliga Niederrhein keinen Spielraum für Diskussionen. Für den Vorletzten 1. FC Kleve kann nur ein Sieg zählen, wenn er am Freitag, 19.30 Uhr, in der Eroglu-Arena im Duell der Kellerkinder auf das punktgleiche Schlusslicht SV Biemenhorst trifft. Die Mannschaft von Trainer Umut Akpinar trennen aktuell fünf Zähler vom rettenden 14. Rang. Alles andere als ein Erfolg würde es enorm erschweren, bis zur Winterpause den Anschluss an das Mittelfeld zu halten.
Akpinar ist die Bedeutung der Partie bewusst. „Wir müssen unbedingt gewinnen“, sagt der Coach, dessen Mannschaft am Sonntag beim 1:1 beim SV Sonsbeck Selbstvertrauen geschöpft hat. Schließlich erkämpfte sich das Team, das mehr als eine Halbzeit in Unterzahl war und 22 Minuten sogar zwei Akteure weniger auf dem Feld hatte, nach Rückstand noch einen Zähler. „Dieser Punktgewinn war für den Kopf wie ein Sieg“, sagt Akpinar. „Wir müssen diesen Schwung unbedingt mit ins Spiel gegen Biemenhorst nehmen.“
In Sonsbeck hatte der 1. FC Kleve im Gegensatz zu einigen Partien zuvor in der Offensive durchaus überzeugt. Akpinar hofft, „dass wir das jetzt einmal konstant über mehrere Spiele zeigen“. Schließlich war ein Schwachpunkt in den Wochen zuvor, dass die Akteure in der Abteilung Sturm und Drang beständig unbeständige Leistungen zeigten.
Daniel Lee und Diwan Duyar belebten in Sonsbeck von Beginn an mit ihrer quirligen Spielweise und vielen Positionswechseln die Offensivaktionen. Ähnlich gut machte der eingewechselte Joel Agbo seine Sache. Das Problem: Lee wird nach seiner Roten Karte in Sonsbeck auf jeden Fall fehlen. Der Einsatz von Agbo (Grippe) und Duyar (muskuläre Probleme) ist fraglich. Gut möglich, dass der Coach im vorderen Bereich unfreiwillig erneut mächtig rotieren muss. Sicher ist, dass Innenverteidiger Memlan Darwish ebenfalls gesperrt fehlen wird, da er die Gelb-Rote Karte sah. Zudem wird sich erst kurzfristig entscheiden, ob Niklas Klein-Wiele und Frederik Meurs (beide muskuläre Probleme) im Duell der Kellerkinder eingesetzt werden können.
Der SV Biemenhorst steckt schwer in der Krise. Er hat sich vor gut einer Woche von Trainer Daniel Beine, der Viktoria Goch in der Saison zuvor in die Landesliga geführt hat, getrennt. Der Halderner Jürgen Stratmann, zuvor Coach bei BW Dingden, ist erst einmal eingesprungen.
Der SV Biemenhorst hat sieben Spiele in Folge bei einem Torverhältnis von 5:30 verloren. Doch davon lässt sich Umut Akpinar nicht blenden. „Wir wissen, dass der Gegner Qualität hat“, sagt der Coach. In der vergangenen Saison gelang gegen den damaligen Neuling kein Sieg. In der Eroglu-Arena gab es ein 1:1, in Biemenhorst ein 0:1.
