
Für welche Kuriositäten die U17-Weltmeisterschaft in Katar mit ihrem Modus sorgen kann, zeigte sich in den vergangenen Tagen gut am Beispiel Marokkos: 0:2 gegen Japan, 0:6 gegen Portugal – nach zwei Spieltagen saß das Team von Gladbach-Talent Joseph Bellahsen fast schon wieder im Flieger nach Hause. Dann stellte die Partie gegen Neukaledonien alles auf den Kopf. 16:0 hieß es am Sonntag nach 90 Minuten im letzten Gruppenspiel, Marokko war nach zwei Roten Karten für Neukaledonien früh in doppelter Überzahl.
Das Rekordspiel, es war der höchste Sieg bei einer U17-WM jemals, erlebte Bellahsen von der Bank aus. In den beiden Partien davor war er jeweils zum Einsatz gekommen. Mit drei Punkten und einem Torverhältnis von +8 gehört Marokko nun zu den acht besten Gruppendritten. 32 der 48 Teams qualifizieren sich für die K.o.-Phase und machen solche Turnierverläufe wie den von Marokko überhaupt möglich.
Bellahsen ist nicht der einzige Borusse, der die Gruppenphase mit seinem Team überstanden hat. Am Montag machten Torwart Marcello Trippel und Innenverteidiger Elias Vali Fard mit dem 7:0 gegen El Salvador den Gruppensieg perfekt. Während Trippel zur Startelf gehörte und durchspielte, kam Vali Fard dieses Mal erst in der Schlussphase als Joker in die Partie und hatte in der 88. Minute noch per Kopf die Chance auf das 8:0. Neben dem Ex-Gladbacher Wisdom Mike gehörte Lasse Eickel zu den Torschützen. Er ist der Sohn von Borussias derzeitigem U23-Coach Sascha Eickel und spielt für den SC Paderborn.
Als Tabellenzweiter hat sich Kroatien für das Sechzehntelfinale qualifiziert. Im dritten Gruppenspiel gab es für Niko Horvat und seine Mannschaft einen 3:1-Sieg gegen Costa Rica. Horvat wurde im Verlauf der zweiten Hälfte eingewechselt, zuvor gehörte er zweimal zur Startelf.
Am Freitag und Samstag finden die ersten Partien der K.o.-Runde statt. Das Finale findet am 27. November statt. Deutschland gehört als Titelverteidiger zu den Turnierfavoriten, muss sich aber im Vergleich zu den Gruppenspielen deutlich steigern.
Die 1:1-Unentschieden gegen Kolumbien und Nordkorea hatten für einen Stotterstart gesorgt. Der klare Erfolg gegen El Salvador ist als absoluter Pflichtsieg einzustufen, den Trainer Marc-Patrick Meister nicht kleinreden wollte. „Es ist wichtig, dass wir diesen Sieg in dieser Drucksituation, die wir hatten, richtig einordnen“, sagte Meister. „Unter dem Strich steht eine gute Leistung meiner Spieler. Jeder Spieler im Kader hat mitgezogen und darauf bin ich stolz.“