
Mit einem jungen Team und attraktivem Fußball ist der SG Starnberg/Söcking der direkte Durchmarsch von der A-Klasse in die Kreisliga gelungen. Der „Starnberger Weg“ soll den Klub zurück zu alter Stärke führen.
„Diesmal sind wir ganz gut weggekommen“, erklärt Sascha Grießhammer, Co-Trainer der SG Starnberg/Söcking, mit einem Augenzwinkern. Beim Aufstieg im Vorjahr hatten die Übungsleiter noch zahlreiche Bierduschen einstecken müssen. Am vergangenen Sonntag, als die Spielgemeinschaft vorzeitig die Meisterschaft in der Kreisklasse 3 klarmachen konnte, blieb das Trainerteam um Chefcoach Radek Biernat immerhin halbwegs trocken. Sein Sohn und Mannschaftskapitän Neo habe ihn „nur leicht erwischt“, berichtet Sascha Grießhammer.
So oder so konnten alle Teammitglieder die Feierlichkeiten des direkten Durchmarschs von der A-Klasse in die Kreisliga in vollen Zügen genießen – schließlich war dieser nach einer herausragenden Spielzeit hochverdient. Die Kreisklasse sollte auf dem Weg der Starnberger Fußballer zurück zu alter Stärke ohnehin nur als Durchgangsstation fungieren. „Dass es direkt im ersten Jahr mit dem Aufstieg geklappt hat, ist schön. Wir fühlen uns bereit für die Kreisliga“, sagt Grießhammer.
Jedoch verlief der Pfad zum Ziel nicht immer so leicht, wie es gegen Saisonende scheint. Aufgrund schwerwiegender Personalprobleme war der Aufsteiger ausgesprochen enttäuschend in die Spielzeit gestartet, die ersten fünf Partien gingen allesamt verloren – zu diesem Zeitpunkt hätten nicht viele auf eine Meisterschaft der Starnberger gewettet. Die Aufstiegseuphorie sowie die in der starken Vorbereitung erarbeiteten Fortschritte schienen plötzlich wie verflogen. „Die Enttäuschung war natürlich groß, weil wir uns aufgrund der vorhandenen Kaderqualität im Sommer intern schon das Ziel gesetzt hatten aufzusteigen“, so Grießhammer.
Sein Selbstvertrauen holte sich das junge SGSS-Team im weiteren Saisonverlauf jedoch zunehmend zurück und dominierte die Liga später in nahezu allen Belangen. Als Wendepunkt gelten die beiden deutlichen Siege gegen die vermeintlichen Aufstiegsfavoriten SG Antdorf/Iffeldorf (5:1) und SV Raisting II (4:1) am sechsten und siebten Spieltag. Von da an verlor die Spielgemeinschaft der FT Starnberg 09 und des SV Söcking nur noch zwei weitere Saisonspiele und blieb zwischenzeitlich zwölf Partien am Stück ungeschlagen. „Ein Hauptfaktor war die personelle Vollzähligkeit. Aber die Mannschaft hat auch immer besser verstanden, wie das Trainerteam spielen lassen will. Wir sind deutlich reifer und stabiler geworden“, sagt Grießhammer.
Schließlich hatte das Team nach dem überraschenden Trainerwechsel im Sommer diesbezüglich ein wenig Anlaufzeit benötigt. Mit Radek Biernat war der ehemalige U19-Coach der FT Starnberg anstelle des in die Trainer-Rente verabschiedeten Aufstiegscoachs Gerald Lang installiert worden. Biernat trieb die spielerische Entwicklung heuer noch einmal maßgeblich voran. „Ich glaube, ein neuer Impuls war wichtig. Wir agieren inzwischen taktisch anders – moderner und variabler“, erklärt Grießhammer.
Ein mutiger, attraktiver Spielstil verkörpert auch den eingeschlagenen „Starnberger Weg“, welcher vorsieht, hauptsächlich auf junge, talentierte Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen. Von dieser Sorte hat die SGSS erneut mehrere Akteure integriert. So entspringt auch der beste Torjäger, Vincent Nitsch, dem eigenen Stall. Der 19-Jährige konkurriert mit Antdorfs Denny Krämer (beide 22 Treffer) noch um die Torjägerkanone in der Kreisklasse 3. „Die Mannschaft wird ihn in den letzten beiden Spielen bestmöglich unterstützen“, kündigt Grießhammer an. Den Kreisklasse-Meisterpokal durfte der „Phönix aus der Asche“, wie SGSS-Anhänger ihre Mannschaft in einem großen Banner betitelten, am Sonntag bereits in die Höhe stemmen. Am Samstag, 30. Mai, folgt nach dem letzten Heimspiel gegen Bichl dann der große Saisonabschluss inklusive Meisterfeier.