Die 17 Jugendmannschaften der FT Starnberg 09 können derzeit nur auf Plätzen anderer Vereine – wie auf dem Kleinfeld-Kunstrasen des SC Söcking – trainieren.
Die 17 Jugendmannschaften der FT Starnberg 09 können derzeit nur auf Plätzen anderer Vereine – wie auf dem Kleinfeld-Kunstrasen des SC Söcking – trainieren. – Foto: Kathrin Rumland

FT Starnberg fürchtet den „Super-GAU“: 19 Mannschaften, kein eigener Platz - Dauerzustand?

Probleme mit dem Kunstrasen

Wegen schlechter Witterung kann der neue Kunstrasen der FT Starnberg 09 nicht fertiggestellt werden. Derzeit trainieren die insgesamt 19 Fußballmannschaften auf fremden Plätzen. Und das könnte noch länger so bleiben.

Starnberg – „Bei uns scharren schon alle mit den Hufen und wollen endlich auf den Platz“, sagt Alexander Nitsch. Doch der Fußballabteilungsleiter der FT Starnberg 09 muss die Ungeduldigen weiterhin vertrösten. Der neue Kunstrasen auf dem Sportgelände an der Ottostraße ist noch immer nicht fertiggestellt.

Im November war die Freude bei den Starnberger Fußballern riesig, als mit den Bauarbeiten für den neuen, 400 000 Euro teuren Kunstrasen begonnen wurde. Doch die Witterung machte der beauftragten Baufirma einen Strich durch die Rechnung. Das Projekt konnte nicht fertiggestellt werden. Und seitdem ruhen die Arbeiten an der Ottostraße. „Es fehlen noch drei Arbeitsschritte“, erklärt Nitsch. Zunächst müsse in den Kunstrasenteppich eine Schicht Quarzsand zur Stabilisierung eingebracht werden, anschließend werde die Fläche noch mit Kork aufgefüllt. Und zu guter Letzt müssten die Seitenränder auf das vorgesehene Maß zugeschnitten werden. Nitsch schätzt, dass dafür nur noch fünf bis sechs Arbeitstage nötig sind. „Geplant war die Fertigstellung für Dezember. Als es dann zum ersten Mal geschneit hat, haben wir sogar extra mit Hilfe vieler Spieler und Eltern den Platz geräumt.“ Doch passiert ist seitdem nichts mehr. Bevor die beschriebenen Arbeiten nicht erledigt sind, kann und darf das Spielfeld nicht genutzt werden.

Und das wirft allerhand Probleme auf. 17 Jugendteams, eine Herren- sowie eine Altherrenmannschaft kicken bei der FT Starnberg. Die müssen nun allesamt auf Plätze anderer Vereine ausweichen. „Wir sind sehr dankbar, dass wir derzeit beim beim SV Söcking und SC Percha trainieren können“, sagt Nitsch. Beide Vereine haben Kleinfeld-Kunstrasenplätze. Aber das ist natürlich kein Dauerzustand. Bis Ende Januar sei das noch einigermaßen zu bewerkstelligen, weil noch kein kompletter Trainingsbetrieb stattfindet. Der Aufwand ist allerdings enorm. „Ich koordiniere jede Woche alle Teams neu nach Percha und Söcking, diese Woche auch nach Oberalting“, erzählt Jugendleiterin Kathrin Rumland. „Das nervt gewaltig.“ Wenn im Februar die offizielle Vorbereitung der Mannschaften beginnt und alle Teams zweimal pro Woche trainieren sollen, dann wird es richtig eng. „Und wenn es länger als bis Ende Februar dauern sollte, dann wäre das der Super-GAU“, sagt Nitsch.

Aber nicht nur die FT ist von der Bauverzögerung betroffen. Auch andere Vereine wie der TSV Perchting-Hadorf oder der SV Wangen und auch die Footballer der Starnberg Argonauts würden wie in den vergangenen Jahren gerne auf dem Starnberger Kunstrasen trainieren oder Testspiele austragen. Die muss Nitsch nun allesamt vertrösten, ohne ihnen eine Perspektive nennen zu können. Denn eine Zusage, wann die Arbeiten fortgesetzt werden können, haben die Freien Turner nicht.

Ein weiteres Problem ergibt sich für die FT 09 durch die Sperrung des Kunstrasens. „Uns fehlen wichtige finanzielle Einnahmen“, erklärt Nitsch. Normalerweise nutzen den Platz auch ortsfremde Mannschaften, um darauf zu trainieren oder Vorbereitungsspiele zu absolvieren. Dafür zahlen sie an die Freien Turner Miete – was nun wegfällt. „Mir liegen viele Anfragen vor. Wir bräuchten das Geld durch die Vermietung dringend für unser Budget“, sagt Nitsch.

Die Stadt als Auftraggeber kann den Fußballern auch kein Zeitfenster nennen, in dem der Kunstrasen fertiggestellt werden wird. „Wir sind mit der zuständigen Firma permanent in Kontakt“, sagte Lena Choi, Pressesprecherin der Stadt Starnberg, auf Anfrage. Laut Auskunft des beauftragten Memminger Unternehmens könnten die noch ausstehenden Arbeiten erst begonnen werden, wenn zuvor einige Tage lang trockene Witterungsverhältnisse geherrscht haben. Ansonsten würde das in den Kunstrasenteppich einzubringende Füllmaterial verkleben, so Choi. Keine guten Aussichten für die FT-Kicker, schließlich soll es heute und in den kommenden Tagen laut Wetterbericht ausgiebig schneien oder regnen.

Aufrufe: 028.1.2022, 08:38 Uhr
Michael BaumgärtnerAutor