2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

FSV Mainz 05 II, TSV Schott und ein 7:1

In den Regionalliga-Duellen zwischen Mainz 05 II und dem TSV Schott Mainz geht es ums Prestige +++ Am Samstag steht die nächste Ausgabe bevor +++ Der Blick auf die bisherigen Kapitel

von Torben Schröder · Heute, 06:00 Uhr · 0 Leser
Mit Biss: Ein Zweikampf aus dem Hinspiel zwischen dem TSV Schott Mainz (in Weiß) und Mainz 05. 	Foto: Kevin Fischer - Archiv
Mit Biss: Ein Zweikampf aus dem Hinspiel zwischen dem TSV Schott Mainz (in Weiß) und Mainz 05. Foto: Kevin Fischer - Archiv

Mainz. 7:1 steht es. Den U23-Fußballern des FSV Mainz 05 ist es offenkundig wichtig, in den Regionalliga-Derbys gegen den TSV Schott Mainz klarzustellen, wer die Nummer eins in der Landeshauptstadt ist. Diesen Samstag (14 Uhr) im Bruchwegstadion will der Aufsteiger dem Bundesliga-Unterbau mal wieder ein Schnippchen schlagen.

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Das erste Derby: Über 2.000 Zuschauer sehen in der Premierensaison des TSV im Herbst 2017 Jannik Mauses goldenes Tor für die 05er. An Keeper Finn Dahmen ist für Jan Just, Silas Schwarz und Co. kein Vorbeikommen. „Sie spielen gut, haben eine gute Ordnung, bolzen nicht“, lobt 05-Trainer Dirk Kunert die von Sascha Meeth trainierten Platzherren. Das werde irgendwann belohnt. Dennoch steht am Saisonende der Abstieg.

Das Bruchweg-Debüt: Die 05er gewinnen das Rückspiel trotz langer Unterzahl vor 1.100 Zuschauern durch Karl-Heinz Lappes Doppelpack 2:0 – direkt vor Jost Mairoses Abi-Ball. Der TSV ist recht 05-lastig besetzt, es ist ein prestigeträchtiges Wiedersehen. Stürmer Arif Güclü rotiert aus Personalnot neben „Capitano“ Marco Senftleben ins Abwehrzentrum.

Der erste Sieg: Nach der Rückkehr 2020 gewinnt der TSV seine ersten vier Heimspiele und haut den großen Stadtnachbarn 3:0 weg – wegen Corona ohne Zuschauer, der Livestream ist eine Neuheit. Meeth spiegelt mit Leon Kern und Dominik Ahlbach an Bord die 05er. „Es zeichnet uns aus, dass jeder wirklich Bock auf Zweikämpfe hat“, strahlt 2:0-Schütze Schwarz. Tim Hansen pariert zwei frühe Hochkaräter, dann marschiert nur noch der TSV. Beim FSV wackeln die Wände, eine solche Schmach gegen den kleinen Stadtnachbarn wird nicht gern gesehen – und sollte sich auch nicht wiederholen.

YouTube-Studium führt Schott Mainz zum Punktgewinn

Das einzige Remis: Das 0:0 daheim vor vier Jahren hilft dem TSV nicht beim Rennen um den Klassenerhalt. Hansen rettet, per YouTube-Studium vorbereitet, gegen Felix Könighaus’ Elfmeter das Remis. Schott stellt den 05er Paul Nebel kalt, verballert aber selbst ein halbes Dutzend Hochkaräter und verzweifelt an Keeper Lasse Rieß. Mit Alexander Rimoldi, Etienne Portmann und, noch im 05-Trikot, Nils Gans sind weitere aktuelle TSV-Spieler dabei.

Das Hinspiel: Im Elfmeter-Duell hat der Teenager gegen den Ex-Nationalspieler das Nachsehen. Sean Horozovics Strafstoß fliegt vor 1.100 Zuschauern weit drüber, Yunus Malli gelingt der 2:1-Siegtreffer für die 05er. „Ein fürchterliches Spiel von uns“, sieht Gästetrainer Benjamin Hoffmann. Der TSV legt die eigene Messlatte weit nach oben – und reißt sie danach viel zu oft. „Da waren wir am Limit“, blickt Mairose zurück.

Das Rückspiel: Die Frage, ob Sean Horozovic sich gegen seine ehemaligen Kollegen wieder den Ball schnappen würde, ist müßig – der kleine Bruder von Schott-Chefcoach Samuel Horozovic ist gelb-rot-gesperrt. Die Grippe grassiert, Mitte der Trainingswoche sind nur noch vier fitte Ersatzspieler übrig. Das hat aber nichts mit dem sportiven Team-Event am Montag in der Mombacher BashZone (Mairose: „Wie Kindergeburtstag für Erwachsene“) zu tun.

„Wir haben eigentlich immer das Gefühl, dass wir gegen 05 gute Spiele machen, aber trotzdem – meistens knapp – verloren“, sagt Kapitän Mairose. „Mit der Gier aus der Hinrunde wollen wir wieder auftreten“, betont Trainer Horozovic. Der Pokalfinal-Einzug und das 4:2 gegen Walldorf taten gut. Und die 1:7-Bilanz? „Statistiken sind dafür da, dass man sie ändert. Ich lebe in der Gegenwart.“