Die 94er Meistertruppe des SV Landau mit Trainer Erwin Hahn (oben links)
Die 94er Meistertruppe des SV Landau mit Trainer Erwin Hahn (oben links)

93/94: Zwei Ex-Profis bescherten Landau die Meisterschaft

Die beiden Ost-Importe Jürgen Heun und Heiko Räthe waren die SVL-Titelgaranten +++ In den beiden Bezirksligen waren der SV Riedlhütte und die SpVgg Landshut II ganz vorne

Drei Jahre nach seinem ersten BOL-Titelgewinn setzte sich der SV Landau auch in der Spielzeit 1993/1994 die Krone im Bezirksoberhaus auf und machte somit die Rückkehr in die Landesliga Mitte perfekt. In den beiden Bezirksligen gab es zwei Champions, die vor der Saison wohl niemand auf dem Zettel gehabt hatte. In der Ost-Gruppe wurde Neuling SV Riedlhütte Meister, im Westen hatte die blutjunge Bayernliga-Reserve der SpVgg Landshut die Nase vorne.

Die Bezirksoberliga-Saison 1993/1994 war an Spannung nicht zu überbieten. Der SV Landau, der TuS Landshut-Berg und der SV Hutthurm lieferten sich einen packenden Titel-Dreikampf. Am Ende hatten die Bergstädter, die von Erwin Hahn gecoacht wurden, das bessere Ende für sich und kehrten nach zwei Jahren Abwesenheit in die Landesliga zurück. Großen Anteil am Erfolg hatten die beiden Ex-Profis Jürgen Heun, der sogar 17 A-Länderspiele für die ehemalige DDR machte, und Heiko Räthe, die in Ost-Deutschland etablierte Erstliga-Kicker waren und in der Spielzeit nach der Wiedervereinigung beide auch Stammkräfte der damaligen Erfurter Zweitliga-Mannschaft waren. Heun war mit 19 Treffern bester Torschütze des Meisterteams, gefolgt von Wolfgang Beller (13) und Werner Brunner (11). Der TuS Landshut-Berg und der SV Hutthurm schlossen die Runde punktgleich ab und mussten somit ein Entscheidungsspiel um die Vizemeisterschaft absolvieren. Im Elfmeterschießen behielten die Bezirkshauptstädter die Oberhand. Im entscheidenden Relegationsduell gegen den FC Furth im Wald setzte die Mikulasch-Elf noch einen drauf und besiegte die Oberpfälzer in Straubing mit 4:2 nach Verlängerung. Somit glückte Torjäger Sepp Hof und seinen Mitstreitern der direkte Durchmarsch von der Bezirks- in die Landesliga.

Die BOL-Abschlusstabelle der Saison 1993/1994
Die BOL-Abschlusstabelle der Saison 1993/1994


In der Bezirksliga Ost dominierten der SV Riedlhütte und der SV Schalding-Heining eindeutig das Geschehen. Die Waidler um ihren überragenden Mittelstürmer Fred Schwankl erzielten bemerkenswerte 78 Treffer. Die Schützlinge des tschechischen Übungsleiters Ladislav Minarek hatten neben ihrem Goalgetter mit Spielmacher Vaclav Turek, Mittelfeldmotor Max Paukner und Routinier Herbert Friedl eine Reihe weiterer Top-Spieler in ihren Reihen. Der SV Schalding-Heining schaffte aufgrund der Regionalliga-Einführung als Vizemeister ebenfalls den direkten Aufstieg in die Bezirksliga.






In der West-Staffel düpierte das blutjunge B-Team des damaligen Bayernligisten - seinerzeit die dritthöchste Spielklasse - die Konkurrenz und hatte am Ende die Nase vorne. In einem engen Meisterschaftsrennen hatte die Elf von Coach Rudolf Nawrotzky nach 26 Spieltagen einen knappen Vorsprung von einem Punkt auf den Vizemeister ATSV Kelheim, der aber ebenfalls in die Bezirksoberliga durfte. Beim Champion sammelten unmittelbar nach ihrer Juniorenzeit Marcus Trost und Carsten Henrich erste Erfahrungen im Herrenbereich. Beide Akteure kickten ein paar Jahre später gemeinsam beim FC Augsburg.

Die Abschlusstabelle der Bezirksliga West 1993/1994
Die Abschlusstabelle der Bezirksliga West 1993/1994


Aufrufe: 023.12.2020, 09:00 Uhr
Thomas SeidlAutor

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