2026-05-06T12:44:31.715Z

Spielbericht

FSV lässt Führung liegen – Suhl schlägt zurück

Der 1. Suhler SV 06 hat in der Thüringenliga einen 3:1-Heimsieg gegen den FSV Eintracht Hildburghausen gefeiert.

von Christopher Plischka · Heute, 20:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Christian Heilwagen

Dabei sah es lange Zeit danach aus, als könnten die Gäste nach turbulenten Tagen im Verein ein Ausrufezeichen setzen.

Vor allem im ersten Durchgang präsentierte sich Hildburghausen spielbestimmend und ging verdient in Führung. Nach dem Seitenwechsel zeigte Suhl jedoch ein völlig anderes Gesicht und drehte die Partie innerhalb weniger Minuten.

Nach dem Rücktritt von Trainer Dirk Forkel unter der Woche stand der Auftritt des FSV Eintracht Hildburghausen unter besonderen Vorzeichen. An der Seitenlinie wurde die Mannschaft diesmal von Alex Bäßler betreut – und die Gäste legten engagiert los. Hildburghausen störte den Spielaufbau der Hausherren früh und aggressiv und zwang den 1. Suhler SV 06 immer wieder zu Fehlern im Aufbau.

Suhl begann mit zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr und fand zunächst kaum Zugriff auf die Partie. „Wir sind nicht so richtig ins Spiel gekommen“, erklärte Suhls Trainer Steffen Kolk später nach der Begegnung. Die Gastgeber hatten Schwierigkeiten, ins Kombinationsspiel zu kommen, während Hildburghausen früh die Kontrolle übernahm und sich mehrere gute Möglichkeiten erspielte. „Wir waren in der ersten Halbzeit recht überlegen und haben uns regelmäßig Chancen erspielt“, sagte auch Hildburghausens Sportlicher Leiter Johannes Schelhorn. Besonders nach Standardsituationen wurde es immer wieder gefährlich. Max Andersch vergab zunächst eine gute Möglichkeit im Eins-gegen-Eins mit Suhls Schlussmann Börner. Kurz darauf scheiterte auch Christoph Peters am Torhüter der Gastgeber. Zudem sorgte Rüffer mit einer direkt getretenen Ecke beinahe für die Führung, traf jedoch nur den Außenpfosten. Der 1. Suhler SV 06 kam offensiv dagegen zunächst kaum zur Entfaltung. Einige Distanzschüsse sowie ein Kopfball von Jauch ans Außennetz blieben die wenigen gefährlichen Aktionen der Hausherren. Die verdiente Führung für Hildburghausen fiel schließlich in der 38. Minute erneut nach einer Standardsituation. Rüffer brachte eine Ecke lang auf den zweiten Pfosten, Simon köpfte den Ball zurück in die Mitte und Schleicher staubte aus kurzer Distanz zum 0:1 ab.

Kolk zeigte sich mit dem ersten Durchgang entsprechend unzufrieden: „Aus meiner Sicht war es ein wenig wie ein Sommerkick. Wir waren da und wollten Fußball spielen, uns fehlte aber die Aggressivität. Über ein 0:2 zur Pause hätten wir uns nicht beklagen können.“

Mit Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte sich Suhl jedoch deutlich verbessert. Die Gastgeber agierten nun aggressiver, fanden besser in die Zweikämpfe und kombinierten sich zunehmend sicherer nach vorne. Gleichzeitig ließ bei Hildburghausen die Intensität der ersten Halbzeit spürbar nach. Auch personell reagierte Suhl und brachte nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Fabig in der 50. Minute Kunze ins Spiel.

„Ab der 60. Minute hatten wir einfach mehr zuzusetzen. Hildburghausen zollte wohl auch dem ungewohnt großen Rasenplatz Tribut“, analysierte Kolk später die entscheidende Phase der Partie. In der 65. Minute fiel der Ausgleich. Altendorf spielte einen langen Ball hinter die Gästeabwehr, Firas Alshuweesheen startete im richtigen Moment und blieb frei vor Wolfsdorf eiskalt – 1:1. Der Treffer wirkte wie ein Wendepunkt. Suhl gewann nun immer mehr Kontrolle über das Spiel und setzte die Gäste dauerhaft unter Druck. Nur acht Minuten später drehten die Hausherren die Partie komplett. Willy Helm setzte sich auf der rechten Seite durch und legte den Ball clever ins Zentrum. Dort nahm Kunze das Zuspiel noch einmal auf den linken Fuß und traf präzise zum 2:1 ins kurze Eck. Hildburghausen versuchte in der Schlussphase noch einmal zurückzukommen, fand offensiv jedoch kaum noch Lösungen. Stattdessen sorgte erneut ein langer Ball für die Entscheidung. Wieder war es Altendorf mit dem öffnenden Pass, erneut entwischte Alshuweesheen der Gästeabwehr und traf in der 87. Minute frei vor Wolfsdorf zum 3:1-Endstand.

Nach dem Spiel sprach Kolk von „zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten“ und sah den Schlüssel vor allem in der Reaktion seiner Mannschaft nach der Pause: „Wir waren vor der Pause verunsichert, haben es dann aber ruhig und sachlich organisiert. Am Ende hatten wir die bessere Bank und konnten noch etwas reinwerfen.“

Auch Schelhorn machte vor allem die zweite Halbzeit für die Niederlage verantwortlich: „In der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Faden verloren, sodass Suhl spielbestimmend war und dann die Tore gemacht hat. Leider hatten wir nur drei Wechsler, sodass vermutlich auch die Kraft entschieden hat.“

Damit sicherte sich der 1. Suhler SV 06 nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang einen wichtigen Heimsieg, während Hildburghausen insbesondere die starke erste Halbzeit nicht nutzen konnte.