2026-03-05T07:49:35.839Z

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FSV Hollenbach in Nöttingen: "Wir müssen da höllisch aufpassen"

Schwere Auswärtsaufgabe am 22. Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg: Der FSV Hollenbach gastiert als Außenseiter beim Tabellenfünften. Nach bitteren Punktverlusten in den Vorwochen fordert Trainer Reinhard Schenker eine absolute Top-Leistung.

von red · Heute, 20:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Achim Keller

Die Flutlichtmasten im Panoramastadion rufen, doch die Vorzeichen könnten kaum gegensätzlicher sein. Wenn der FSV Hollenbach am morgigen Freitag, 06.03.2026 um 19 Uhr, beim FC Nöttingen antritt, trifft der Tabellensechzehnte auf eine Mannschaft mit breiter Brust. Während Hollenbach mit 20 Punkten tief im Tabellenkeller feststeckt, schielt Nöttingen mit 32 Punkten nach oben. Es ist ein Duell, das dem FSV alles abverlangen wird, um den freien Fall in der Tabelle zu stoppen.

Die Rolle des krassen Außenseiters

Für Trainer Reinhard Schenker ist die Ausgangslage vor der Reise nach Nöttingen eindeutig. Die Favoritenrolle liegt klar beim Gastgeber, was der Hollenbacher Coach unumwunden zugibt: „Wir werden wieder als krasser Außenseiter nach Nöttingen fahren. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die im oberen Tabellendrittel steht und vor einer Woche den damaligen Tabellenführer auswärts mit 3:0 geschlagen hat.“ In Hollenbach ist man sich bewusst, dass in dieser Phase der Oberliga Baden-Württemberg keine Geschenke zu erwarten sind. „Wir wissen, dass wir eine absolute Top-Leistung brauchen, um überhaupt etwas holen zu können“, betont Reinhard Schenker mit Blick auf die Schwere der Aufgabe.

Respekt vor der Nöttinger Offensivgewalt

Der FC Nöttingen hat sich in der laufenden Spielzeit als spielstarkes Kollektiv präsentiert, das besonders durch seine offensive Variabilität besticht. „Wir müssen da höllisch aufpassen, weil der FC Nöttingen natürlich eine sehr hohe Qualität in der Offensive hat, aber auch einen sehr guten Fußball spielt hinten raus“, warnt der Hollenbacher Trainer. Die Spielweise des Gegners imponiert dem FSV: „Sie sind variabel, versuchen über ein Kurzpassspiel den Übergang ins letzte Drittel zu schaffen. Und das machen sie wirklich gut.“ Doch trotz aller Stärke hat Hollenbach die Lupe angesetzt. „Aber natürlich hat jeder Gegner auch seine Schwächen, die haben wir ausfindig gemacht. Darauf haben wir uns vorbereitet und wollen das natürlich dann morgen auch auf dem Platz sichtbar machen“, so Reinhard Schenker kämpferisch.

Der Schmerz der verlorenen Punkte

In der Seele der Hollenbacher brennen noch die Wunden der vergangenen zwei Wochen. Es sind Punkte, die im Abstiegskampf schmerzlich vermisst werden. „Nach den letzten zwei Spielen, in denen wir uns teilweise gut verkauft haben, letzte Woche gegen FV Ravensburg, wirklich eine gute Partie gemacht, wo wir einen Punkt verdient gehabt hätten“, blickt der Trainer zurück auf das 1:2, bei dem Niklas Dörr noch zur Führung traf, ehe Daniele Gabriele die Partie drehte. Noch tiefer sitzt der Frust über das Spiel davor: „Die Woche davor nach der 3:0-Führung einfach sehr wichtige Punkte aus der Hand gegeben haben, beziehungsweise nicht eingesackt haben, die wir in unserer Situation dringend gebraucht hätten.“ Damals unterlag man dem FC Denzlingen nach Toren von Hannes Scherer, Niklas Dörr und Sebastian Schiek am Ende noch mit 3:4.

Die Suche nach der perfekten Balance

Um in Nöttingen bestehen zu können, muss Hollenbach taktische Disziplin mit mutigem Offensivgeist paaren. „Wir brauchen wieder eine gute Balance im Spiel mit dem Ball und gegen den Ball. Und dann aber auch eine gute Balance im Spiel gegen den Ball, was Pressing beziehungsweise Blockverteidigung angeht“, fordert Reinhard Schenker. Ziel sei es, den Gegner immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Doch Hollenbach will sich nicht nur verstecken: „Und dann versuchen, wenn wir den Ball haben, dann auch unser Spiel aufzuziehen, mit Selbstvertrauen zu spielen und es dem Gegner wirklich versuchen schwer zu machen.“ Der Trainer ist überzeugt: „Wenn wir unser Potenzial, von dem ich immer spreche, dann auch abrufen können und das in Qualität umwandeln auf dem Platz, dann sind wir in der Lage, jedem Gegner wehzutun in irgendeiner Art und Weise.“

Chancen für die zweite Reihe

Die personelle Situation beim FSV ist vor dem 22. Spieltag angespannt. „Personell ist es bei uns so, dass uns der eine oder andere wichtige Spieler fehlen wird“, berichtet der Trainer, sieht darin aber auch eine Chance für den Rest des Kaders. „Es haben wieder andere Spieler aus der zweiten Reihe die Möglichkeit, sich aufzudrängen und zu zeigen. Von dem her, auch da, wir haben einen Kader, wo jeder den Anspruch hat, auch Oberliga spielen zu wollen. Und dann müssen die Jungs, die jetzt ihre Chance bekommen, dann auch zeigen, dass sie zurecht in der Startelf stehen.“ Wer letztlich aufläuft, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining. Klar ist nur die Marschroute: „Wir werden mit voller Motivation und voller Energie auf den Platz gehen.“

Erinnerungen an den Heimsieg im Hinspiel

Ein Blick zurück könnte dem FSV den nötigen Mut geben. Im Hinspiel gelang vor 350 Zuschauern ein emotionaler 3:2-Erfolg gegen Nöttingen. Hannes Scherer mit einem Doppelpack und Jonas Limbach sorgten damals für die Treffer, während Matej Mijic und Tasos Leonidis für die Gäste trafen. Selbst eine Rote Karte für Juan Faßbinder konnte den Sieg damals nicht verhindern. Es ist genau dieser Geist, den Hollenbach nun in der Fremde braucht. „Wir fahren nach Nöttingen und versuchen, natürlich da jetzt den Bock umzustoßen“, so Reinhard Schenker abschließend. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auf jeden Fall eine gute Partie spielen werden. Und dann schauen wir mal, was dabei rumkommt unterm Strich.“