
Es sind Tage der Selbstreflexion in der Jako-Arena. Die Wunden der 3:4-Niederlage beim Aufsteiger FC Denzlingen, bei der eine sicher geglaubte 3:0-Führung leichtfertig verspielt wurde, sitzen tief beim FSV Hollenbach. Doch in der Stunde der größten sportlichen Not beweist der Verein Rückgrat. Wenn am Samstag, 28.02.2026, um 15 Uhr der FV Ravensburg zum Tanz in der Oberliga Baden-Württemberg bittet, geht es für die Hohenloher um mehr als nur drei Punkte – es geht um die Ehre und das Fundament für die Zukunft.
Ein Treueschwur als Antwort auf die Krise
Inmitten des harten Abstiegskampfes sorgt der Verein für ein Beben der positiven Art. Ungeachtet der letzten Rückschläge wurden die Verträge mit Trainer Reinhard Schenker und mit Kapitän, Ex-Profi und Schlüsselspieler Sebastian Schiek über das Saisonende hinaus verlängert. „Ja, Vertrag ist verlängert, sowohl von mir als auch von Sebastian Schiek“, bestätigt der Coach knapp, aber bestimmt. Es ist ein Akt der Loyalität, der in dieser Liga seinesgleichen sucht und der Mannschaft zeigen soll: Wir glauben an diesen Weg, egal wie steinig er ist.
Die schwere Bürde der Vergangenheit
Der Blick auf die Tabelle schmerzt jeden Hollenbacher. Mit 20 Punkten belegt das Team Rang 16, während der kommende Gegner aus Ravensburg mit 31 Punkten auf Platz 5 thront. Die Erinnerung an das Hinspiel, das in einem dramatischen 2:2 endete, ist noch präsent. Damals führten Tore von Luke Knapp und Peter Engelmann bis in die Nachspielzeit, ehe Nesreddin Kenniche und Moritz Jeggle den Sieg noch aus den Händen rissen.
Es ist diese fehlende Konstanz, die den FSV am vergangenen Wochenende in Denzlingen erneut einholte, als Treffer von Hannes Scherer, Niklas Dörr und Sebastian Schiek nicht zum Sieg reichten, weil Hendrik Gehring, Sebastian Weizel und Issa Boye das Spiel noch drehten.
Respekt vor der Ravensburger Balance
Trainer Reinhard Schenker warnt eindringlich vor der Qualität des Gegners: „Ich denke, dass ein starker Gegner auf uns zukommt, was die Tabelle auch zeigt mit dem FV Ravensburg. Eine Mannschaft, die aktuell sehr – oder in der Vorrunde sagen wir es so – sehr homogen aufgetreten ist, sehr gut ausbalanciert aufgetreten ist.“
Er sieht eine enorme Herausforderung auf seine Elf zukommen: „Das heißt, gerade in der Defensive und in der Offensive haben sie ihre Qualitäten, sind in den Umschaltsituationen gut verteidigt als gesamte Mannschaft und greifen auch an. Sie haben darüber hinaus eine sehr hohe individuelle Qualität mit einigen Spielern in ihren Reihen. Und ja, für uns wird es eine große Herausforderung.“
Die Suche nach der taktischen Stabilität
Um gegen ein solches Top-Team zu bestehen, fordert der Trainer eine Rückkehr zu den Grundtugenden und eine klare Struktur. „Darüber hinaus wird es aus unserer Sicht einfach auch darum gehen, dass wir selbst eine gute Balance finden zwischen Offensive und Defensive. Eine gute Balance zwischen Blockverteidigung und Pressing. Dass wir mutig bleiben in den Spielphasen, vor allem mit Ball“, erklärt Reinhard Schenker.
Er mahnt zur Vernunft, wenn spielerische Lösungen fehlen: „Und wenn wir keine Lösung finden, dass wir dann einfach versuchen, keine Fehler zu machen. Nicht versuchen, dem Gegner einfache Tore aufzulegen bzw. Torchancen zu ermöglichen, sondern dann eher den einfachen Weg wählen über einen langen Ball. Das meine ich mit einer gewissen Balance mit dem Ball, gegen den Ball.“
Alles auf den Platz lassen
Trotz der bisherigen Heimschwäche in dieser Saison ist der Glaube an die eigene Stärke ungebrochen. Die Fans sollen eine Mannschaft sehen, die brennt. „Wir spielen aber zu Hause, auch wenn diese Saison unsere Heimspiele noch nicht so häufig von Erfolg gekrönt waren. Da bin ich mir sicher, dass wir einfach wieder eine gute Leistung an den Tag legen werden, dass die Jungs alles auf den Platz bringen werden, was in ihnen steckt. Und dann wird man sehen, was die Tagesform dann hergibt“, so der Coach emotional.
Das Ziel ist klar definiert: „Natürlich hoffen wir, dass wir ein gutes Spiel machen und etwas Zählbares zu Hause behalten. Und dann hoffe ich einfach, dass wir, wie gesagt, vielleicht mit ein bisschen Spielglück oder einfach auch hochverdient und wohlverdient dann diese drei Punkte einfahren.“