
Es ist die Zeit der Entscheidung, in der die Nerven blank liegen und jeder Grashalm in der Oberliga Baden-Württemberg umgepflügt werden muss. Für den FSV Hollenbach hat die absolute Crunchtime begonnen. Wenn am Samstag, 16.05.2026, um 15:30 Uhr der FC 08 Villingen seine Visitenkarte im Hohenloher Land abgibt, ist die Ausgangslage so klar wie bedrohlich: Bei vier bis fünf potenziellen Absteigern am Saisonende gleicht jedes der verbleibenden Spiele einem Endspiel um den Ligaverbleib.
Die Zielgerade im Überlebenskampf
Die Anspannung ist spürbar. Trainer Reinhard Schenker lässt keinen Zweifel an der Bedeutung der kommenden 90 Minuten auf eigenem Platz aufkommen. „Es ist ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf. Wir sind jetzt auf der Zielgeraden, haben noch drei Spiele“, ordnet der Coach die Situation gegenüber FuPa ein. Für den Tabellenfünfzehnten, der derzeit bei 32 Punkten steht, zählt im drittletzten Saisonspiel nur die maximale Ausbeute. Die Marschroute von Reinhard Schenker ist dabei so emotional wie simpel: „Für uns wird es einfach darum gehen, alles auf den Platz zu lassen.“
Die Festung Jako-Arena soll halten
Hoffnung schöpft man beim FSV Hollenbach vor allem aus der Bilanz in der heimischen Arena. Während man auswärts zuletzt beim 2:5 gegen den SSV Reutlingen – trotz der Tore von Marco Specht und Jonas Limbach – leer ausging, ist die Heimweste seit Wochen fleckenlos. „Wir sind top motiviert, haben die letzten fünf Spiele zu Hause nicht verloren. Die Serie wollen wir natürlich am Leben halten und schauen, dass wir das Spiel gewinnen“, erklärt der Trainer kämpferisch. Es geht darum, die psychologische Komponente der Heimstärke zu nutzen: „Die drei Punkte zu Hause behalten, um uns für die letzten zwei Spiele eine ordentliche Ausgangsposition zu erarbeiten.“
Respekt vor der Villinger Konstanz
Der Gegner aus dem Schwarzwald ist jedoch kein Stolperstein, den man im Vorbeigehen wegräumt. Der FC 08 Villingen rangiert mit 44 Punkten auf dem achten Tabellenplatz und hat sich über die gesamte Spielzeit hinweg als stabiles Konstrukt erwiesen. Reinhard Schenker warnt davor, die Gäste zu unterschätzen: „Villingen hat aber sicher eine gute Mannschaft, die nie was mit den hinteren Plätzen zu tun hatte, eigentlich immer eine konstante Saison gespielt hat.“ Besonders beeindruckend sei die Kompensation schwerer Abgänge. Selbst nachdem der Topstürmer Marcel Sökler, der im letzten Spiel noch für den SSV Reutlingen gegen Hollenbach zwei Tore erzielte, den Verein verlassen hatte, blieb Villingen stabil. „Sie sind nicht irgendwie durchgereicht worden, sondern haben das gut aufgefangen“, so Schenker.
Körperlichkeit als Schlüssel zum Erfolg
Taktisch erwartet der FSV Hollenbach einen spielstarken Kontrahenten. Villingen gilt als Team, das spielerische Lösungen sucht und über hohes Talent in den eigenen Reihen verfügt. „Es ist eine Mannschaft, die versucht, Fußball zu spielen, die talentiert ist. Aber wir wollen natürlich vor allem auch körperlich dagegen halten, unser Spiel durchbringen und hoffen darauf, dass wir dann das bessere Ende auf unserer Seite haben“, beschreibt Reinhard Schenker den Matchplan.
Revanchegelüste nach der Hinspielniederlage
Zusätzliche Motivation ziehen die Hausherren aus der Erinnerung an das Hinspiel. Damals unterlag man dem FC 08 Villingen vor 420 Zuschauern mit 1:3. Frühe Tore von Christian Derflinger und ein unglückliches Eigentor von Sebastian Schiek brachten den FSV damals schnell auf die Verliererstraße. Zwar konnte Hannes Scherer noch verkürzen, doch der Treffer von Jonas Busam besiegelte die Niederlage. Die Schmach aus dem Schwarzwald soll nun getilgt werden. Auch die Lehren aus der jüngsten Niederlage gegen Reutlingen, bei der Tore von Noah-Elias Maurer, Yannick Toth und Maxim Schmalz den FSV schmerzten, sind aufgearbeitet. „Wir haben uns gut vorbereitet diese Woche und schauen einfach, dass wir unsere Leistung am Wochenende auf den Platz bringen“, sagt Schenker zuversichtlich.