
Mit einer leidenschaftlichen Vorstellung und enormem Einsatz hat der FSV Hollenbach heute den letzten Spieltag der Hinrunde in der Oberliga erfolgreich abgeschlossen. Beim 1. CfR Pforzheim feierten die Hollenbacher einen 2:1-Auswärtssieg – und bestätigten damit den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen.
„Unterm Strich denke ich, ein verdienter Sieg“, sagte Trainer Reinhard Schenker nach der Partie. Doch zu Beginn musste sich seine Mannschaft zunächst sortieren. „Wir haben fünf bis zehn Minuten gebraucht, um richtig ins Spiel zu kommen. Da hatten wir in zwei Situationen einen super Torwart, der zwei gefährliche Distanzschüsse sehr gut pariert hat und uns die Null festgehalten hat.“
Danach übernahm Hollenbach zunehmend die Kontrolle. „Nach zehn Minuten haben wir gut ins Spiel gefunden, waren wirklich aggressiv in den Zweikämpfen, sind viel gelaufen, haben viele Räume zugelaufen und dem Gegner es wirklich schwer gemacht, ins letzte Drittel zu kommen.“
Auch offensiv setzte der FSV immer wieder Nadelstiche. „Wir hatten einige Umschaltsituationen, wo wir im letzten Drittel nicht ganz sauber waren, aber bis dahin gut ausgespielt haben“, analysierte Schenker. In der 34. Minute wurden die Bemühungen schließlich belohnt: „Bis zur 34. Minute haben wir es dann von hinten raus sauber gespielt – schneller Angriff über vier, fünf Stationen, gute Tiefenläufe, gute Staffelung, und dann ein sehr schönes Tor erzielt vom Hannes Scherer.“
Bis zur Pause ließ der FSV defensiv kaum etwas zu. „Wir hatten das Spiel weitestgehend unter Kontrolle, haben wenig zugelassen, gut verteidigt und immer wieder eigene Aktionen nach vorne gehabt.“
Nach dem Seitenwechsel setzte Hollenbach sein konsequentes Spiel fort. „In der zweiten Halbzeit lief es eigentlich genauso weiter bis zum Gegentor“, sagte Schenker. „Wir hatten selbst noch ein, zwei gute Möglichkeiten, um vielleicht die Führung auszubauen.“ Doch in der 62. Minute fiel das 1:1 durch Dominik Salz – und das auf äußerst bittere Art. „Wir kriegen dann einen abgefälschten Distanzschuss, der im Winkel einschlägt, unhaltbar für unseren Torwart, sehr unglücklich zu dem Zeitpunkt.“
Statt zu wanken, reagierte Hollenbach mit beeindruckender Stabilität. „Was mich total überrascht hat oder was in der Vergangenheit weniger die Regel war, ist, dass wir uns überhaupt gar nicht haben beirren lassen von dem Gegentor. Wir waren ab der ersten Sekunde danach genauso im Spiel wie vorher, haben den Gegner noch früher angelaufen, noch früher unter Druck gesetzt.“
Der große Wille zahlte sich aus. „Wir hatten immer wieder hohe Ballgewinne, gute Kontermöglichkeiten und hatten über die komplette Distanz das Spiel unter Kontrolle“, so Schenker. In der 85. Minute folgte schließlich die Belohnung: „Wir machen dann folgerichtig das 2:1 in einer Situation, wo man vielleicht kein Tor machen muss, wo wir uns aber gut durchsetzen, den Zweikampf gewinnen, den Ball querlegen im 16er und den gegnerischen Torhüter überlupfen. Das war eine Riesenbefreiung, waren Riesenglücksgefühle, weil wir es wirklich erzwungen haben.“
Schenker zeigte sich hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Alle Jungs, egal ob von Beginn an oder eingewechselt, waren willig, gierig, haben extrem weite Wege gemacht, sind viel gelaufen, haben jeden Zweikampf gesucht und angenommen und dann auch geführt wie Männer.“
Sein Fazit fiel entsprechend positiv aus: „Unterm Strich muss man sagen, das 2:1 geht absolut in Ordnung. Wir haben eine tolle Leistung gezeigt, haben uns diesmal für diese Leistung belohnt mit drei Punkten, und ich bin wirklich stolz auf die Jungs für das, was sie abgeliefert haben über die 90 Minuten.“
Durch den Sieg steht der FSV Hollenbach auf Platz 10 und geht mit gestärktem Selbstbewusstsein in die letzten Spiele vor der Winterpause. „Wir haben jetzt in den letzten vier Spieltagen sieben Punkte geholt, den Flow wollen wir beibehalten und schauen, dass wir in den letzten zwei Spielen nach Möglichkeit noch punkten“, betont Schenker.
Mit Blick auf die nächste Aufgabe fügte er hinzu: „Auch wenn die Aufgabe in Oberachern nicht weniger leicht wird als heute, bin ich mir sicher: Wenn wir das abrufen, was wir in Pforzheim gezeigt haben, dann ist es im Bereich des Möglichen, dass wir auch dort etwas mitnehmen.“
Der FSV Hollenbach hat mit dem Sieg in Pforzheim ein klares Zeichen gesetzt: Teamgeist, Mentalität und taktische Disziplin können selbst auswärts bei Top-Teams zum Erfolg führen – ein starkes Ende der Hinrunde und ein Mutmacher für den Rest der Saison.