2026-05-29T11:52:36.002Z

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FSV Hollenbach: "Dementsprechend nehmen wir es jetzt so hin"

Versöhnlicher Abschied: Der FSV Hollenbach bezwingt im letzten Saisonspiel den 1. CfR Pforzheim mit 4:3 und verlässt die Oberliga-Bühne als Absteiger in die Verbandsliga.

von red · Gestern, 23:08 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Am 34. und letzten Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg bezwang der FSV Hollenbach heute den 1. CfR Pforzheim mit 4:3. Trotz des bereits vor dem Anpfiff besiegelten Abstiegs in die Verbandsliga verabschiedet sich die Mannschaft von Trainer Reinhard Schenker mit einer couragierten Leistung, viel Charakter und erhobenem Haupt vor heimischer Kulisse aus der Oberliga.

Ein emotionaler Abschied mit offenem Visier

Der letzte Vorhang für den FSV Hollenbach in der Oberliga Baden-Württemberg war ein echtes Torspektakel voller Stolz und Wehmut. Vor 207 Zuschauern empfing der bereits feststehende Absteiger den 1. CfR Pforzheim. Beide Teams lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Trainer Reinhard Schenker blickt gegenüber FuPa auf das Geschehen zurück: „Der Sieg geht natürlich völlig in Ordnung. Beide Mannschaften haben mit relativ offenem Visier gespielt, muss man sagen.“

Um verdienten Akteuren eine würdige Bühne zu bieten, veränderte der Hollenbacher Coach seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche massiv. „Es haben auch beide Mannschaften wirklich viele Rotationen in ihren Mannschaften gehabt, Pforzheim wahrscheinlich noch mehr als wir. Aber auch wir haben auf sechs Positionen verändert, einfach um verdienten Spielern nochmal einen schönen Abschied geben zu können beziehungsweise auch verdienten Spielern, die wenig oder weniger zum Einsatz gekommen sind, diese Saison dann auch ihre Spielzeit nochmal zu geben“, erklärt Reinhard Schenker.

Früher Nackenschlag und die prompte Antwort

Die Begegnung begann für die Gastgeber mit einer kalten Dusche. Bereits in der 2. Spielminute nutzten die Gäste ein Abstimmungsproblem aus, und Noah Lulic markierte das frühe 0:1 für den 1. CfR Pforzheim. Reinhard Schenker bemängelt den unkonzentrierten Beginn: „Wir gehen wieder sehr früh in den Rückstand nach einem defensiven Abstimmungsproblem.“ Doch die Hollenbacher steckten nicht auf, sondern antworteten mit flüssigen Kombinationen. In der 13. Minute belohnte Rico Hofmann die Bemühungen mit dem Ausgleich zum 1:1. Hollenbach blieb spielbestimmend und drehte die Partie in der 31. Minute komplett, als Felix Limbach zur 2:1-Führung einschoss.

Ein torreicher Schlagabtausch noch vor der Pause

Die Freude über die Führung währte jedoch nur Sekunden, denn quasi im Gegenzug glich Walter Vegelin in der 32. Minute zum 2:2 aus. Das Spiel blieb rasant, und Hollenbach ließ sich den Offensivdrang nicht nehmen. Kurz vor dem Pausenpfiff, in der 43. Minute, brachte Marco Specht den FSV Hollenbach mit dem Tor zum 3:2 erneut in Front.

Trainer Reinhard Schenker sah sein Team im ersten Durchgang im Vorteil: „Und wir haben dann aber in der Folge in der ersten Halbzeit das Spielgeschehen ganz klar im Griff gehabt, haben guten Fußball gespielt, haben den Ball gut laufen lassen, gute Ballstafetten drin gehabt, hatten wieder eine große Anzahl an Großchancen. Ich denke, das Spiel muss in der Halbzeit eigentlich schon entschieden sein, wir haben aber wirklich eine gute Partie gemacht.“

Hollenbach dominiert und zittert am Ende

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherren die tonangebende Mannschaft auf dem Rasen. In der 64. Minute baute Janis Gesell die Führung auf 4:2 aus. Der Gast aus Pforzheim gab sich jedoch nicht auf, und so machte es Noah Lulic mit seinem zweiten Treffer in der 72. Minute zum 4:3 noch einmal spannend. Am Ende brachten die Hollenbacher den knappen Vorsprung mit Leidenschaft über die Zeit. „Auch in der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Wir hatten dann auch wieder einige große Chancen. Am Schluss geht das Spiel 4:3 aus“, resümierte Reinhard Schenker die zweite Hälfte.

Die Lehren aus der mangelnden Effizienz vor dem Tor

Trotz des versöhnlichen Heimsiegs sprach der Trainer nach dem Spiel auch die Defizite an, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zogen und letztendlich den Gang in die Verbandsliga bedeuteten. „Ich denke, wenn wir die Hälfte unserer Torchancen genutzt hätten, hätten wir heute fünf oder sechs gemacht, aber das wird mit Sicherheit ein Punkt sein, den wir nächstes Jahr ein bisschen konsequenter ins Auge fassen müssen, was die Chancenverwertung angeht beziehungsweise die Effektivität, Effizienz dann auch vor dem Tor“, bilanzierte Reinhard Schenker kritisch.

Er fügte hinzu: „Weil wir haben uns diese Saison schon in vielen Spielen viele Chancen erarbeitet, erspielt vor allem, so wie auch heute, und ja, zu wenig Kapital daraus geschlagen. Wenn man natürlich dann offensiv so agiert und hinten dann aber auch immer wieder viele Tore zulässt, muss man einfach mehr schießen als der Gegner und effektiver sein als der Gegner. Das ist uns dann in einigen Spielen nicht gelungen.“

Mit erhobenem Haupt und neuem Fokus in die Zukunft

Mit diesem dreifachen Punktgewinn verabschiedet sich der FSV Hollenbach mit insgesamt 35 Punkten und einem Torverhältnis von 56:69 auf dem 16. Tabellenplatz aus der Oberliga. Trotz des bitteren Abstiegs überwog am Ende der Stolz über einen würdigen und charakterstarken Abschluss vor den eigenen Fans.

„Dementsprechend nehmen wir es jetzt so hin. Wir haben diese drei Punkte geholt, haben uns mit Anstand und erhobenem Haupt verabschiedet, haben alle Spieler, die den FSV verlassen, gebührend verabschiedet und schauen jetzt nach vorne. Nach einer kurzen Pause werden dann wieder Gas geben, angreifen und versuchen, so schnell wie möglich dann auch wieder zurückzukommen“, gibt Reinhard Schenker die kämpferische Marschroute für den bevorstehenden Wiederaufbau vor.