
In der Oberliga Baden-Württemberg spitzt sich die Lage für den FSV Hollenbach zu. Nach der nervenaufreibenden Phase gegen die drei Top-Teams der Liga steht für die Mannschaft von Trainer Reinhard Schenker nun eine Partie mit wegweisendem Charakter an. Am Sonntag gastiert der FSV beim Karlsruher SC II. Es ist nicht nur ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, sondern die große Chance, mit einem Auswärtssieg in der Tabelle am Gegner vorbeizuziehen und ein deutliches Zeichen im Abstiegskampf zu setzen.
Vom Gipfelsturm zum entscheidenden Kellerkrimi
Hinter dem FSV Hollenbach liegen Wochen der extremen Belastung. Drei Spiele gegen die drei besten Mannschaften der Oberliga Baden-Württemberg haben Kraft gekostet, aber auch wertvolle Erkenntnisse geliefert. Nun schaltet der Modus um auf ein direktes Duell im Kampf um den Ligaverbleib. „Nach den drei Spielen gegen die Top 3 der Liga treffen wir jetzt wieder auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt“, ordnet Trainer Reinhard Schenker gegenüber FuPa die Ausgangslage ein.
Die Bedeutung der Partie lässt sich beim Blick auf das Klassement kaum unterschätzen. Mit 31 Punkten auf Platz 14 liegend, hat der FSV Hollenbach die Chance, den zehntplatzierten Karlsruher SC II (33 Punkte) zu überholen. Es ist eine Gelegenheit, die man beim FSV mit beiden Händen ergreifen will. „Wir haben die große Möglichkeit, bei einem Sieg auswärts in Karlsruhe einen Sprung in der Tabelle zu machen, den KSC zu überholen, was unglaublich schwer wird“, so der Coach.
Respekt vor dem technisch versierten Talentschuppen
Die Aufgabe beim Karlsruher SC II unter dem Status eines Aufsteigers wird für die Hollenbacher alles andere als ein Spaziergang. Reinhard Schenker warnt eindringlich vor der individuellen Qualität der jungen Karlsruher Truppe. Er beschreibt den Gegner als eine „top ausgebildete Mannschaft, sowohl im technischen als auch im taktischen Bereich“. Der Gegner verfüge über einen Trainer, der taktisch flexibel auf Spielsituationen reagieren könne.
Auch wenn der KSC II zuletzt Federn lassen musste und laut Schenker „momentan nicht vor dem allergrößten Selbstvertrauen strotzt“, bleibt der Gegner brandgefährlich. „Das sind junge Spieler, die in jedem Spiel versuchen das Maximale herauszuholen, voll aufs Gas drücken und sich mit Sicherheit auch im Abstiegskampf wehren wollen“, beschreibt der Hollenbacher Trainer die Mentalität des Kontrahenten.
Die Initialzündung gegen Essingen als Vorbild
Das Fundament für den Optimismus im Hollenbacher Lager legte das letzte Heimspiel. Der 2:1-Sieg gegen den TSV Essingen war ein Triumph der Moral. Nachdem Besnik Koci die Gäste in Führung gebracht hatte, drehte der FSV die Partie durch Tore von Sebastian Schiek und Jonas Limbach in der zweiten Halbzeit. Diese Energie aus der Schlussphase gegen Essingen soll nun über die volle Distanz in Karlsruhe getragen werden. Für Schenker ist klar: „Für uns wird es ganz wichtig sein, dass wir die Energie der zweiten Halbzeit im vergangenen Spiel gegen Essingen über einen langen Zeitraum auf den Platz kriegen.“
Die Defensive als unumstößliches Fundament
Der Schlüssel zum Erfolg in der Fremde liegt für den FSV Hollenbach einmal mehr in der defensiven Organisation. In den vergangenen Wochen hat sich die Mannschaft in diesem Bereich stabilisiert. „Dass wir genauso aggressiv und defensiv gut organisiert verteidigen wie in den letzten Wochen, das wird wieder der Schlüssel sein“, betont Reinhard Schenker. Nur aus einer sicheren Grundordnung heraus wird es möglich sein, den Angriffswirbel der Karlsruher Youngsters zu unterbinden.
Es geht darum, kompakt zu stehen und dem KSC die Freude am Spiel durch gesunde Aggressivität in den Zweikämpfen zu nehmen. Der Abstiegskampf wird laut Schenker vor allem über die Einstellung entschieden: „Ich denke, dass es ein enges Spiel wird, ein kampfbetontes Spiel auch wird für zwei Mannschaften, die sich im Abstiegskampf befinden.“
Offensive Durchschlagskraft als Zielmarke
Während die Defensive steht, fordert der Trainer im Spiel nach vorne eine Steigerung. Die Durchschlagskraft war zuletzt gegen die Top-Teams ein rares Gut, was angesichts der Qualität der Gegner wie dem VfR Aalen oder dem VfR Mannheim kaum verwunderte. „Und dann müssen wir natürlich auch wieder schauen, dass wir nach vorne wieder ein bisschen mehr Durchschlagskraft erzeugen, was in den letzten Spielen sehr schwer war, weil natürlich auch die Gegner eine Top-Qualität hatten“, gibt Schenker offen zu.
In Karlsruhe soll dieser „kleine Schritt nach vorne“ nun gelingen, um den Karlsruhern mehr entgegenzusetzen als im Hinspiel. Damals unterlag der FSV zu Hause mit 2:3, obwohl Hannes Scherer und Umut Ünlü in einer dramatischen Schlussphase noch trafen, nachdem Houssam Arbai, Nico Engel und Bekem Can Bicki für den KSC vorgelegt hatten.
Ein positives Signal für den Klassenerhalt
Trotz der Schwere der Aufgabe ist die Zuversicht in Hollenbach spürbar. Der Trend der letzten Wochen zeigt nach oben, und diesen will man unbedingt bestätigen. „Wir wollen auf jeden Fall was holen in Karlsruhe, im Optimalfall natürlich drei Punkte“, lautet die Kampfansage von Reinhard Schenker. Er vertraut auf die Stärken seiner Elf: „Ich bin zuversichtlich, wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, dass wir eine Chance haben, da was zu holen.“ Es ist das Bewusstsein, dass in dieser Phase der Saison jeder Meter und jeder gewonnene Zweikampf über den Verbleib in der Liga entscheiden kann. Mit voller Konzentration und der Leidenschaft der vergangenen Siege tritt der FSV die Reise an, um die Punkte für den Klassenerhalt zu entführen.