2026-05-06T12:44:31.715Z

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FSV Hollenbach: "Dann ist für uns alles möglich"

Die Lage des FSV Hollenbach in der Oberliga Baden-Württemberg spitzt sich dramatisch zu. Vor dem schweren Auswärtsspiel beim SSV Reutlingen setzt Trainer Reinhard Schenker auf die mentale Stärke und den unbedingten Glauben seiner Mannschaft.

von red · Gestern, 22:06 Uhr · 0 Leser
– Foto: Y. Le Madon

Es ist die Zeit der nervenaufreibenden Rechenspiele. Wenn der FSV Hollenbach am Samstag um 15:30 Uhr beim SSV Reutlingen antritt, schwingt die bedrohliche Gewissheit mit, dass am Ende dieser Spielzeit in der Oberliga Baden-Württemberg vier bis fünf Mannschaften den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten müssen. Für die Hollenbacher, die aktuell mit 32 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz rangieren, ist jedes Spiel ein Endspiel. Trainer Reinhard Schenker weiß um die Schwere der Mission und sagt gegenüber FuPa: „Es wird eine sehr, sehr schwere Aufgabe für uns auswärts in Reutlingen.“

Die Schwere der Aufgabe im Stadion an der Kreuzeiche

Der Gegner hat sich im Kalenderjahr 2026 zu einer Macht entwickelt. Während Hollenbach um Konstanz ringt, hat sich der SSV Reutlingen aus der Abstiegszone katapultiert. „Die Reutlinger sind 2026 wirklich schwer zu schlagen, haben sich aus dem Abstiegskampf so ein bisschen befreit und sind ins Mittelfeld vorgestoßen, weil sie wirklich bisher gute Leistungen abgerufen haben in 2026“, analysiert Reinhard Schenker. Ein wesentlicher Faktor für diesen Aufschwung sei die personelle Nachbesserung: „Haben sich auch gut verstärkt mit Terry Asare und Marcel Sökler. Offensivqualität ist auf jeden Fall deutlich dazugekommen, das merkt man ihrem Spiel auch an.“ Die Gastgeber seien „vorne deutlich durchschlagskräftiger als vielleicht noch in der Vorrunde“ und verfügen über ein „gutes Ballbesitzspiel“.

Defensive Struktur gegen die neue Offensivwucht

Für den FSV Hollenbach wird es am 31. Spieltag primär darum gehen, dem Reutlinger Angriffswirbel standzuhalten. Der Plan des Trainers ist klar definiert: „Von dem her wird es für uns ganz wichtig sein, gut zu verteidigen, aggressiv und mit einer guten Struktur in der Defensive zu stehen.“ In einem Spiel, das vermutlich über die Physis entschieden wird, fordert Schenker bedingungslosen Einsatz: „In den 50:50-Zweikämpfen beziehungsweise in den engen Duellen, da wo es dann Richtung Tor geht, müssen wir dann auch wirklich die Zweikämpfe annehmen und hoffentlich in der Mehrzahl gewinnen.“ Dies sei die Grundvoraussetzung, um „in gute Umschaltsituationen zu kommen beziehungsweise das eigene Ballbesitzspiel dann auch aufziehen zu können“.

Der Kopf als entscheidender Faktor im Abstiegskampf

In der aktuellen Phase der Saison rückt das Taktische fast schon hinter das Mentale. Die psychische Belastung im Tabellenkeller ist immens. „Ich hoffe einfach, für uns wird es ganz wichtig sein in der aktuellen Situation, dass der Kopf mitspielt“, betont Reinhard Schenker hochemotional. Sein Appell an die Mannschaft ist ein leidenschaftlicher Treueschwur: „Da wünsche ich mir, dass die Mannschaft genauso an sich glaubt, wie ich an sie glaube, weil dann ist für uns alles möglich. Die Jungs müssen einander vertrauen.“ Es gehe darum, „nicht ängstlich zu sein, sondern mutig aufzutreten, sowohl defensiv als auch offensiv“. Der Trainer stellt klar: „Wir müssen cool bleiben in der Situation aktuell und vor allem den Glauben an die Möglichkeit und dann an den Klassenerhalt in uns tragen und den auch ausstrahlen.“

Prekäre Tabellenlage und die Hoffnung auf Konstanz

Die jüngsten Ergebnisse spiegeln die Achterbahnfahrt des FSV wider. Am vergangenen Spieltag reichte es vor 366 Zuschauern nur zu einem 2:2-Unentschieden gegen den Türkischen SV Singen, wobei Felix Limbach und Inas Music trafen, während Mokhtar Boulachab und Cheick Oumar Coulibaly für die Gäste erfolgreich waren. Diese Schwankungen sind das größte Sorgenkind des Trainers: „Wir sind aktuell ein bisschen schwankend in unseren Leistungen, wissen, dass wir an einem guten Tag mit unserer Top-Leistung auch gegen jeden bestehen können. Es kann aber auch, wenn wir einfach unsere Leistung nicht abrufen, nach hinten losgehen.“ In der Tabelle liegt der FSV nur aufgrund des Torverhältnisses hinter dem 1. Göppinger SV und nur einen Punkt vor dem Türkischen SV Singen.

Erinnerungen an ein dramatisches Hinspiel

Ein Blick zurück auf das Hinspiel könnte zusätzliche Kräfte freisetzen. Vor 600 Zuschauern feierte Hollenbach einen heroischen 3:2-Sieg nach einem 0:2-Rückstand. Damals hatten Leander Vochatzer und Konstantinos Markopoulos den SSV Reutlingen in Front gebracht, ehe Hannes Scherer, Sebastian Schiek in der Nachspielzeit und Felix Limbach in der zehnten Minute der Nachspielzeit das Spiel drehten. Auch eine Gelb-Rote Karte gegen Luca Plattenhardt prägte das damalige Geschehen. Schenker ist überzeugt, dass solche Leistungen wiederholbar sind: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in Reutlingen was holen können, so wie gegen jeden Gegner, aber es hängt natürlich immer so ein bisschen mit unserer Performance auch zusammen.“ In Reutlingen wird sich zeigen, ob der Glaube die Berge des Abstiegskampfs versetzen kann.