2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

FSV Hollenbach: "Aber die Qualität hat sich am Schluss durchgesetzt"

Trotz einer leidenschaftlichen Defensivleistung und hochkarätiger Möglichkeiten muss sich der FSV Hollenbach in er Oberliga beim Tabellenführer VfR Aalen mit 0:2 geschlagen geben.

von red · 04.04.2026, 22:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Es sind die Spiele gegen die Giganten der Oberliga Baden-Württemberg, in denen Nuancen über Triumph und Enttäuschung entscheiden. Vor1475 Zuschauern in der Centus Arena forderte der FSV Hollenbach heute dem Spitzenreiter VfR Aalen alles ab. Am Ende eines intensiven Nachmittags stand jedoch eine 0:2-Niederlage, die im Lager der Hollenbacher ein zwiespältiges Gefühl hinterließ: Den Stolz auf eine disziplinierte Leistung gegen die spielerisch beste Mannschaft der Liga und den Frust über zwei vergebene Riesenmöglichkeiten, die den Spielverlauf hätten auf den Kopf stellen können.

Der frühe Nackenschlag durch individuelle Fehler

Die Marschroute von Trainer Reinhard Schenker war klar: Kompaktheit und giftige Zweikämpfe. Doch der Plan geriet bereits in der 6. Minute ins Wanken. Nach einem eigentlich schon gewonnenen Zweikampf am Flügel vertändelte Hollenbach den Ball ins Toraus. Den daraus resultierenden Eckball nutzte Jascha Döringer zur frühen Führung für die Mannschaft von Trainer Beniamino Molinari.

Reinhard Schenker analysierte die Entstehung gewohnt kritisch: „Wir gehen sehr früh in Rückstand, nachdem wir eigentlich schon einen Zweikampf am Flügel auf der Grundlinie gewonnen haben. Dribbeln dann unnötigerweise den Ball ins Aus und schenken dem Gegner einen Eckball, woraus dann das 1:0 entsteht. Sicher ein vermeidbares Tor, auch bei der Zuteilung bzw. bei der Raumverteidigung ist nicht alles optimal gelaufen.“

Bollwerk gegen die spielerische Übermacht

Hollenbach brauchte eine Viertelstunde, um den Schock zu verdauen. Der VfR Aalen drückte auf die Vorentscheidung. „Natürlich haben wir es nicht geschafft, über 90 Minuten alles wegzuverteidigen gegen so eine starke Mannschaft wie Aalen. Aber wir haben wenig ganz klare Torchancen zugelassen. Wir haben wirklich kompakt und gut verteidigt, gerade nach den ersten 15 Minuten, wo wir ein bisschen gebraucht haben, um reinzukommen“, befand Schenker.

Der Moment, in dem das Momentum hätte kippen können

Kurz vor dem Seitenwechsel blitzte das Hollenbacher Umschaltspiel auf. Es war die Szene, die dem Spiel eine völlig neue Wendung hätte geben können. Inas Music tauchte nach einer perfekten Aktion frei im gegnerischen Sechzehner auf. Schenker beschrieb die dramatische Szene: „Kurz vor der Halbzeit haben wir die Riesenchance zum Ausgleich nach einer super Umschaltaktion. Inas Music lässt im 16er den Gegner noch ins Leere grätschen und zieht dann aus halblinker Position frei vor dem Tor stehend den Ball einen halben Meter am langen Pfosten vorbei. Eine Riesenchance. Es wäre das 1:1 gewesen, wäre vielleicht das Momentum so ein bisschen gekippt, bzw. wären wir einfach wieder auch im Spiel gewesen und hätten Aalen unter Zugzwang gesetzt in der zweiten Halbzeit.“

Ein Lupfer, der das Herz der Fans schwer macht

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hollenbach gefährlich. In der 55. Minute hielten die mitgereisten Anhänger erneut den Atem an. Niklas Dörr lief nach einem Ballverlust der Aalener fast von der Mittellinie allein auf Torwart Maximilian Otto zu. Die Entscheidung im Abschluss sollte jedoch tragisch enden. „Niklas Dörr trifft die falsche Entscheidung, er versucht es mit einem Lupfer über den Torwart, der Ball geht knapp am Tor vorbei. Auch da war die Riesenmöglichkeit zum 1:1, die wir nicht genutzt haben“, haderte Schenker mit der mangelnden Kaltschnäuzigkeit.

Die bittere Entscheidung nach einem Einwurf

Die Strafe für die vergebenen Chancen folgte nur zwei Minuten später. In der 57. Minute sorgte Sasa Maksimovic für das 2:0, nachdem Hollenbach in einer eigentlich harmlosen Situation den Ball hergegeben hatte. Ein missglückter Pass auf den Flügel und ein unkonzentriert ausgeführter Einwurf leiteten den Untergang ein. Der Coach fand deutliche Worte: „Und dann kriegen wir das 2:0 ein paar Minuten später wieder total vermeidbar. Erstmal ein hergeschenkter Einwurf, wo wir den Ball einfach nicht unter Kontrolle kriegen beim Pass auf den Flügel. Und dann werfen wir den Einwurf dann kurze Zeit später, als es Einwurf für uns gibt, dann auch noch dem Gegner in den Kopf, in den Fuß, wie auch immer. Und wir sind dann einfach nicht gut gestaffelt, nicht gut geordnet nach dem Ballverlust und kassieren das 2:0.“

Anerkennung der Aalener Qualität

Trotz der Einwechslungen von Niklas Breuninger für Juan Faßbinder und Rico Hofmann für Inas Music in der Schlussphase gelang es Hollenbach nicht mehr, die kompakte Defensive der Aalener zu knacken. Schenker zog dennoch ein versöhnliches Fazit: „Mit der Leistung kann ich leben. Einsatzbereitschaft, Laufbereitschaft, Aggressivität, Intensität war alles da, so wie man es braucht gegen so einen Gegner. Aber die Qualität hat sich dann am Schluss durchgesetzt und dementsprechend geht der Erfolg in Ordnung.“

Fokus auf das nächste Sechs-Punkte-Spiel

Nach diesem 26. Spieltag rangiert der FSV Hollenbach mit 27 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz und steckt weiterhin tief im Abstiegskampf. Für die kommende Aufgabe zu Hause gegen den VfR Mannheim am Samstag, 11.04.2026, um 15:30 Uhr ist die Marschroute klar: Effizienz vor dem Tor. „Wir müssen jetzt einfach schauen, dass wir in der nächsten Woche diese paar Dinge besser machen, dass wir effizienter werden. Gegen solche Spitzenmannschaften bekommt man nicht eine Handvoll oder mehr große Torchancen, da sind es dann vielleicht mal zwei oder drei im Spiel, wovon man dann vielleicht eine nutzen muss, um dann in die Punkte zu kommen“, so Schenker abschließend. In Hollenbach weiß man nun: Die Leistung stimmt, doch am Ende zählen im Kampf um die Klasse nur die Tore